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Rettungspaket für die Altenpflege

Donnerstag, 08. Mai 2014, 12:48 Uhr
Die Situation in der Altenpflege ist nach wie vor kritisch. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt. Fachkräfte für die Pflege werden dringend gesucht. Pflegende Angehörige fühlen sich nicht ausreichend unterstützt. Die Arbeit der Pflegekräfte wird zu wenig wertgeschätzt. Die Pflege ist chronisch unterfinanziert...

Mit dem bundesweiten Aktionstag Altenpflege am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, will die Diakonie die Politik zu einem Rettungspaket für die Altenpflege auffordern.

An insgesamt zehn Orten in Sachsen-Anhalt und Thüringen errichten Mitarbeitende der Diakonie zeitgleich auf öffentlichen Plätzen eine vier mal zwei Meter große Wand aus 30 Paketen, auf denen die Kernforderungen der Diakonie für ein „Rettungspaket Pflege“ festgehalten sind. Um fünf vor zwölf (11. 55 Uhr) werden die Kartonstapel aufgerichtet sein.

Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland: „Halbherzige, kleine Reformschritte und lückenhafte Nachbesserungen reichen nicht. Es ist fünf vor zwölf – jetzt muss gehandelt werden. Wir brauchen mehr als den guten Willen der Politik, sonst kollabiert das Pflegesystem. Wir erwarten von der Politik, dass sie neue Rahmenbedingungen für würdevolle Pflege, gerechte Finanzierung, Entlastung der pflegenden Angehörigen und attraktive Ausbildung schafft.“

Bei einer guten und würdevollen Pflege stehen die Bedürfnisse und Wünsche des pflegebedürftigen Menschen im Mittelpunkt. In ihrem Koalitionsvertrag räumt die neue Bundesregierung der Pflegethematik einen höheren Stellenwert ein. Aber: Warum wird der neue Pflegbedürftigkeitsbegriff - eine zentrale Forderung der Diakonie - nicht sofort mit der ersten Reformstufe eingeführt? Und wie will die Bundesregierung die Dokumentationspflichten und die überbordende Bürokratie auf das Nötigste begrenzen?

Pflege ist viel wert – das muss sich auch in einer solidarischen Finanzierung zeigen: durch angemessene Löhne für Mitarbeitende sowie gleiche Pflege für alle Menschen unabhängig von der Größe des Geldbeutels. Die Finanzierung der Pflege muss solidarisch getragen werden. Menschen mit niedrigem Einkommen oder im Sozialleistungsbezug können sich eine private Vorsorge nicht leisten.

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt – und somit auch der Bedarf an Fachkräften. Höchste Zeit, in den Nachwuchs zu investieren und dafür zu sorgen, dass Pflegeberufe attraktiver werden. Eine generalistische Ausbildung macht den Pflegeberuf attraktiver und ermöglicht einen direkten Einstieg in verschiedene Tätigkeitsfelder. Eine einheitliche schulgeldfreie Finanzierung der Ausbildung nach dem Vorbild der bisherigen Krankenpflegeausbildung ist dringend notwendig.

Dieser Aktion schließen sich die Diakonie in Nordhausen Stiftung „Maria im Elende“ GmbH, die Diakonie im Landkreis Nordhausen-West sowie der Diakonische Förderverein Nordhausen e.V. an. Aus diesem Grund werden wir die Aktion auf dem Marktplatz in Nordhausen unterstützen und wir werden uns auch künftig darüber hinaus weiter für die Verbesserung der Pflege- und Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten stark machen und auf Missstände und Nöte hinweisen. Bitte unterstützen Sie uns in unserem Vorhaben durch einen Besuch unseres Standes am Aktionstag oder auch ganz praktisch durch Haupt- oder Ehrenamtliches Engagement in unseren Einrichtungen, Vereinen und Verbänden.
Autor: red

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