nnz-online

Abgespeckte Variante

Donnerstag, 03. April 2014, 17:58 Uhr
Das Nordhäuser Theater soll noch in diesem Jahrzehnt einer intensiven Sanierung unterzogen werden. Mehr als 15 Millionen Euro müsste die Stadt Nordhausen laut einer Studie dafür bereitstellen. Die nnz mit einem Zwischenstand...

Grafik (Foto: Theater Nordhausen) Grafik (Foto: Theater Nordhausen)

Termin im Zimmer von Lars Tietje, dem Intendanten des Nordhäuser Theaters. Er ist dick und sieht schick aus - er ist ein Unikat. Die Rede ist von einem dicken Aktenordner, in dem das Gutachten hinterlegt ist. 18 Millionen Euro steht da als gewaltige Zahl unter einem Strich.

Allen ist klar, auch Tietje, das ist allein nicht zu schultern, selbst bei der Zusage von Fördermitteln seitens des Landes. Also wird über eine kleine Variante nachgedacht, die sozusagen in drei Schritten realisiert werden kann. Und da kommt die Kreissparkasse Nordhausen ins Spiel. Die hat einen Parkplatz zwischen ehemaligem City-Hotel und Theater gepachtet. Jeder, der in der Wolfstraße entlang geht sieht, dass es sich hier nur um einen temporären Zustand handeln kann. Das Geldinstitut überlegt, neben dem Hof (rot umrandete Fläche) 100 Parkmöglichkeiten für die eigene Mitarbeiterschaft zu etablieren. Daher könnte auf das langjährige Provisorium verzichtet werden.

Vorteil für das Theater: Es ist Platz für einen notwendigen Anbau (rot umrandet, am Theater), der neben einigen Büros vor allem das Lager des Theaters beherbergen soll. Bislang müssen alle Dekorationen von den technischen Mitarbeitern mühevoll von einem Platz an den anderen geschleppt werden. Überall im Haus sind die Ecken belegt, der Laie würde von Chaos sprechen, die Fachleute kennen sich nahezu blind aus. Auch soll eine Rampe das bequeme und vor allem zeitgemäße Be- und Entladen ermöglichen.

In dieser Lösung sieht Lars Tietje eine, vor allem finanziell lösbare Variante, die Sanierung des Theaters anzugehen. Was dieser Schritt kosten soll, das muss noch errechnet werden.

Der Intendant weiß aber auch, dass die in dem Gutachten favorisierte "große Variante" in einem Zuge nicht machbar ist. Vor allem der avisierte Umbau der beiden Treppen zum ersten Rang würde bedeuten, das Haus für 18 Monate zu schließen. Hier bedarf es also noch einer Nacharbeit, mit deren Ergebnis dann in die politischen Gremien gegangen werden kann.

Das Land Thüringen, so Tietje, habe eine Förderung in Aussicht gestellt, schließlich liegt die letzte größere Sanierung des Nordhäuser Musentempels bereits 30 Jahre zurück.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de