Vom Spätstarter zum Durchstarter
Dienstag, 07. Januar 2014, 17:39 Uhr
Irgendwann hielt es Michael Döring nicht mehr auf seinem Platz. Der Mannschaftsleiter der Bundesligaboxer des Nordhäuser SV sprang auf, eilte an den Boxring, klatschte dabei kräftig in seine Hände und brüllte immer wieder Leon, Leon...
Die Ballspielhalle, "gefüllt" mit 1000 Zuschauern, stimmte mit ein. Gänsehautatmosphäre. Die lautstarke Unterstützung galt Leon Bunn. Der Halbschwergewichtler im Trikot des NSV kam in seinem Kampf gegen den Hanauer Serge Michel immer besser in Fahrt.
In der ersten Runde hatte ich noch zu viel Respekt gehabt, sagt Bunn. Der 21-Jährige steigerte sich von Runde zu Runde. Ich bin so ein Spätstarter, ich muss mich langsam reinarbeiten und das Publikum hat mich ab der zweiten Runde wachgerissen. Die Zuschauer waren sich nach der vierten Runde einig: Das muss es gewesen sein. Das Urteil fiel eindeutig aus – Sieg für Bunn. Die Halle stand Kopf, denn mit seinem Erfolg verhalf er seinem Team zum Punktsieg gegen die hochgehandelten Hanauer.
Seit dem ersten Bundesligasieg für den NSV sind fast vier Wochen vergangenen. Die neue Aufgabe heißt am Sonnabend: SV Motor Babelsberg. Bunn ist ebenfalls mit dabei. Ich habe vor etwa einer Woche die Zusage bekommen. Sein Ziel formuliert er klar - einen Sieg. Ich will einen guten Kampf zeigen.
Leon Bunn (Foto: NSV/Karsten Thorhauer)
Den bot der gebürtige Frankfurter, der unter anderem für den CSC Frankfurt und den BC Straubing in der zweiten Liga aktiv war, bereits im vergangenen Jahr. Er trat erstmals für den NSV in den Ring und bestritt zwei Kämpfe – einen gegen Babelsberg. Ich habe beide Kämpfe gewonnen, sagt Bunn mit glänzenden Augen. Wäre da nicht die Vorbereitung auf die Abiturprüfung gewesen, dann wären es sicherlich mehr für den NSV geworden. Nun hat er das Abi in der Tasche und den Kopf frei für neue Herausforderungen.
Bunn liebt es im Ring zu stehen, sich mit anderen zu messen. Ich mag es für den einen Moment im Mittelpunkt zu stehen, um zu zeigen, was ich drauf habe. Seit er zehn Jahre alt ist, steht er im Ring. Sein Vater Ralph, zugleich sein Trainer, hat ihn in die Richtung gelenkt. Ich habe mich immer an meinem Vater orientiert, er hat Boxen und Kickboxen aktiv betrieben und war in der Szene sehr bekannt. Nun tritt also der Filius in seine großen Fußstapfen. Den ersten Kampf bestritt Bunn mit Zwölf. Danach flossen Tränen. Das war gegen einen Aschaffenburger in Hanau. Ich habe gut gekämpft und war danach richtig traurig, weil ich verloren habe. Es war ein umstrittenes Urteil, erinnert er sich an den emotionalen Moment zurück.
Für emotionale Momente mit positivem Ausgang trainiert er hart. Mindestens fünfmal die Woche stehen Laufeinheiten, Zirkeltraining sowie Sparing unter anderem in Heidelberg auf dem Plan. Die Waage wird zum ständigen Begleiter. Nichts wäre schlimmer, wenn das Gewicht am Wettkampftag zu viel anzeigen würde. Derzeit steht der Zeiger bei 83 Kilogramm, am Wettkampftag dürfen es in seiner Gewichtsklasse nicht mehr als 82 Kilogramm sein. Das ist alles im normalen Bereich, beruhigt Bunn. Sollte es doch mal mehr sein, dann wird noch mehr trainiert und das im Schwitzanzug. Zudem hat auch sein Vater immer ein Auge auf ihn.
Auch am Boxring, wenn sein Sohn kämpft. Es ist teilweise schon schwierig, wenn mein Vater mit dabei ist. Wir hatten auch schon kleinere Auseinandersetzungen, weil er doch sehr emotional am Ring werden kann. Das nur, weil er sich um seinen Sohn sorgt. Nach dem Kampf beruhigen sich die Gemüter aber schnell wieder. Das ist nur während des Kampfs. Danach ist alles wieder okay. Wir halten fest zusammen und verstehen uns super, sagt Bunn über seinen Vater.
Bunn bezeichnet sich selbst als eine Kombination zwischen Konter- und Angriffsboxer. Ich warte auf eine gewisse Aktion des Gegners und wenn ich die Lücke finde, dann bin ich zur Stelle und gehe nach vorn. Er will nun auch auswärts zeigen, dass er nach vorn gehen kann. Es reisen wieder viele Fans mit, so dass in der Halle gute Stimmung sein wird. So wie vor vier Wochen beim Heimspiel gegen Hanau. Michael Döring wird mit Sicherheit auch dort wieder alles geben und aus voller Kehle schreien: Leon, Leon.
