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Einen Hunderter im Vogtland...

Dienstag, 31. Dezember 2013, 11:42 Uhr
...absolvierte am Wochenende Bodo Schwarzberg. Veranstalter waren der Deutsche Alpenverein, Sektion Plauen/Vogtland und der Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland. Hier der Bericht des Nordhäusers...


Bereits zum 16. Mal starteten Wanderer auf verschiedene Strecken beim "Winterlichen Vogtlandhunderter", der im Vergleich zu anderen Sport- und Langstreckenwanderungen unabhäng vom Wochentag stets am 28. und 29.12. stattfindet. Meist werden bei dieserTour für mitteldeutsche Verhältnisse recht große Höhen von 700 bis 900 Metern erreicht, so dass es nur selten vorkommt, dass die Wanderer nicht durch Schnee stapfen.

In manchen Jahren mussten sich die Wanderer sogar beim Spuren durch 20 oder 30 cm tiefem Schnee abwechseln. Davon konnte diesmal jedoch keine Rede sein: Grün-braune Wege, Weihnachtsbäume mit Elektrokerzen aber ohne Schneekristalle und alte Bergbauernhäuser ohne Eiszapfen. Nur im Gebiet des knapp 900 Meter hohen Aschbergs, sonst ein Wintersportzentrum, sahen wir wenigstens ein paar Schneeflecken.

Es standen Strecken von 12, 20, 25 und 100 km zur Auswahl. Start für die 100 km war am 28.12. um 12 Uhr in Falkenstein/Vogtland. Immerhin knapp 50 Langstreckler hatten sich eingefunden, viele von ihnen Neulinge auf dieser Distanz. Der hervorragenden Organisation der Veranstaltung durch Wanderleiter Jürgen Hadel ist es wohl wesentlich mit zu verdanken, dass rund 40 Teilnehmer die gesamte Strecke bewältigten.

Und diese hatte es durchaus in sich, denn erstens ist das Vogtland kein Flachland, zweitens wurde 14 Stunden im Dunkeln gewandert, drittens sind immerhin 100 km am Stück, also ohne Schlaf zu bewältigen und viertens gab es stellenweise Eisglätte durch Sprühregen, der auf den kalten Boden fiel.

Für Abwechslung aber sorgten spannende Gespräche, so mancher zum Besten gegebener Witz und natürlich die Motivation von Wanderleiter Jürgen Hadel, der mit dem Cho Oyu bereits einen Achttausender (8.201 m) bezwang und mit weit mehr als 300 absolvierten Hundertern deutscher Rekordhalter ist. Zu den Pausen waren die Tische stets reichlich gedeckt, wobei der Kartoffelkuchen, gereicht u.a. in der zweimal erreichten Start- und Zielturnhalle, wieder besonders viele Anhänger fand. Passend zur Region floss auch Wernesgrüner Bier in Strömen.

Die Strecke wurde u.a. auch über tschechisches Gebiet geführt: Falkenstein-Muldenhammer-Mühlleiten-Aschberg-Bublava-Graslice-Markneukirchen-Wasserwerk Muldenberg-Grünbach-Falkenstein. Für besonders viel Spaß sorgte die Einkehr in einer tschechischen Gaststätte namens Bleiberg, wo eine Gruppe junger Leute beherzt Gitarre spielte und dazu tschechische Weisen sang. Es war ungefähr Mitternacht, als wir uns Gulasch mit Knödeln schmecken ließen.

Später, kurz vor Klingenthal, suchten die Teilnehmer eine informierte Tankstelle heim: Mancher nutzte den Fußboden für eine kurze, entspannende Ruhepause, der Pächter jedenfalls freute sich über großen nächtlichen Umsatz.

Die Teilnehmer wanderten in zwei Gruppen, in einer langsameren und einer schnelleren (5 bzw. 6 km/h). Ich selbst schloss mich diesmal der 5 km/h - Gruppe an, der bei niedrigeren Geschwindigkeiten besseren Kommunikation wegen. Gegen 13 Uhr, also nach 25 Stunden, erreichten wir das Ziel Falkenstein. Nach einem letzten Kartoffelkuchen und einem Wernesgrüner und natürlich einigen "auswertenden" Gesprächen ging es zurück. Sechs Stunden später erreichte der Zug Nordhausen.

Mein besonderer Dank gilt den Organisatoren der Wanderung und den vielen Helfern, die sich mit uns gemeinsam die Nacht um die Ohren schlugen. Bis zum nächsten Mal.
Bodo Schwarzberg

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Autor: red

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