Heimatgeschichte: Der Sargberg
Mittwoch, 05. März 2014, 07:34 Uhr
In diesem interessanten Beitrag erzählt Horst Rasemann ihnen, liebe Leser, die Historie eines Teilberges der Hainleite, des sogenannten Sargberges über Kleinfurra. Begleiten sie ihn zu der erst 1986 hier oben auf dem Bergkamm entdeckten Wallanlage sowie deren Besonderheit und weshalb dieser markante, sagenumwobene Berg den Namen Sargberg bekommen hat...
Zu einer der herrlichsten Landschaften zählt die Hainleite. Sie bildet zusammen mit dem Dün und der Finne die nördlichste Begrenzung des Thüringer Beckens. Der ganze Höhenzug der Hainleite, der sich von der Eichsfelder Pforte oberhalb von Ober- und Niedergebra im Westen bis zur Unstrut bei Sachsenburg im Osten rund 40 km erstreckt, ist aus Muschelkalk aufgebaut. Es handelt sich um Ablagerungen aus dem Triasmeer mit einem Alter von rund 200 Millionen Jahren.
Die ursprünglich waagerecht abgelagerten Schichten wurden durch Gebirgsverschiebungen in eine Schräglage gebracht, so dass der gesamte Schichtkomplex eine Neigung nach Südwesten erhalten hat. Im Muschelkalk finden wir stellenweise einen großen Fossilienreichtum. Es handelt sich vorwiegend um Tierreste aus dem Muschelkalkmeer. Nach Süden fällt die Hainleite sanft ins Thüringer Becken ab. Sie ist herrlich bewaldet, hat reizvolle Täler, stellenweise eine seltene Flora, ist sagenumwoben und die Fernsicht von ihren Höhen, besonders am Steilabfall, ist wunderbar.
Ihr nördlicher Steilhang begleitet den Lauf der Wipper fast bis zur Unstrut. Man kann noch heute stundenlang wandern, ohne einen Menschen zu begegnen. Ein markantes Teilstück der Hainleite bildet auch der Sargberg,(siehe Foto) der seinen Namen auf Grund seines sargähnlichen Aussehens erhalten hat und unweit von Kleinfurra liegt. Der höchste Punkt dieses mit Mischwald bewaldeten Berges, ist die Feuerkuppe, die 409 m über NN liegt (siehe Foto). In deren Tal die alte Passstrasse von Nordhausen nach Erfurt sich in leichten Mäandern bergauf windet. Hier befinden sich die Touristenattraktionen Affenwald und Sommerrodelbahn. Unterhalb der Feuerkuppe, liegt ein auflässiger Kalksteinbruch, wo bis 1952 Muschelkalk abgesprengt und der Kaliindustrie zur Düngemittelherstellung zugeführt wurde(siehe Foto).
Auf keinem Fall sollte der Besucher dieses landschaftlichen Kleinodes versäumen, die alte Straußberger Burganlage aus dem 12. Jahrhundert zu besichtigen. Leider ist sie durch Witterungseinflüsse, Vandalismus und Gleichgültigkeit ehemaliger staatlicher Instanzen im Laufe der Zeit zur Ruine geworden. Eine Interessengemeinschaft bemüht sich sehr rege um die Erhaltung der alten ehrwürdigen Gemäuer. Bei klarer Sicht sollte man ruhig einen Rundblick von der Feuerkuppe riskieren.
Das Auge ist wie geblendet von der wunderbaren Aussicht und kann kaum die Fülle fassen, die sich ihm im weiten Halbkreis bietet. Majestätisch erheben sich in der Ferne die Berghäupter des Ober- und Unterharzes, tief unten die Dörfer des Wippertales inmitten einer fruchtbaren Buntsandsteinlandschaft, und rechts wird unser Blick durch ehrwürdige Buchenstämme auf das zauberhafte flachwellige Sand – Hügelland der Windleite begrenzt. Unaufgeklärt ist der Ursprung des Namens Feuerkuppe.
Möglich, ja wahrscheinlich ist, dass Anno Tobak auf diesem hohen die Weite beherrschenden Punkt zur Nachtzeit in Zeiten der Not Feuer angezündet wurden als Warnzeichen oder um die Bewohner der näheren und ferneren Umgebung zur Hilfeleistung und Unterstützung herbeizurufen. Vielleicht reicht der Name in jene Zeit zurück, wo hier altsächsische Grenzstämme beim lohenden Feuer die beglückende Erscheinung der Göttin Ostara begrüßten, wie die heidnische Sitte des Abbrennens der Osterfeuer früher gern gedeutet wurde.
