Vier Jahrzehnte
Montag, 28. April 2014, 12:30 Uhr
Zu DDR-Zeiten war der 1. Mai als "Kampf- und Feiertag" deklariert. Für ein Unternehmen in Ilfeld ist er jedoch die Geburtsstunde. Und die ist nun 40 Jahre her. Fast. Besuch bei einem Geburtstags"kind"...
Wer von Ilfeld auf der B4 (bei normalem Wetter) in Richtung Netzkater fährt, der erheischt an den Felswänden Netze aus Metall, die den Benutzer der Bundesstraße vor herabfallenden Gesteinsbrocken schützen sollen. Der Berg wird sozusagen gesichert - von der Bergsicherung Ilfeld GmbH (BSI).
Dr. Dirk Vetter und Axel Fernschild, die beiden Geschäftsführer des Unternehmens, sitzen mir an diesem Montagmorgen gegenüber. Sie machen einen zufriedenen Eindruck. Der täuscht nicht, denn mit rund acht Millionen Euro Umsatz liegt hinter den beiden und ihrer 70köpfigen Mannschaft mit 2013 eines der erfolgreichsten Jahre der Firmengeschichte. Und für den Blick in die Zukunft brauchen weder Vetter noch Fernschild eine Glaskugel, sie gucken statt dessen in die Auftragsbücher und vergewissern sich eines Vorlaufs von fünf Monaten.
"Wir können auf eine gewisse Grundauslastung bauen, die durch Rahmenverträge von Straßenbauämern im Freistaat Thüringen sowie im benachbarten Niedersachsen gegeben sind. Darüber hinaus profitieren wir natürlich von unserer bergbaulichen Kompetenz", sagte Axel Fernschild und verweist auf die Verfüllung der Röhren der Schächte "Anna" bei Oberheldrungen und bei Neu Bleicherode im Landkreis Eichsfeld. Im Vorhaben "Anna" wird in einer ersten Phase die rund 400 Meter tief in die Erde führende Schachtröhre mit 25.000 Tonnen Schotter aus dem Unterberg im Südharz verfüllt. Das sind 1.000 Lkw-Ladungen. In Neu Bleicherode arbeitet die Ilfelder Bergsicherung zusammen mit Schachtbau Nordhausen, da es sich hier um die komplette Verwahrung des Schachtes handelt. Nicht ohne Stolz verweist Dr. Vetter auf die Tatsache, dass fünf Experten des Ilfelder Unternehmens auch bei der Errichtung des untertägigen Grubenraums für den Schacht Konrad bei Salzgitter mit dabei sind.
Vor 40 Jahren, exakt am 1. Mai 1974, gegründet, sollten sich die Bergsicherer in den ehemaligen DDR-Bezirken Erfurt, Gera und Suhl um die Sicherung herrenloser Bergwerke kümmern und waren noch bis 1992 dem Thüringer Umweltministerium fachlich unterstellt. Dann folgte die Zusammenlegung der Außenstellen Ronneburg und Neuhaus mit der in Ilfeld und anschließend die Privatisierung. Seit 2002 firmiert die BSI als Gesellschaft mit beschränkter Haftung, alleiniger Gesellschafter ist der Unternehmer Martin Feldhaus aus dem Sauerland.
Am Vorabend des 1. Mai in diesem Jahr richten die Ilfelder Bergsicherer ihre Geburtstagsfeier auf dem Firmengelände aus. Sie haben sich dazu nicht nur Wegbegleiter wie Dr. Eckart Bergmann, den einstigen Referatsleiter im Thüringer Umweltministerium als Festredner eingeladen, sondern auch Vertreter aus Wirtschaft und Politik.
Mit der Einladung zur Geburtstagsfeier haben Dr. Vetter und Axel Fernschild ein Bitte ausgesprochen. "Statt vieler Blumensträuße oder Gebinde bitten wir um eine Geldspende. Die Geburtstagsgelder sollen die Gestaltung eines Freiluftmodells des Außenlager-Komplexes des ehemaligen KZ Mittelbau Dora ermöglichen", erläutert Dr. Dirk Vetter. Dieses Modell soll im kommenden Jahr, zum 70. Jahrestag der Befreiung von Dora, der Öffentlichkeit übergeben werden.
