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Julia Weise überzeugt in Kienbaum

Dienstag, 18. Februar 2014, 15:56 Uhr
Mit einmal stand die Gefühlswelt von Julia Weise Kopf. Die 13-Jährige wusste nicht wie ihr geschah als plötzlich ihr Name aufgerufen wurde. Die Thüringer-Landesauswahlspielerin überzeugte am vergangenen Wochenende bei der Sichtung des Deutschen Handballbundes und darf nun auf eine Einladung zum Kadertraining der Jugendnationalmannschaft hoffen...


„Das ist eine Riesensache“, freute sich das Nachwuchstalent vom Nordhäuser SV (NSV). Drei Tage wurden etwa 120 Auswahlspielerinnen, vorrangig Jahrgang 1999 mit Blick auf den 2000er, von zehn Landesverbänden im Bundesleistungszentrum Kienbaum geprüft.

Mit elf Spielerinnen reiste die Thüringer Auswahl um die beiden Stützpunkttrainer Nico Geyersbach und Thomas Zingler zur Sichtung. Darunter mit Anny-Katharina Samel, Ella Krieß, Clara Fiedler und Larissa Förster weitere NSV-Spielerinnen. Vor den prominenten Augen von Frauen-Bundestrainer Heine Jensen, Torwarttrainer Wieland Schmidt, Nachwuchs-Bundestrainer Frank Hamann und Leistungssportkoordinator Mike Nowak stellten sie unter anderem ihre motorischen Fähigkeiten, ihr handballerisches Können und ihren Teamgeist unter Beweis.
Die drei Tage hatten es in sich: Turnübungen, ein 20-Meter-Pendelsprint, Jump-and-Reach-Test, bei dem die Sprunghöhe ermittelt wurde, Geschwindigkeitsmessung beim Siebenmeterwurf, Grundspiele - Vier-gegen-Vier und Fünf-gegen-Fünf – und abschließend eine technischen Überprüfung, bei der die Spielerinnen auf ihren entsprechenden Positionen spezifisch trainiert wurden. Zudem gab es Ländervergleichsspiele. In den Partien wurden eine Halbzeit mit einer offensiven, die anderer Hälfte mit einer defensiven 6-0-Abwehr gespielt.

Zuerst gegen Niedersachsen. Auf Außen hatte Clara ein paar Anlaufschwierigkeiten, so dass Julia auf die für sie ungewohnte Position rückte und mit Lena Smolik, Spielerin beim Thüringer HC, im Rückraum eine Achse bildete. Diese „neue“ Aufgabe löste Julia sehr gut und überraschte zugleich. „Sie hat allen gezeigt, was sie kann“, sagte Geyersbach. Und sie überzeugte vor allem durch ihre „erfrischende Art“. Nach der knappen Niederlage gegen Niedersachsen folgte ein Sieg gegen Brandenburg.

Die Mannschaft verblüffte das Trainergespann immer wieder. So auch in der Partie gegen das hoch gehandelte Team aus Schleswig-Holstein. „In der Abwehr hat unsere Mannschaft so gut gearbeitet, dass sie den Gegner immer wieder gezwungen haben, aus der zweiten Reihe zu werfen“, sagte Geyersbach. Das Engagement wurde belohnt, Sieg in Hälfte eins. Die zweite Halbzeit wurde verloren. Die Freude über das gute Auftreten währte nur kurz, verletzungsbedingt schied Torhüterin Anny-Katharina aus.

Ausgeglichen verlief die Partie gegen Sachsen-Anhalt. Im Spiel um Platz fünf gegen Berlin wurde die erste Hälfte knapp mit einem Treffer verloren, die zweite mit drei Toren gewonnen. Das Penalty-Werfen entschied Thüringen mit 2:1 für sich. Geyersbach zog eine positive Bilanz: „Wir waren sehr angetan von den Leistungen der Mädchen. In den meisten Situationen haben sie versucht, das umzusetzen, was wir ihnen gesagt haben. Sie haben alles gegeben und jede hat gekämpft.“

Überrascht zeigten sich die Trainer bei der anschließenden Auswertung, als die meisten Sequenzen in der Abwehr und im Angriff mit Thüringer Beteiligung abliefen. Im positiven Sinne natürlich. „Wir standen da und wussten nicht, was wir sagen sollten“, sagte Geyersbach. Die Sprache verschlug es ihnen dann noch einmal, nämlich am Sonntagnachmittag bei der Verkündung der sieben Athleten, die in das „All-Star-Team“ berufen wurden.

Zwei Thüringerinnen - Julia und Lena überzeugten bei der Sichtung. „Das es zwei geschafft haben, daran war nicht zu denken und absolut top, sagte Geyersbach, der vor Freude ein paar Tränen verdrückte. Ebenso Julia, die nun vor einer großen Entscheidung steht – ein möglicher Wechsel auf´s Sportgymnasium. „Es ist noch nicht klar wie es weitergeht. Ich will meinen Heimatverein nicht im Stich lassen“, betonte sie und rang innerlich mit sich. Ihr Heimatverein ist der NSV, sie fühlt sich dort sehr wohl.
Sandra Arm
Autor: red

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