Auf dem östlichen Ausläufer des Bergrückens des Sargberges liegt eine erst 1986 vom Kreisbodendenkmalspfleger Peter Steinhardt bei einer Flurbegehung entdeckte Wallburg. Die vom Museum in Weimar unter Schutz gestellt wurde. Denn Bodendenkmale sind wichtige Zeugen der Vergangenheit. Der natürliche Zugang der Burganlage befindet sich auf der Westseite des Bergsporns. Die fast ebene Burgfläche sowie der Kamm des Sargberges bestehen aus Schichten des Unteren Muschelkalkes.
Grafik (Foto: Horst Rasemann)
Die Wallanlage (siehe Skizze) ist 200 m lang und 20 bis 50 m breit. In Richtung Feuerkuppe, also im Westen, ist sie durch einen doppelten Wall und Graben geschützt. Der Zugang zur Burg bildet eine noch sichtbare Erdbrücke. Eine Seltenheit ist auch, dass die Anlage nach Osten hin am Steilhang zusätzlich zum Schutz der Burg zwei Gräben besitzt. In den Wurzeltellern von einigen Bäumen, die durch Windbruch im Areal der Anlage entwurzelt sind, fanden die Denkmalspfleger viele Scherben und Knochen. Somit ist auch zum ersten Mal der Nachweis erbracht worden, dass in Wallanlagen die damaligen ansässigen schutzsuchenden Stämme aus der heutigen Gegend von Kleinfurra bei kürzeren oder längeren Aufenthalten zur Eigenversorgung Haustiere mitgenommen haben und sie hier oben schlachteten.
Diese Wallanlage ist auf Grund des Alters der gefundenen Scherben in die frühe Eisenzeit, der sogenannten Hallstattperiode (nennt man die Zeit des Übergangs von der Bronzezeit zur Eisenzeit, 800 – 400 v.Chr.) einzuordnen. Die gefundenen Knochenreste stammen vom Schaf oder Ziege bzw. vom Rind. Weitere Wallburganlagen der Hainleite befinden sich in unserer Umgebung über Sondershausen auf den Frauenberg, die Wöbelsburg über Hainrode und auf den Vogelsberg bei Bleicherode, um nur einige zu nennen.
Der bekannte Bodendenkmalpfleger Paul Grimm ordnet diese Wallburgen in die Zeit der gewaltsamen Eingliederung unseres Territoriums in das spätere germanische Siedlungsgebiet ein, wobei unser Gebiet am Ende der Bronzezeit und zu Beginn der Eisenzeit, von Volksstämmen besiedelt gewesen ist, deren Namen wir nicht kennen, die aber mit Sicherheit als Zwischenvölker zwischen Germanen und Kelten zu bezeichnen sind, also veneto-illyrische Stämme.
Uralt ist im Bewusstsein der Menschen die Vorstellung vom einstigen Vorhandensein von Hünen und Riesen verankert. Sie waren für sie der bildliche Ausdruck für gewaltige Naturkräfte. Zu den schönsten Sagen unserer Heimat zählt auch die alte mündliche Überlieferung der Sage vom Sargberg Der tapfere Hünenkönig. Im Volksmund erzählt man sich die Mär, dass hier anno dazumal in der Zeit der Völkerwanderung ein Hünengeschlecht wohnte.
Ein durchziehender Volksstamm, dem die Annehmlichkeiten der Gegend, wie z.B. die seichte Wasserstelle des hier fliesenden Flusses (heutige Wipper bei Kleinfurra), sanft ansteigendes Land zum Wald und den Wildreichtum der Gegend, gefiel, riefen alle ihre Mannen zum Kampf gegen die großen und riesenstarken Männer auf, die aber zahlenmäßig unterlegen waren und griffen die Hünen an. Diese wehrten sich mit allen Kräften.
