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Ende gut aber nicht alles gut

Montag, 14. April 2014, 17:08 Uhr
Ende gut alles gut, könnte man meinen. Mit einem letztlich deutlichen 26:20-Sieg über die 2. Mannschaft des HBV Jena 90 haben die Handballfrauen des Nordhäuser SV die Saison in der Landesliga mit dem 3. Tabellenplatz abgeschlossen und werden höchstwahrscheinlich die nächste Spielzeit in der Thüringenliga in Angriff nehmen...

Handball-Landesliga Frauen

Nordhäuser SV – HBV Jena 90 II 26:20
Doch ist am Ende wirklich alles gut? Eine gründliche Analyse durch das Trainergespann Roy Grob/Peter Kruse wird es dazu noch geben. Aber hier schon Einiges vorweg.

Fakt ist, dass das klare Saisonziel Platz 2 und damit ein direkter Aufstiegsplatz verfehlt wurde. Nach einem ordentlichen Saisonstart mit dem 23:9 über Saalfeld wartete die Mannschaft teilweise mit erschreckend schwachen Spiel auf. Negativer Höhepunkt sicherlich das 14:16 in der heimischen Ballspielhalle gegen schwache Gisperslebenerinnen. Viele technische Fehler, ungenügendes Zusammenspiel, fehlende Übersicht, Überhast in vielen Situationen, schlechte Chancenverwertung. Keine Konstanz auch während eines Spiels.

Mitte der Saison war das das Saisonziel schon so gut wie unerreichbar, der Abstand zu den Abstiegsplätzen hingegen bedrohlich klein geworden. Sicherlich spielten zahlreiche Verletzungsausfälle, auch die zahlreichen und langen Spielpausen wegen Spielausfall oder Spielverlegung eine Rolle. Doch das hatten auch andere Teams zu verkraften. Mit Beginn des letzten Saisondrittels kam endlich der von den Fans so lang ersehnte Ruck, zeigte die Mannschaft, dass sie eine Einheit ist und auch guten Handball spielen kann. Mit dem 32:29 über Spitzenreiter Ziegelheim nach einer bis auf die letzten Minuten überzeugenden Leistung starteten die NSV-Frauen eine Ungeschlagenserie von fünf Spielen, die schließlich noch auf Rang Drei führten.
Wäre diese unsägliche Heimniederlage gegen Gispersleben nicht gewesen, es wäre sogar noch der zweite Platz geworden. So aber bleibt man wegen der direkten Vergleiche mit den Randerfurterinnen, die beide verloren wurden, bei Punktgleichheit trotz der deutlich besseren Tordifferenz hinter der Gispi-Zweiten. Die hat aber bei Verbleib ihrer ersten Mannschaft in der Thüringenliga kein Aufstiegsrecht.

Das letzte Spiel gegen Jena bot Verantwortlichen und Fans der Mannschaft noch einmal einen kompletten Saisonüberblick. Also ein Wechselbad der Gefühle. Ein starker Beginn, der bis zur 10. Minute eine deutliche und verdiente 7:2-Fhrung brachte. Die Abwehr stand sicher und nach vorn wurde Jena entweder ausgekontert oder durch gutes Kombinationsspiel ausgehebelt. Doch dann schlichen sich mehr und mehr Fang- und Abspielfehler ein, agierte die Abwehr oft nachlässig. Jena kam in den nächsten zehn Minuten auf 7:10 heran., blieb aber zum Glück insgesamt zu harmlos. So konnte sich der NSV bis zur Pause wieder auf 15:10 ansetzen.

In Halbzeit Zwei fehlte den Gastgeberinnen dann die klare Linie. Zwar konnte man zunächst bis zum 19:12 den Vorsprung vergrößern, doch das Spiel wurde mehr und mehr zerfahren. Das lag zum Teil auch an nun vielen Auswechslungen, aber vor allem daran, das wieder einmal viel zu schnell und übergastet der Abschluss gesucht, die besser postierte Nebenspielerin nicht gesehen wurde. Dazu weiter viele Fehler im Spielaufbau. Jena konnte so wieder bis auf 16:19 verkürzen. Als

Claudia Dudek, von ihren Nebenleuten einmal mehr in der Abwehrmitte sträflichst allein gelassen, mit der dritten Zwei-Minuten-Strafe das Spielfeld endgültig verlassen musste, beschlich so manchen auf den Rängen ein mulmiges Gefühl. Immerhin waren noch mehr als zehn Minuten zu spielen. Und Jena witterte Morgenluft, legte kämpferisch zu. Anna Schneider und Lina Freudenberg sorgten mit zwei Treffern aber für etwas Entlastung. Und als auch noch eine 4:6-Unterzahl nahezu unbeschadet überstanden wurde konnte man aufatmen. Unnötig und auch unverständlich schwer hat es sich die Mannschaft aber lange Zeit wieder selber gemacht. Wie in so vielen Spielen 2013/14.
Uwe Tittel

Nancy Brodhuhn/Alexandra Briese – Stephanie Kruse (1), Julia Nagler, Diana Bückert (2), Jenny Mohrig (7), Anna Schneider (7), Evelyn Kallmeyer, Lina Freudenberg (1), Annett Schneider (1), Viola Böttcher (2), Desiree Balik, Stefanie Knolle, Claudia Dudek (5)
Autor: red

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