Auch hinsichtlich dieser Idee haben die Ilfelder Bergsicherer bewiesen, dass sie klug, erfahren und flexibel reagieren können. Mit Stand Freitag ist das Spendenkonto übrigens auf 4.630 Euro angewachsen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redWer von Ilfeld auf der B4 (bei normalem Wetter) in Richtung Netzkater fährt, der erheischt an den Felswänden Netze aus Metall, die den Benutzer der Bundesstraße vor herabfallenden Gesteinsbrocken schützen sollen. Der Berg wird sozusagen gesichert - von der Bergsicherung Ilfeld GmbH (BSI).
Dr. Dirk Vetter und Axel Fernschild, die beiden Geschäftsführer des Unternehmens, sitzen mir an diesem Montagmorgen gegenüber. Sie machen einen zufriedenen Eindruck. Der täuscht nicht, denn mit rund acht Millionen Euro Umsatz liegt hinter den beiden und ihrer 70köpfigen Mannschaft mit 2013 eines der erfolgreichsten Jahre der Firmengeschichte. Und für den Blick in die Zukunft brauchen weder Vetter noch Fernschild eine Glaskugel, sie gucken statt dessen in die Auftragsbücher und vergewissern sich eines Vorlaufs von fünf Monaten.
"Wir können auf eine gewisse Grundauslastung bauen, die durch Rahmenverträge von Straßenbauämern im Freistaat Thüringen sowie im benachbarten Niedersachsen gegeben sind. Darüber hinaus profitieren wir natürlich von unserer bergbaulichen Kompetenz", sagte Axel Fernschild und verweist auf die Verfüllung der Röhren der Schächte "Anna" bei Oberheldrungen und bei Neu Bleicherode im Landkreis Eichsfeld. Im Vorhaben "Anna" wird in einer ersten Phase die rund 400 Meter tief in die Erde führende Schachtröhre mit 25.000 Tonnen Schotter aus dem Unterberg im Südharz verfüllt. Das sind 1.000 Lkw-Ladungen. In Neu Bleicherode arbeitet die Ilfelder Bergsicherung zusammen mit Schachtbau Nordhausen, da es sich hier um die komplette Verwahrung des Schachtes handelt. Nicht ohne Stolz verweist Dr. Vetter auf die Tatsache, dass fünf Experten des Ilfelder Unternehmens auch bei der Errichtung des untertägigen Grubenraums für den Schacht Konrad bei Salzgitter mit dabei sind.
Vor 40 Jahren, exakt am 1. Mai 1974, gegründet, sollten sich die Bergsicherer in den ehemaligen DDR-Bezirken Erfurt, Gera und Suhl um die Sicherung herrenloser Bergwerke kümmern und waren noch bis 1992 dem Thüringer Umweltministerium fachlich unterstellt. Dann folgte die Zusammenlegung der Außenstellen Ronneburg und Neuhaus mit der in Ilfeld und anschließend die Privatisierung. Seit 2002 firmiert die BSI als Gesellschaft mit beschränkter Haftung, alleiniger Gesellschafter ist der Unternehmer Martin Feldhaus aus dem Sauerland.
Am Vorabend des 1. Mai in diesem Jahr richten die Ilfelder Bergsicherer ihre Geburtstagsfeier auf dem Firmengelände aus. Sie haben sich dazu nicht nur Wegbegleiter wie Dr. Eckart Bergmann, den einstigen Referatsleiter im Thüringer Umweltministerium als Festredner eingeladen, sondern auch Vertreter aus Wirtschaft und Politik.
Mit der Einladung zur Geburtstagsfeier haben Dr. Vetter und Axel Fernschild ein Bitte ausgesprochen. "Statt vieler Blumensträuße oder Gebinde bitten wir um eine Geldspende. Die Geburtstagsgelder sollen die Gestaltung eines Freiluftmodells des Außenlager-Komplexes des ehemaligen KZ Mittelbau Dora ermöglichen", erläutert Dr. Dirk Vetter. Dieses Modell soll im kommenden Jahr, zum 70. Jahrestag der Befreiung von Dora, der Öffentlichkeit übergeben werden.
Auch hinsichtlich dieser Idee haben die Ilfelder Bergsicherer bewiesen, dass sie klug, erfahren und flexibel reagieren können. Mit Stand Freitag ist das Spendenkonto übrigens auf 4.630 Euro angewachsen.
Peter-Stefan Greiner



