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Zukunftsmodell für Neustadt

Freitag, 11. April 2014, 06:38 Uhr
Die Gemeinderatsmitglieder sind von der Idee des Kurzentrums in Neustadt überzeugt und doch wurde der Kooperationsvertrag mit der in Gründung befindlichen Pneumokur gGmbH noch nicht beschlossen. Mit diesem Vertrag sind jedoch Fördermittel verbunden, weiß Sandra Witzel zu berichten...


Die Thüringer Aufbaubank würde das Projekt, den Aufbau eines Kurbetriebes, unterstützen. Prinzipiell ist eine Förderung möglich, jedoch ist ein Kooperationsvertrag mit der Gemeinde Voraussetzung, erläuterte Dr. André Haas auf der 30. Gemeinderatssitzung in Neustadt. Er stellte noch einmal das Projekt „Pneumokur“ vor und will einen Kurbetrieb aufbauen. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir schon jetzt so weit sind", berichtete der engagierte Arzt den Gemeinderatsmitgliedern.

2015 könnten man starten, wenn alles rund läuft. Gesundheitstourismus ist die Idee, die für die Gemeinde ein Zukunftsmodell sein könnte. Als nächster Schritt wird die Pneumokur gGmbH geründet in deren Beirat unter anderem die Gemeinde, der Harzklub, der Waldbad Förderverein und das Neustädter Fachkrankenhaus für Atemwegserkrankungen sitzen sollen. Lediglich die Nutzung des Erdgeschosses im ehemaligen Herrenhaus ist noch unklar.

Bereits am 15. Mai soll mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden. Eine Kostenschätzung liegt vor, jedoch gibt es noch Unklarheiten bezüglich der Höhe der Fördermittel. Laut des Kooperationsvertrages soll sich die Gemeinde Neustadt zu einem Mietvertrag für das benötigte Haus des Gastes verpflichten. Eine Bedingung, die Corinna Appenrodt, Vorsitzende des Finanzausschusses, stört. Deshalb soll in der nächsten Hauptausschusssitzung, zu der alle Gemeinderatsmitglieder geladen werden, noch einmal über den Vertrag beraten werden. Von der Idee und der Möglichkeit den Kurtourismus auf eine neue Stufe zu stellen, sagte Bürgermeister Dirk Erfurt, sind jedoch alle überzeugt. Für eine Trennung des Kooperationsvertrages von dem Mietvertrag sprach sich Harztor Bürgermeister Stephan Klante aus, der als Gast an der Sitzung teilnahm.

Eine weitere Bedingung für den Aufbau des Kurbetriebes ist der Titel „Heilklimatischer Kurort“. Auch dafür wird ein Haus des Gastes benötigt und ein medizinisch-klimatologisches Gutachten, das in Auftrag gegeben werden muss. Zwei Angebote wurden eingeholt, berichtete Dirk Erfurt. Das günstigere Gutachten der medizinischen Hochschule Hannover kostet 4950 Euro. Für die Beauftragung der Hochschule stimmten die Gemeinderatsmitglieder mehrheitlich, das zweite Angebot lag fast doppelt so hoch. Im November soll das Gutachten durchgeführt werden.

Mit dem Konzept „Kurbetrieb“ wollen die Neustädter an der Internationalen Bauausstellung Thüringen teilnehmen (IBA), beschlossen die Gemeinderäte einstimmig. Wir sollten die Chance ergreifen, warb zuvor Anne Dumjahn für diese Idee. Hier werden Projekte gesucht, deren Entwicklung im Mittelpunkt steht und an der Fachhochsule Nordhausen gibt es bereits regionale Ansprechpartner. Das Auswahlverfahren beginnt am 6. Mai. Die IBA Thüringen soll Lösungen in Städtebau, Architektur und Raumplanung für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturwandel präsentieren – das Projekt „Kurbetrieb“ würde also in das Profil passen.

In der Gemeinde am Weinberg wird am 15. Mai eine Messstation zur Prüfung der Luftqualität in Betrieb genommen, informierte Bürgermeister Dirk Erfurt die Gemeinderatsmitglieder. Die Kosten in Höhe von 20.000 Euro trägt vorerst das Fachkrankenhaus. Jedoch werden noch Unterstützer und Sponsoren gesucht, die dann natürlich auch die Messdaten nutzen könnten. Bereits im März untersuchten Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes die Luftqualität und gaben eine positive Bewertung ab, freute sich Erfurt.

Er bedankte sich bei der voraussichtlich letzten Gemeinderatssitzung vor der Kommunalwahl bei den Mitgliedern des Gemeinderates für die konstruktive Arbeit.
Sandra Witzel
Autor: red

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