Besonders ihr König, ein in Rüstung steckender stattlicher Held von immenser Größe und wallender Löwenmähne, schlug sich in vorderster Reihe am tapfersten. Er warf den schweren Wurfspieß mit voller Wucht unter die Feinde, schoss mit sicheren Pfeil ihre Anführer nieder, sprang mit leichten behänden Schritt in die Haufen der Feinde und schwang mit furchtbaren Hieben die grausam todbringende Streitaxt. Die Reihen seiner Gegner lichteten sich um ihn und überall wälzten sich seine Feinde sterbend in ihrem Blut.
Zwar wehrten sich die Tapfersten der Angreifer unter ihnen noch lange gegen den Anführer und versetzten den wackeren Streiter noch mache blutige Wunde, aber schließlich mussten sie den Hünen doch weichen und flohen in eine andere weniger wirtliche Gegend. Groß war die Freude der Hünen über ihren Sieg. Mit Freudengeschrei und in Ruhmesliedern besangen sie die Tapferkeit ihres Königs und scharrten sich um ihn. Doch weh! Der Sieger stützte sich stumm auf seine Streitaxt, seine Lippen wurden bleich und seine Augen matt.
Als man ihm Helm und Harnisch lüftete, stürzte das Blut in Strömen hervor und mit ihm schwand langsam sein Leben dahin. Das Augenlicht brach sich und in der Agonie riss er noch einmal triumphierend mit beiden Händen seinen Schild hoch empor, aber die Kraft verließ ihn, der Schild entsank ihm rückwärts und er selbst stürzte über den Schilde zusammen und war tot. Schmerzergriffen und teilnahmsvoll umstanden die Mannen ihren toten König und in tiefer Erschütterung und mit überwältigender Wehmut wendete sich einer der Ältesten des Hünenvolkes mit feierlicher Erhebung in der Stimme an die Männer und Frauen seines Stammes und sprach: Höret auf zu klagen, der Tod ist unser aller Los. Lasset uns nicht mehr weinen, sondern daran denken, den Toten zu ehren! Wir wollen ihm ein Grabmal errichten, hier an der Stelle unseres Sieges, das soll seinen Ruhm bis in die fernsten Zeiten verkünden.
Und so geschah es. Sie betteten ihren toten König hin, gaben ihm all seine Waffen in die Hand, legten reichen Schmuck dazu und deckten ihn mit seinem großen Schild zu. Dann trugen sie Felsengestein und Erde herbei bis ein riesengroßer Berg sich über seinen Leichnam erhob, der noch heute der Sargberg heißt.
Horst Rasemann
Autor: redZu einer der herrlichsten Landschaften zählt die Hainleite. Sie bildet zusammen mit dem Dün und der Finne die nördlichste Begrenzung des Thüringer Beckens. Der ganze Höhenzug der Hainleite, der sich von der Eichsfelder Pforte oberhalb von Ober- und Niedergebra im Westen bis zur Unstrut bei Sachsenburg im Osten rund 40 km erstreckt, ist aus Muschelkalk aufgebaut. Es handelt sich um Ablagerungen aus dem Triasmeer mit einem Alter von rund 200 Millionen Jahren.
Die ursprünglich waagerecht abgelagerten Schichten wurden durch Gebirgsverschiebungen in eine Schräglage gebracht, so dass der gesamte Schichtkomplex eine Neigung nach Südwesten erhalten hat. Im Muschelkalk finden wir stellenweise einen großen Fossilienreichtum. Es handelt sich vorwiegend um Tierreste aus dem Muschelkalkmeer. Nach Süden fällt die Hainleite sanft ins Thüringer Becken ab. Sie ist herrlich bewaldet, hat reizvolle Täler, stellenweise eine seltene Flora, ist sagenumwoben und die Fernsicht von ihren Höhen, besonders am Steilabfall, ist wunderbar.
Ihr nördlicher Steilhang begleitet den Lauf der Wipper fast bis zur Unstrut. Man kann noch heute stundenlang wandern, ohne einen Menschen zu begegnen. Ein markantes Teilstück der Hainleite bildet auch der Sargberg,(siehe Foto) der seinen Namen auf Grund seines sargähnlichen Aussehens erhalten hat und unweit von Kleinfurra liegt. Der höchste Punkt dieses mit Mischwald bewaldeten Berges, ist die Feuerkuppe, die 409 m über NN liegt (siehe Foto). In deren Tal die alte Passstrasse von Nordhausen nach Erfurt sich in leichten Mäandern bergauf windet. Hier befinden sich die Touristenattraktionen Affenwald und Sommerrodelbahn. Unterhalb der Feuerkuppe, liegt ein auflässiger Kalksteinbruch, wo bis 1952 Muschelkalk abgesprengt und der Kaliindustrie zur Düngemittelherstellung zugeführt wurde(siehe Foto).
