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Traum ging in Erfüllung

Mittwoch, 05. März 2014, 19:38 Uhr
„Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin“ - als wir zu Siebt am Mittwochmorgen um 7 Uhr noch verschlafen in den Bus nach Friedrichroda stiegen, hatten wir nur die Tischtennisschläger und unseren Traum im Gepäck – das Ticket zum Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin zu erspielen...

Sie fahren nach Berlin (Foto: privat) Sie fahren nach Berlin (Foto: privat)

Wenige Wochen zuvor hatten wir (Lennart Czosnyka, Justin Haustein, Felix Köhn, Elias Naumann, Dylan Erhardt, Ludwig Meyer und Lars Englert) uns als Schulmannschaft des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Bleicherode für den Landesausscheid in der Wettkampfklasse III an den Tischtennisplatten qualifiziert.

Was dann zwischen 7 Uhr und unserer triumphalen Ankunft in Bleicherode um 18 Uhr geschah, glich einem Krimi. Bereits während der Hinfahrt stieg die Anspannung. Wir wussten, dass wir nun auf die vier besten Mannschaften Thüringens treffen würden. Mit uns füllten rund 100 Spieler u.a. aus Nordhausen, Erfurt, Altenburg, Schleusingen, Großbreitenbach und Kölleda die Halle. Alles war perfekt organisiert, die Stimmung war großartig.

Im ersten Spiel gewannen wir klar 5:0 gegen Kölleda. Das machte Mut. Weiter ging es mit einem knappen 5:3 gegen die Schleusinger Mannschaft. Nicht überragend, aber gewonnen. Deutlicher war dann wieder der Sieg 5:0 gegen Großbreitenbach. Den Abschluss bildete das Match gegen Altenburg. Es war ein wahnsinnig spannendes Spiel. Mit zittrigen Händen gewannen wir gegen die zunächst fälschlich schwächer eingeschätzte Altenburger Mannschaft.

Wir hatten vorher das Ergebnis des Spiels Altenburg gegen Schleusingen missverstanden. Auf unserer Liste waren die Altenburger die klaren Verlierer. Gegen dieses Team konnten wir also eigentlich nur gewinnen. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Doch beim Einspielen verkehrte sich schlagartig alles ins Gegenteil. Unsere Gegner hatten zuvor gegen Schleusingen gewonnen…und das mehr als deutlich!

Die Stimmung rutschte spontan in den Keller, tschüss Berlin. Unser Sportlehrer Marcus Kellner, der uns auf der Tour begleitete und perfekt coachte, zitterte nun mindestens so wie wir. Auf der Heimfahrt im Bus sagte er noch: „Wenn meine Kinder mich irgendwann mal mit Vierzig fragen, warum ich so alt aussehe, dann kann die Antwort nur lauten: "Da ist dieses Turnier schuld."

Das war aber auch ein Spiel. Nach scheinbar endlosen Matches kam der erlösende Moment erst, als Justin Haustein den letzten Punkt für uns erspielte. Wir gewannen mit 5:3. Jetzt war alles klar, es geht nach Berlin. Wir hatten unser Ticket gebucht. Alle lagen sich in den Armen und waren einfach nur noch glücklich. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“

Wieder in Bleicherode angekommen, stürmten wir gemeinsam in das Zimmer Herrn Luthers, unseres Oberstufenleiters, und überreichten ihm stolz unseren Pokal. Ein bisschen schwer fiel es uns schon, das gute Stück weg zu geben, zu gern hätten wir ihn behalten. Doch es geht ja noch weiter. Am nächsten Morgen wurden wir von Schülern und Lehrern beglückwünscht. Wir schüttelten gefühlte 100.000 Hände. Jetzt haben wir zwei Monate Zeit uns zu freuen, denn im Mai fahren wir nach.....richtig, Berlin!
Lars Englert
Autor: red

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