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Variantenspiele mit Kindertagesstätten vorgestellt

Mittwoch, 09. Mai 2001, 15:02 Uhr
Nordhausen (nnz). In der nichtöffentlichen Sitzung des Sozialausschusses des Stadtrates wurde gestern erstmals die Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten vorgestellt. Dabei brachte die Stadtverwaltung mehrere Varianten ins Spiel.

Dem städtischen Sozialamtsleiter Dietrich Hanusch blieb es vorbehalten, den Mitgliedern des Ausschusses das Zahlenmaterial zu präsentieren. Gegenwärtig gibt es in der Rolandstadt mehr als 1.500 Plätze in Kindertagesstätten, davon fast 200 Krippenplätze und rund 250 Hortplätze. Wie soll es aber damit weitergehen? Eine Variante sieht vor, alles beim Alten zu belassen. Eine dritte Möglichkeit, die „Horror“-Variante, sagt aus, Plätze in Kindertagesstätten nur nach dem sogenannten Rechtsanspruch vorzuhalten. Im Klartext würde dies bedeuten, daß es in den Kindertagesstätten weder Krippen- noch Hortplätze geben wird, da der Anspruch auf eine Betreuung der Kinder nur für das Alter von zweieinhalb bis sechs Jahren vom Gesetzgeber vorgesehen wird. Nordhausen leistete sich bislang diesen Luxus (Krippe und Hort) als freiwillige Aufgabe.

Zwischen diesen beiden Angeboten offerierte Amtsleiter Hanusch dann auch noch einige Melange-Angebote: Alle Krippenplätze erhalten, dafür keine Hortbetreuung und umgekehrt. Knackpunkt dürfte auch nach der gestrigen Sitzung die künftige Hortbetreuung in den Kindereinrichtungen sein. Die kann eigentlich in den Schulen erledigt werden, ist jedoch fester (rechenbarer und planbarer) Bestandteil der freien Träger. Fällt die Hortbetreuung gänzlich weg, dann ist davon zum Beispiel der Ökumenische Kindergarten arg betroffen. Der hat in seiner christlichen Einrichtung zwei Gruppen etabliert. Fallen diese weg, ist es schwer vorstellbar, diese mit nichtchristichen Kindergartengruppen „aufzufüllen“ (siehe auch nnz-Archiv).

Insgesamt also eine ziemliche knifflige Situation für die Mitglieder des Stadtrates. Das Zahlenmaterial, welches die Stadtverwaltung gestern vorlegte, wurde nach nnz-Informationen als sehr umfassend bewertet, zumal auch der künftige Sanierungsaufwand vorgestellt wurde. Es soll und muß nun zur weiteren Entscheidungsfindung genutzt werden. Da werden sicherlich noch mehrere Sitzungen des Sozialausschusses ins Land gehen. Zwischenzeitlich werden die vier Stadtratsfraktionen informiert. Ob es noch vor der Sommerpause einen entsprechenden Beschluß im Stadtrat geben wird, ist nach dem jetzigen Stand völlig offen.
Autor: nnz

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