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Neuer Film mit Zeitzeugen

Dienstag, 21. Januar 2014, 16:20 Uhr
Im vergangenen Jahr wurden in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora 60.000 Besucher gezählt. Das sei eine stabile Entwicklung, wie Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner am Nachmittag sagte. Weitere Einzelheiten wie immer in Ihrer nnz...


Vor allem die ausländischen Besucher haben zur positiven Entwicklung der Zahlen beigetragen, großes Interesse gab es vor allem in den Niederlanden. Wagner wertete das auch als Resultat einer zunehmenden Ausstellungstätigkeit der Gedenkstätte.

Dieser kurze Blick auf das zurückliegende Jahr wurde dann abgelöst durch eine Schau auf das Jahr, das vor uns liegt. 2014 wird vor allem der 69. Jahrestag der Befreiung des KZ am 11. April im Fokus stehen. Dabei wird die Geschichte der jüdischen Häftlinge im KZ Mittelbau-Dora den Schwerpunkt bilden. Hintergrund ist der 70. Jahrestag der Deportation ungarischer Juden in den Harz im Sommer 1944. Zischen 1943 und 1945 wurden 6.000 jüdische Häftlinge nach Nordhausen deportiert. Übrigens: Heinz Galinski, der ehemalige langjährige Präsident des Zentalrates der Juden, gehörte dazu. Ein weiterer Schwerpunkt wird eine Ausstellung sein, die Fotos aus dem KZ Auschwitz zeigen, die nach der Befreiung des KZ Dora gefunden wurden.

In diesem Jahr soll zudem der neue Einführungsfilm der Gedenkstätte fertiggestellt und am 10. April im Nordhäuser Kino uraufgeführt werden. Vor allem die Außenlager, 40 an der Zahl, sollen hierbei beleuchtet werden. Dazu wurden auch Zeitzeugen aus der Südharzer Bevölkerung befragt, zum Beispiel aus Harzungen und Niedersachswerfen.

Weitergeführt wird in diesem Jahr die Fortführung der freiräumlichen Neukonzeption der Gedenkstätte. Deren Förderung lief im vergangenen Jahr aus, die Weiterführung soll nun aus eigenen Mitteln finanziert werden. Im Mittelpunkt stehen die Gestaltung des Aschegrabes hinter dem Krematorium und der Kennzeichnung weiterer Barackenfundamente. Bislang sind 4 von ehemals 56 Baracken sichtbar gemacht.

Abschließend berichtete Dr. Wagner von einem neuen pädagogischen Konzept, das zusammen mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen entwickelt wurde. Dabei stehen das flächendeckende System der KZ-Außenlager sowie die Verflechtungen zwischen einzelnen Lagern im Mittelpunkt. Das fünftägige Seminar ist derzeit für die Erwachsenenbildung konzipiert. Möglich sei aber auch eine Modifizierung hinsichtlich der Nutzbarkeit des Angebotes für Schüler.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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