Radweg kann finanziert werden
Dienstag, 01. April 2014, 06:00 Uhr
In Herreden atmet man auf. Endlich kann sich der Ortsteil einen Radweg nach Nordhausen leisten. Möglich wurde dies allerdings durch einen historisch einmaligen Fund. Die nnz war gestern für Sie in Herreden dabei...
Der künftige Dorfplatz von Herreden, hier war der Schatz versteckt
Es war der frühe Nachmittag des 31. März 2014, da entdeckte Michael Samel auf der Großbaustelle am Herreder Bach ein seltsames Metallteil, das da aus der Erde ragte. Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich der Fund als eine Kiste, mit der Samel erst nichts anzufangen wusste. Nur soviel - die handliche Kiste muss einige Jahre auf ihrem eisernen Buckel gehabt haben und: "sie war sauschwer".
Der Schatz wird gehoben
Michael Samel holte sich Rat bei Otto Ballhause, einen ehemaligen Schulleiter aus Nordhausen.
Der erkannte sofort, dass es sich um eine Munitionskiste handelte, exakt um eine Patronenkiste des deutschen MG 42 der Wehrmacht. Doch waren die Kiste oder deren Inhalt auch gefährlich? Nein, entschied Ballhause, dafür war sie zu schwer, rund zehn Kilogramm brachte das Ding auf die Waage.
Vorsichtig machten sich Samel und Ballhause an die Öffnung und konnte den Deckel nach oben bewegen. Der erste Eindruck war enttäuschend, zu sehen war ein verdrecktes Unterhemd, das zur Ausrüstung der Wehrmachtssoldaten gehörte. Darunter aber, darunter blinkte es goldfarben. In das Hemd eingewickelt waren zwei Goldbarren, der Deutschen Reichsbank.
Freude bei den Herredern - endlich kann ein Radweg gebaut werden
Und da kommt Inge Becker ins Spiel. Die ältere Dame erinnert sich an Erzählungen, dass kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges deutsche Soldaten durch Herreden zogen. Vermutlich haben sie das Gold versteckt aus Angst vor den heranrückenden US-Einheiten. Warum sie das Gold nicht wieder abgeholt haben, bleibt ungewiss. "Jetzt gehört der Schatz uns Herredern", sagte Michael Samel, der sofort die nnz anrief. Zuvor hatte er sich noch über den aktuellen Goldpreis kundig gemacht. Der tendiert gegenwärtig um die 30.000 Euro pro Kilogramm. Das mal 10 sind schlappe 300.000 Euro. Die müssten für einen Radweg von Herreden nach Nordhausen reichen, sagen sich die Einwohner des Nordhäuser Ortsteils und sind happy, das dieses Vorhaben, was ihnen seit mehr als zehn Jahren versprochen wird, jetzt endlich in Erfüllung gehen kann.
Michael Samel, Otto Ballhause und all die anderen Herreder, die an der Bergung des Schatzes beteiligt waren, bitten nun die Einwohner des Ortsteils auf ihren Grundstücken genauer zu schauen. Vielleicht waren das ja nicht die einzigen Goldbarren, die im zweiten Weltkrieg in Herreden versteckt wurden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redDer künftige Dorfplatz von Herreden, hier war der Schatz versteckt
Es war der frühe Nachmittag des 31. März 2014, da entdeckte Michael Samel auf der Großbaustelle am Herreder Bach ein seltsames Metallteil, das da aus der Erde ragte. Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich der Fund als eine Kiste, mit der Samel erst nichts anzufangen wusste. Nur soviel - die handliche Kiste muss einige Jahre auf ihrem eisernen Buckel gehabt haben und: "sie war sauschwer".
Der Schatz wird gehoben
Michael Samel holte sich Rat bei Otto Ballhause, einen ehemaligen Schulleiter aus Nordhausen.
Der erkannte sofort, dass es sich um eine Munitionskiste handelte, exakt um eine Patronenkiste des deutschen MG 42 der Wehrmacht. Doch waren die Kiste oder deren Inhalt auch gefährlich? Nein, entschied Ballhause, dafür war sie zu schwer, rund zehn Kilogramm brachte das Ding auf die Waage.
Vorsichtig machten sich Samel und Ballhause an die Öffnung und konnte den Deckel nach oben bewegen. Der erste Eindruck war enttäuschend, zu sehen war ein verdrecktes Unterhemd, das zur Ausrüstung der Wehrmachtssoldaten gehörte. Darunter aber, darunter blinkte es goldfarben. In das Hemd eingewickelt waren zwei Goldbarren, der Deutschen Reichsbank.
Freude bei den Herredern - endlich kann ein Radweg gebaut werden
Und da kommt Inge Becker ins Spiel. Die ältere Dame erinnert sich an Erzählungen, dass kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges deutsche Soldaten durch Herreden zogen. Vermutlich haben sie das Gold versteckt aus Angst vor den heranrückenden US-Einheiten. Warum sie das Gold nicht wieder abgeholt haben, bleibt ungewiss. "Jetzt gehört der Schatz uns Herredern", sagte Michael Samel, der sofort die nnz anrief. Zuvor hatte er sich noch über den aktuellen Goldpreis kundig gemacht. Der tendiert gegenwärtig um die 30.000 Euro pro Kilogramm. Das mal 10 sind schlappe 300.000 Euro. Die müssten für einen Radweg von Herreden nach Nordhausen reichen, sagen sich die Einwohner des Nordhäuser Ortsteils und sind happy, das dieses Vorhaben, was ihnen seit mehr als zehn Jahren versprochen wird, jetzt endlich in Erfüllung gehen kann.
Michael Samel, Otto Ballhause und all die anderen Herreder, die an der Bergung des Schatzes beteiligt waren, bitten nun die Einwohner des Ortsteils auf ihren Grundstücken genauer zu schauen. Vielleicht waren das ja nicht die einzigen Goldbarren, die im zweiten Weltkrieg in Herreden versteckt wurden.
Peter-Stefan Greiner