Sandra Arm
Autor: redDie Ballspielhalle, "gefüllt" mit 1000 Zuschauern, stimmte mit ein. Gänsehautatmosphäre. Die lautstarke Unterstützung galt Leon Bunn. Der Halbschwergewichtler im Trikot des NSV kam in seinem Kampf gegen den Hanauer Serge Michel immer besser in Fahrt.
In der ersten Runde hatte ich noch zu viel Respekt gehabt, sagt Bunn. Der 21-Jährige steigerte sich von Runde zu Runde. Ich bin so ein Spätstarter, ich muss mich langsam reinarbeiten und das Publikum hat mich ab der zweiten Runde wachgerissen. Die Zuschauer waren sich nach der vierten Runde einig: Das muss es gewesen sein. Das Urteil fiel eindeutig aus – Sieg für Bunn. Die Halle stand Kopf, denn mit seinem Erfolg verhalf er seinem Team zum Punktsieg gegen die hochgehandelten Hanauer.
Seit dem ersten Bundesligasieg für den NSV sind fast vier Wochen vergangenen. Die neue Aufgabe heißt am Sonnabend: SV Motor Babelsberg. Bunn ist ebenfalls mit dabei. Ich habe vor etwa einer Woche die Zusage bekommen. Sein Ziel formuliert er klar - einen Sieg. Ich will einen guten Kampf zeigen.
Leon Bunn (Foto: NSV/Karsten Thorhauer)
Den bot der gebürtige Frankfurter, der unter anderem für den CSC Frankfurt und den BC Straubing in der zweiten Liga aktiv war, bereits im vergangenen Jahr. Er trat erstmals für den NSV in den Ring und bestritt zwei Kämpfe – einen gegen Babelsberg. Ich habe beide Kämpfe gewonnen, sagt Bunn mit glänzenden Augen. Wäre da nicht die Vorbereitung auf die Abiturprüfung gewesen, dann wären es sicherlich mehr für den NSV geworden. Nun hat er das Abi in der Tasche und den Kopf frei für neue Herausforderungen. Bunn liebt es im Ring zu stehen, sich mit anderen zu messen. Ich mag es für den einen Moment im Mittelpunkt zu stehen, um zu zeigen, was ich drauf habe. Seit er zehn Jahre alt ist, steht er im Ring. Sein Vater Ralph, zugleich sein Trainer, hat ihn in die Richtung gelenkt. Ich habe mich immer an meinem Vater orientiert, er hat Boxen und Kickboxen aktiv betrieben und war in der Szene sehr bekannt. Nun tritt also der Filius in seine großen Fußstapfen. Den ersten Kampf bestritt Bunn mit Zwölf. Danach flossen Tränen. Das war gegen einen Aschaffenburger in Hanau. Ich habe gut gekämpft und war danach richtig traurig, weil ich verloren habe. Es war ein umstrittenes Urteil, erinnert er sich an den emotionalen Moment zurück.
Für emotionale Momente mit positivem Ausgang trainiert er hart. Mindestens fünfmal die Woche stehen Laufeinheiten, Zirkeltraining sowie Sparing unter anderem in Heidelberg auf dem Plan. Die Waage wird zum ständigen Begleiter. Nichts wäre schlimmer, wenn das Gewicht am Wettkampftag zu viel anzeigen würde. Derzeit steht der Zeiger bei 83 Kilogramm, am Wettkampftag dürfen es in seiner Gewichtsklasse nicht mehr als 82 Kilogramm sein. Das ist alles im normalen Bereich, beruhigt Bunn. Sollte es doch mal mehr sein, dann wird noch mehr trainiert und das im Schwitzanzug. Zudem hat auch sein Vater immer ein Auge auf ihn.
Auch am Boxring, wenn sein Sohn kämpft. Es ist teilweise schon schwierig, wenn mein Vater mit dabei ist. Wir hatten auch schon kleinere Auseinandersetzungen, weil er doch sehr emotional am Ring werden kann. Das nur, weil er sich um seinen Sohn sorgt. Nach dem Kampf beruhigen sich die Gemüter aber schnell wieder. Das ist nur während des Kampfs. Danach ist alles wieder okay. Wir halten fest zusammen und verstehen uns super, sagt Bunn über seinen Vater.
Bunn bezeichnet sich selbst als eine Kombination zwischen Konter- und Angriffsboxer. Ich warte auf eine gewisse Aktion des Gegners und wenn ich die Lücke finde, dann bin ich zur Stelle und gehe nach vorn. Er will nun auch auswärts zeigen, dass er nach vorn gehen kann. Es reisen wieder viele Fans mit, so dass in der Halle gute Stimmung sein wird. So wie vor vier Wochen beim Heimspiel gegen Hanau. Michael Döring wird mit Sicherheit auch dort wieder alles geben und aus voller Kehle schreien: Leon, Leon.
Sandra Arm