Auf keinem Fall sollte der Besucher dieses landschaftlichen Kleinodes versäumen, die alte Straußberger Burganlage aus dem 12. Jahrhundert zu besichtigen. Leider ist sie durch Witterungseinflüsse, Vandalismus und Gleichgültigkeit ehemaliger staatlicher Instanzen im Laufe der Zeit zur Ruine geworden. Eine Interessengemeinschaft bemüht sich sehr rege um die Erhaltung der alten ehrwürdigen Gemäuer. Bei klarer Sicht sollte man ruhig einen Rundblick von der Feuerkuppe riskieren.
Das Auge ist wie geblendet von der wunderbaren Aussicht und kann kaum die Fülle fassen, die sich ihm im weiten Halbkreis bietet. Majestätisch erheben sich in der Ferne die Berghäupter des Ober- und Unterharzes, tief unten die Dörfer des Wippertales inmitten einer fruchtbaren Buntsandsteinlandschaft, und rechts wird unser Blick durch ehrwürdige Buchenstämme auf das zauberhafte flachwellige Sand – Hügelland der Windleite begrenzt. Unaufgeklärt ist der Ursprung des Namens Feuerkuppe.
Möglich, ja wahrscheinlich ist, dass Anno Tobak auf diesem hohen die Weite beherrschenden Punkt zur Nachtzeit in Zeiten der Not Feuer angezündet wurden als Warnzeichen oder um die Bewohner der näheren und ferneren Umgebung zur Hilfeleistung und Unterstützung herbeizurufen. Vielleicht reicht der Name in jene Zeit zurück, wo hier altsächsische Grenzstämme beim lohenden Feuer die beglückende Erscheinung der Göttin Ostara begrüßten, wie die heidnische Sitte des Abbrennens der Osterfeuer früher gern gedeutet wurde.
Auf dem östlichen Ausläufer des Bergrückens des Sargberges liegt eine erst 1986 vom Kreisbodendenkmalspfleger Peter Steinhardt bei einer Flurbegehung entdeckte Wallburg. Die vom Museum in Weimar unter Schutz gestellt wurde. Denn Bodendenkmale sind wichtige Zeugen der Vergangenheit. Der natürliche Zugang der Burganlage befindet sich auf der Westseite des Bergsporns. Die fast ebene Burgfläche sowie der Kamm des Sargberges bestehen aus Schichten des Unteren Muschelkalkes.
Grafik (Foto: Horst Rasemann)
Die Wallanlage (siehe Skizze) ist 200 m lang und 20 bis 50 m breit. In Richtung Feuerkuppe, also im Westen, ist sie durch einen doppelten Wall und Graben geschützt. Der Zugang zur Burg bildet eine noch sichtbare Erdbrücke. Eine Seltenheit ist auch, dass die Anlage nach Osten hin am Steilhang zusätzlich zum Schutz der Burg zwei Gräben besitzt. In den Wurzeltellern von einigen Bäumen, die durch Windbruch im Areal der Anlage entwurzelt sind, fanden die Denkmalspfleger viele Scherben und Knochen. Somit ist auch zum ersten Mal der Nachweis erbracht worden, dass in Wallanlagen die damaligen ansässigen schutzsuchenden Stämme aus der heutigen Gegend von Kleinfurra bei kürzeren oder längeren Aufenthalten zur Eigenversorgung Haustiere mitgenommen haben und sie hier oben schlachteten.
Diese Wallanlage ist auf Grund des Alters der gefundenen Scherben in die frühe Eisenzeit, der sogenannten Hallstattperiode (nennt man die Zeit des Übergangs von der Bronzezeit zur Eisenzeit, 800 – 400 v.Chr.) einzuordnen. Die gefundenen Knochenreste stammen vom Schaf oder Ziege bzw. vom Rind. Weitere Wallburganlagen der Hainleite befinden sich in unserer Umgebung über Sondershausen auf den Frauenberg, die Wöbelsburg über Hainrode und auf den Vogelsberg bei Bleicherode, um nur einige zu nennen.
