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Lichtblicke: Verwandlung

Freitag, 14. März 2014, 06:42 Uhr
Im christlichen Sinne ist Verwandlung kein Hokuspokus; nichts Übersinnliches oder Unnatürliches. Es ist gleichwie bei einer Raupe, die immer mehr frisst, immer mehr zu sich nimmt, größer und dicker wird. Sie stopft in sich hinein – das ist ihre Aufgabe...


Dafür ist die Raupe da. Schließlich bettet sie sich in ein Kokon, gerät in Starre, wie tot. Am Ende schlüpft aus dieser Starre ein wunderschöner Schmetterling, zierlich und graziös, frei in seinen Bewegungen.

Was stopfen wir Menschen in unserem Leben alles in uns hinein. Erfolg und Misserfolg, Frust und Lust, Begeisterung und Ernüchterung. Und manchmal ist man wie satt und einen einzigen Tropfen bräuchte das Fass noch zum Überlaufen. Einige geraten geradezu in ihr eigenes starres System hinein und kommen da einfach nicht mehr heraus. Sei es in der Familie, im Beruf, im Freundeskreis oder im Leben überhaupt.

Es gibt die Chance einer Verwandlung. Kein Fitnessstudio oder Yoga, kein Alkohol oder der Kontakt zu Menschen, die nicht gut tun. Es gibt die Chance Ostern in seinem Inhalt wahrzunehmen und sich davon ergreifen zu lassen.

Da ist ein Gott, der uns Menschen so nahe kommt, dass er alle Abgründe und Tiefgründe von uns kennt…und der geht mit bei allem, was ich Mensch durchmache.

So zeigte sich Jesus zwei Männern, die nach Jesu Grablegung zurück nach Emmaus gingen. Er war einfach da – sie merkten dass ihnen diese Nähe guttut, doch sie wussten nicht, was es ist. Erst am Ende ihrer gemeinsamen Begegnung nahmen sie wahr: du bist der, der einen Menschen verwandeln kann. Verwandeln aus der eigenen Starrheit heraus hin zu einer freien Orientierung. Du bist der Gott, der nicht nur mich Mensch gut kennt, sondern der auch das Leben kennt und sogar den Tod mit Leben besiegt hat. Du, Gott, willst, dass ich mich lebendig fühle; dass ich lebe. Frei wie ein Schmetterling. Frei geworden dadurch, dass du den Tod besiegt hast. Und so gilt es nicht nur punktuell, sondern ganz und für mich: „Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“
Pfarrerin Esther M. Fauß
Autor: red

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