Ältester Korn im Tabakspeicher
Mittwoch, 05. Februar 2014, 10:23 Uhr
Zweimal Begeisterung im Nordhäuser Museum Tabakspeicher: Hans-Jürgen Grönke, Vorsitzender des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins (rechts), und Hans-Dieter Werther (links) übergaben jetzt - unabhängig voneinander - jeweils eine Flasche mit uraltem Nordhäuser Korn. Hierbei handelt es sich nachweislich um die ältesten noch existierenden Branntweine aus Nordhausen...
Die erste Flasche stammt aus einem früheren Haus in der Bäckerstraße. Museumsleiter Jürgen Rennebach: Beim Abriss eines Hauses in der Bäckerstraße hatten Bauarbeiter 1995 eine eingemauerte Seltersflasche der Firma H. Zimmermann gefunden.
Diese weiße Flasche mit Schnappverschluss war nach der Ersterwähnung dieser Firma im Jahre 1865 als Bauopfer bei der Grundsteinlegung des Hauses vor 1875 eingemauert worden. Schnell war herausgefunden, dass es sich dabei um echten Nordhäuser Trinkbranntwein handelte. Der gelagerte Korn ist also um die 140 Jahre alt!
Auch ein auf das Etikett gedrucktes, leider nicht mehr ganz vollständig lesbares Gedicht beweist, dass Nordhäuser Schnaps in dieser Flasche ruht:
Ich scheute stets in Dunkel mich zu hüllen, / mit goldner Klarheit tret ich an das Licht. / Ich will die Welt mit wahren Trost erfüllen, / das könnt ihr bittern Dunkelschnäpse nicht.
Am Rheine bin ich manches Jahr gewesen, / hab den Prozess der Traube abgelauscht,/ jetzt könnt Ihr es durch ganz Europa lesen,mein Nectar wird mit jenem nicht vertauscht./ Kein Winzer will mehr seine Reben pflegen, / Nordhausens Korn hat`s Handwerk ihm gelegt. / Die Menschheit nehme Teil an diesem Segen, / den wahre Menschenliebe angeregt.´
Diese Flasche hat jetzt Hans-Jürgen Grönke an den Tabakspeicher übergeben. Nur knapp 30 Jahre jünger ist ein in einer sogenannten Ringelflasche aufbewahrter Nordhäuser Korn aus dem Besitz des Nordhäusers Hans-Dieter Werther. Werther stammt aus einer alten Nordhäuser Brennerei-Familie.
Die von ihm übergebene Flasche kommt ursprünglich aus dem Besitz seines Großvaters Carl Werther und datiert aus dem Jahr 1904. Hans-Dieter Werther berichtet: `Am 6. August 2005 wurde die Flasche geöffnet, verkostet und mit einem neuen Korken versehen. Der Geschmack des `Uralten´ wurde von uns als etwas Besonderes empfunden und auch so beurteilt, der leicht weinige Duft und die kräftige Holznote entsprachen den Erwartungen.´
Beide Branntweinflaschen bereichern nun als Schenkungen die Darstellung der Geschichte der Nordhäuser Kornbrennerei innerhalb der aktuellen Sonderausstellung trink|KULTUR in der DDR. Danach werden sie in einer eigens dafür vorgesehenen Vitrine die umfangreiche Museumssammlung zum Nordhäuser Trinkbranntwein vervollkommnen.
Gefreut haben wir uns auch über den geschlossenen Beitritt aller Mitglieder des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins in den Förderverein Tabakspeicher. Viele interessante Veranstaltungen des Geschichtsvereines werden nun in den Räumen des Tabakspeichers stattfinden. Beide Vereine unterstützen und befördern vertrauensvoll die erfolgreiche Arbeit dieses Museums, so Rennebach.
Autor: redDie erste Flasche stammt aus einem früheren Haus in der Bäckerstraße. Museumsleiter Jürgen Rennebach: Beim Abriss eines Hauses in der Bäckerstraße hatten Bauarbeiter 1995 eine eingemauerte Seltersflasche der Firma H. Zimmermann gefunden.
Diese weiße Flasche mit Schnappverschluss war nach der Ersterwähnung dieser Firma im Jahre 1865 als Bauopfer bei der Grundsteinlegung des Hauses vor 1875 eingemauert worden. Schnell war herausgefunden, dass es sich dabei um echten Nordhäuser Trinkbranntwein handelte. Der gelagerte Korn ist also um die 140 Jahre alt!
Auch ein auf das Etikett gedrucktes, leider nicht mehr ganz vollständig lesbares Gedicht beweist, dass Nordhäuser Schnaps in dieser Flasche ruht:
Uralter Nordhäuser
Hat die Verzweiflung... schon ge… / wird Dich aus deinen Geistesketten / ein kleiner Schluck Uralter retten. / Hebt Euch hinweg, Calmüse und Consorten. / Ihr Aquavite räumt das Feld (und Rain). / Die Siegescrohn ist mir (an allen Orten), / mir den uralten reinen Kornbranntwein.Ich scheute stets in Dunkel mich zu hüllen, / mit goldner Klarheit tret ich an das Licht. / Ich will die Welt mit wahren Trost erfüllen, / das könnt ihr bittern Dunkelschnäpse nicht.
Am Rheine bin ich manches Jahr gewesen, / hab den Prozess der Traube abgelauscht,/ jetzt könnt Ihr es durch ganz Europa lesen,mein Nectar wird mit jenem nicht vertauscht./ Kein Winzer will mehr seine Reben pflegen, / Nordhausens Korn hat`s Handwerk ihm gelegt. / Die Menschheit nehme Teil an diesem Segen, / den wahre Menschenliebe angeregt.´
Diese Flasche hat jetzt Hans-Jürgen Grönke an den Tabakspeicher übergeben. Nur knapp 30 Jahre jünger ist ein in einer sogenannten Ringelflasche aufbewahrter Nordhäuser Korn aus dem Besitz des Nordhäusers Hans-Dieter Werther. Werther stammt aus einer alten Nordhäuser Brennerei-Familie.
Die von ihm übergebene Flasche kommt ursprünglich aus dem Besitz seines Großvaters Carl Werther und datiert aus dem Jahr 1904. Hans-Dieter Werther berichtet: `Am 6. August 2005 wurde die Flasche geöffnet, verkostet und mit einem neuen Korken versehen. Der Geschmack des `Uralten´ wurde von uns als etwas Besonderes empfunden und auch so beurteilt, der leicht weinige Duft und die kräftige Holznote entsprachen den Erwartungen.´
Beide Branntweinflaschen bereichern nun als Schenkungen die Darstellung der Geschichte der Nordhäuser Kornbrennerei innerhalb der aktuellen Sonderausstellung trink|KULTUR in der DDR. Danach werden sie in einer eigens dafür vorgesehenen Vitrine die umfangreiche Museumssammlung zum Nordhäuser Trinkbranntwein vervollkommnen.
Gefreut haben wir uns auch über den geschlossenen Beitritt aller Mitglieder des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins in den Förderverein Tabakspeicher. Viele interessante Veranstaltungen des Geschichtsvereines werden nun in den Räumen des Tabakspeichers stattfinden. Beide Vereine unterstützen und befördern vertrauensvoll die erfolgreiche Arbeit dieses Museums, so Rennebach.