Der bekannte Bodendenkmalpfleger Paul Grimm ordnet diese Wallburgen in die Zeit der gewaltsamen Eingliederung unseres Territoriums in das spätere germanische Siedlungsgebiet ein, wobei unser Gebiet am Ende der Bronzezeit und zu Beginn der Eisenzeit, von Volksstämmen besiedelt gewesen ist, deren Namen wir nicht kennen, die aber mit Sicherheit als Zwischenvölker zwischen Germanen und Kelten zu bezeichnen sind, also veneto-illyrische Stämme.
Uralt ist im Bewusstsein der Menschen die Vorstellung vom einstigen Vorhandensein von Hünen und Riesen verankert. Sie waren für sie der bildliche Ausdruck für gewaltige Naturkräfte. Zu den schönsten Sagen unserer Heimat zählt auch die alte mündliche Überlieferung der Sage vom Sargberg Der tapfere Hünenkönig. Im Volksmund erzählt man sich die Mär, dass hier anno dazumal in der Zeit der Völkerwanderung ein Hünengeschlecht wohnte.
Ein durchziehender Volksstamm, dem die Annehmlichkeiten der Gegend, wie z.B. die seichte Wasserstelle des hier fliesenden Flusses (heutige Wipper bei Kleinfurra), sanft ansteigendes Land zum Wald und den Wildreichtum der Gegend, gefiel, riefen alle ihre Mannen zum Kampf gegen die großen und riesenstarken Männer auf, die aber zahlenmäßig unterlegen waren und griffen die Hünen an. Diese wehrten sich mit allen Kräften.
Besonders ihr König, ein in Rüstung steckender stattlicher Held von immenser Größe und wallender Löwenmähne, schlug sich in vorderster Reihe am tapfersten. Er warf den schweren Wurfspieß mit voller Wucht unter die Feinde, schoss mit sicheren Pfeil ihre Anführer nieder, sprang mit leichten behänden Schritt in die Haufen der Feinde und schwang mit furchtbaren Hieben die grausam todbringende Streitaxt. Die Reihen seiner Gegner lichteten sich um ihn und überall wälzten sich seine Feinde sterbend in ihrem Blut.
Zwar wehrten sich die Tapfersten der Angreifer unter ihnen noch lange gegen den Anführer und versetzten den wackeren Streiter noch mache blutige Wunde, aber schließlich mussten sie den Hünen doch weichen und flohen in eine andere weniger wirtliche Gegend. Groß war die Freude der Hünen über ihren Sieg. Mit Freudengeschrei und in Ruhmesliedern besangen sie die Tapferkeit ihres Königs und scharrten sich um ihn. Doch weh! Der Sieger stützte sich stumm auf seine Streitaxt, seine Lippen wurden bleich und seine Augen matt.
Als man ihm Helm und Harnisch lüftete, stürzte das Blut in Strömen hervor und mit ihm schwand langsam sein Leben dahin. Das Augenlicht brach sich und in der Agonie riss er noch einmal triumphierend mit beiden Händen seinen Schild hoch empor, aber die Kraft verließ ihn, der Schild entsank ihm rückwärts und er selbst stürzte über den Schilde zusammen und war tot. Schmerzergriffen und teilnahmsvoll umstanden die Mannen ihren toten König und in tiefer Erschütterung und mit überwältigender Wehmut wendete sich einer der Ältesten des Hünenvolkes mit feierlicher Erhebung in der Stimme an die Männer und Frauen seines Stammes und sprach: Höret auf zu klagen, der Tod ist unser aller Los. Lasset uns nicht mehr weinen, sondern daran denken, den Toten zu ehren! Wir wollen ihm ein Grabmal errichten, hier an der Stelle unseres Sieges, das soll seinen Ruhm bis in die fernsten Zeiten verkünden.
Und so geschah es. Sie betteten ihren toten König hin, gaben ihm all seine Waffen in die Hand, legten reichen Schmuck dazu und deckten ihn mit seinem großen Schild zu. Dann trugen sie Felsengestein und Erde herbei bis ein riesengroßer Berg sich über seinen Leichnam erhob, der noch heute der Sargberg heißt.
Horst Rasemann



