Betrachtet: Rede ohne Selbstkritik
Samstag, 18. Januar 2014, 17:53 Uhr
Zum Neujahrsempfang der Stadt Nordhausen und der Fachhochschule hielt Oberbürgermeister Klaus Zeh eine Rede. War es eine gute Ansprache? Wie so oft sind die Leser-Meinungen unterschiedlich. Kurt Frank hat sich die Doku in der nnz mehrfach durchgelesen...
Es war eine Rede voller Optimismus, die auf eine beeindruckende Bilanz des Jahres 2013 verwies: 240 Bauanträge für Neuinvestitionen und Erweiterungen; Baukräne in einer Zahl, wie sie bisher die Stadt nicht kannte; wieder mehr Babys und ein Industriegebiet, das noch in diesem Herbst soweit erschlossen sein wird, um es Investoren anbieten zu können. Der Ausblick, den der OB gab, war so optimistisch wie das Vorjahr für ihn und seine Stadt erfolgreich schien.
Bei aller Euphorie und Wertschätzung des Geleisteten, so vermissten nicht nur viele nnz-Leser eines: Selbstkritische Worte. Dass sich das Stadtoberhaupt auf die Seite der Stadträte stellt, ist allzu logisch. Werden aber Bürger um Namensvorschläge für eine Bibliothek gebeten, die dann auch dem Ansinnen überaus zahlreich nachkommen und ihre Vorschläge einreichen, die dann bei der Namensgebung im Stadtrat allerdings außen vor bleiben, man trotz allem dennoch von einer demokratischen Entscheidung spricht, der macht sich, mit Verlaub, selbst was vor.
Da helfen auch keine Zahlenspiele – 31 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen – zu einem besseren Demokratieverständnis. Von welcher Seite man die Sache auch betrachten mag, es bleibt Fakt: Bürgermeinungen waren – auch die namhafter Persönlichkeiten - hier nicht gefragt. Da sollten doch weder Meinungsäußerungen über eine bürgerabgewandte Interessenvertretung, wie sie auch in dieser Zeitung zu finden waren, betroffen machen noch sollte man sich über Politikverdrossenheit wundern.
Bei aller persönlichen Wertschätzung für Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und der Arbeit des Stadtrates hätte ich mir einige selbstkritische Bemerkungen in der Rede gewünscht. Sie wäre in der Öffentlichkeit besser angekommen. Bei dem Hick Hack der letzten Zeit ist es doch auch kein Geheimnis mehr, dass in der Stadtverwaltung nicht alles wie Butter in der Sonne läuft.
Kurt Frank
Autor: redEs war eine Rede voller Optimismus, die auf eine beeindruckende Bilanz des Jahres 2013 verwies: 240 Bauanträge für Neuinvestitionen und Erweiterungen; Baukräne in einer Zahl, wie sie bisher die Stadt nicht kannte; wieder mehr Babys und ein Industriegebiet, das noch in diesem Herbst soweit erschlossen sein wird, um es Investoren anbieten zu können. Der Ausblick, den der OB gab, war so optimistisch wie das Vorjahr für ihn und seine Stadt erfolgreich schien.
Bei aller Euphorie und Wertschätzung des Geleisteten, so vermissten nicht nur viele nnz-Leser eines: Selbstkritische Worte. Dass sich das Stadtoberhaupt auf die Seite der Stadträte stellt, ist allzu logisch. Werden aber Bürger um Namensvorschläge für eine Bibliothek gebeten, die dann auch dem Ansinnen überaus zahlreich nachkommen und ihre Vorschläge einreichen, die dann bei der Namensgebung im Stadtrat allerdings außen vor bleiben, man trotz allem dennoch von einer demokratischen Entscheidung spricht, der macht sich, mit Verlaub, selbst was vor.
Da helfen auch keine Zahlenspiele – 31 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen – zu einem besseren Demokratieverständnis. Von welcher Seite man die Sache auch betrachten mag, es bleibt Fakt: Bürgermeinungen waren – auch die namhafter Persönlichkeiten - hier nicht gefragt. Da sollten doch weder Meinungsäußerungen über eine bürgerabgewandte Interessenvertretung, wie sie auch in dieser Zeitung zu finden waren, betroffen machen noch sollte man sich über Politikverdrossenheit wundern.
Bei aller persönlichen Wertschätzung für Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und der Arbeit des Stadtrates hätte ich mir einige selbstkritische Bemerkungen in der Rede gewünscht. Sie wäre in der Öffentlichkeit besser angekommen. Bei dem Hick Hack der letzten Zeit ist es doch auch kein Geheimnis mehr, dass in der Stadtverwaltung nicht alles wie Butter in der Sonne läuft.
Kurt Frank
