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Plädoyer für die Ländlichkeit

Montag, 10. März 2014, 19:24 Uhr
80 Prozent der Thüringer leben auf dem Land. Das Bekenntnis der Regierung zum ländlichen Raum heißt „Unser Dorf hat Zukunft“. Für diesen Wettbewerb hat Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht heute in Neustadt die Schirmherrschaft übernommen...


Es tut dem Freistaat gut, auf die ländliche Stimmung zu hören, hieß es heute auf der Auftaktveranstaltung zum Dorfwettbewerb 2014 – 2016 „Unser Dorf hat Zukunft“.

Den demografischen Wandel positiv zu gestalten, ist besonders im ländlichen Raum eine große Herausforderung und so wurde der traditionelle Titel „Unser Dorf soll schöner werden“ weiter entwickelt, erklärte Ministerpräsidentin Lieberknecht in ihrer Eröffnungsrede. Wohlfühlen ist wichtig aber die große Frage, wie das Zusammenleben organisiert werden soll, muss gestellt werden.

Ärmel hoch krempeln hat in Thüringen schon immer funktioniert, sagte Lieberknecht und meint damit das ehrenamtliche Engagement der Bewohner. Durch die Digitalisierung kann die Welt ins Dorf geholt werden, hier besteht jedoch noch Ausbaubedarf. Auch die Verkehrswege müssen weiter verbessert werden. Im Freistaat ist beispielsweise jede 3. Brücke sanierungsbedürftig. Ein klares Bekenntnis der Ministerpräsidentin zur Gipskarstlandschaft erfreute die anwesenden Kommunal- und Landespolitiker.

Jutta Kraut, die 1. Beigeordnete des Landkreises, die in Vertretung der Landrätin erschienen war, lobte das Ehrenamt. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat im Landkreis Nordhausen Tradition. Aufgrund mangelnder finanzieller Anreize ist jedoch das Interesse daran zurück gegangen. Dennoch wird das Landratsamt ihn weiter unterstützen, sagte Kraut und hofft, dass sich in dieser Wettbewerbsperiode wieder mehr Gemeinden daran beteiligen.

Neben der Vorsitzenden der Bewertungskommission, Heike Roos, kamen auch die Bürgermeister Dirk Erfurt aus Neustadt, Norbert Wirsching aus Rieth und Frank Ritter aus der Gemeinde Wechmar zu Wort. Sie berichteten, wie im Rahmen des Wettbewerbs Ideen entwickelt und umgesetzt wurden. So wurde in Neustadt beispielsweise das Heimatmuseum saniert und mit dem Förderverein des Freibades ein Kinderbecken gebaut. Der Wettbewerb ist kommunalpolitisch von Bedeutung und mobilisiert die Bewohner der Gemeinde, sagte Erfurt. Im Moment kämpft Neustadt gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden um einen Radweg, berichtete er.

Von dem Gedanken, dass wir immer alles und überall haben können, sollten wir uns aufgrund des demografischen Wandels verabschieden, eröffnete Jürgen Reinholz, Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, seine Rede. Kernaufgabe sieht er in der Dorfinnentwicklung, die Verödung der Ortskerne muss verhindert werden, denn sie sind das Herz der Gemeinde, so Reinholz. Der Wettbewerb trägt dazu bei, aktiv zu werden, denn die Zukunft der Dörfer kann nur mit dem Engagement der Bewohner gemeistert werden. Dadurch wird gemeinschaftliches Denken und Handeln gefördert.

Neben den Vorträgen präsentierten Dr. Andrè Haas und Bernd Meyer das geplante Kur- und Therapiezentrum. An Info-Ständen konnten sich die Gäste über die Arbeit des Christlichen Hospizes „Haus der Geborgenheit“ und der Neustädter Vereine informieren.
Sandra Witzel
Autor: red

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