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Vorfahrt für Naturschutz

Sonntag, 06. April 2014, 08:08 Uhr
Die Landesversammlung des BUND Thüringen fordert ab der nächsten Legislaturperiode Vorfahrt für den Naturschutz. Dazu haben die Mitglieder einen 10-Punkte-Katalog verabschiedet...


In einem Positionspapier zur Energiewende fordert der BUND Thüringen einen beschleunigten Atom- und Kohleausstieg und eine naturverträgliche, dezentrale und demokratische Energieversorgung für Thüringen.

„Wenn die nächste Landesregierung den Naturschutz so schleifen lässt, wie die jetzige, ist hier bald nicht mehr das grüne Herz Deutschlands. Weniger als ein Drittel aller Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten in Thüringen befinden sich in einem guten Zustand“, warnt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.

„Wir brauchen in der nächsten Landesregierung ein Umweltministerium mit eigener Naturschutzabteilung. Dieses muss Ausweitung, Vernetzung und Management der Schutzgebiete vorantreiben und landesweit Biologische Stationen aufbauen“ forderte Hoffmann. Der Thüringer BUND-Vorsitzende kritisierte, dass die jetzige Landesregierung für intensive Land- und Forstwirtschaft, den maßlosen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und rasanten Flächenverbrauch verantwortlich sei. Thüringern habe als einziges Bundesland noch für keines seiner 256 FFH- und Vogelschutzgebiete einen Managementplan vorgelegt.

Statt den Flächenverbrauch zu stoppen, solle auf Druck der Agrarlobby die Verpflichtung für die Kompensation von Eingriffen so aufgeweicht werden, dass in Zukunft für die Zerstörung von Natur und Landschaft kein gleichwertiger Ersatz mehr erfolgen muss. „All dies steht im Gegensatz zur Verpflichtung, bis 2020 den Artenschutz zu verbessern.“ sagte der Thüringer BUND-Vorsitzende bei der Vorstellung des Leitantrags zur Landtagswahl.

Im Positionspapier zur Energiewende fordert der BUND Thüringen den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen statt ihn auszubremsen. Auch der Leiter der Thüringer Energie- und Greentech-Agentur (ThEGA), Prof. Dr. Dieter Sell, machte in seinem Eröffnungsvortrag deutlich, dass Thüringen beim Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent handeln muss.

„Das darf nicht zum Alibi für die Verdrahtung der Horizonte mit neuen Stromleitungen oder für die Vermaisung der Landschaft zur Erzeugung von Biomasse werden“, warnte Hoffmann. „Deshalb muss die Energiewende vorrangig auf Energieeinsparung zielen. Eine Halbierung unseres Energieverbrauchs bis spätestens zum Jahr 2050 ist nötig und möglich. Dies würde den notwendigen Netzausbau auf die Hälfte reduzieren. Damit würde beim Ausbau der erneuerbaren Energien die ökologischen Belange ebenso wie die Belange der betroffenen Menschen berücksichtigt.“
Autor: red

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