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"Jetzt ist Schluss damit"

Freitag, 13. Dezember 2013, 13:38 Uhr
Ihre Weihnachtsrundreise nutzte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht am Mittag zu einem Abstecher in die Pension "Rüdigsdorfer Schweiz" in Rüdigsdorf. Dort traf sie mit Mitgliedern der Bürgerinitiative zusammen, die sich gegen einen weiteren Gipsabbau wendet...

Im Gespräch mit der Bürgerinitiative (Foto: nnz) Im Gespräch mit der Bürgerinitiative (Foto: nnz)

In der Pension der Familie Forst bekundeten die Mitglieder der Bürgerinitiative noch einmal eindringlich, dass es für die Region endlich ein Raumordnungsverfahren geben müsse, auf dessen Grundlage man weiteren zusätzlichen Aufschlüssen von Abbaufeldern entgegenwirken könne. Weiterhin wurde betont, dass die Ausweisung der Region als touristischer Schwerpunkt im Landesentwicklungsplan vorangetrieben werden soll, damit eine langfristige Entwicklung in der Rüdigsdorfer Schweiz möglich sei. Das jedenfalls sei der Bürgerwille fast aller Menschen in der Südharz-Region.

Seitens des BUND wurde darauf verwiesen, dass man es mit dem Südharz als eine der einmaligen Regionen hinsichtlich der Flora und Fauna in Europa zu tun habe. Dieses Alleinstellungsmerkmal müsse berücksichtigt werden. Christian Darr bot an, sich intensiv um die Nutzung von REA-Gips zu bemühen.

Christine Lieberknecht sagte, ihr liege an weiteren Erkenntnissen um diese bedrohte Region. Die Ministerpräsidentin sei hier, weil Thüringen ein Land sei, dessen Natur schon arg durch sicher notwendige Infrastrukturmaßnahmen in Mitleidenschaft gezogen sei. Sie wisse um die Probleme und Konflikte. Sie will alles tun, um Landschaft zu bewahren, aber es müsse alles getan werden, um dieses Ziel rechtsstaatlich zu erreichen. Hier seien die Fachleute gefragt. „Ich bin hier, damit sie nicht allein für ihre Natur kämpfen müssen. Ich habe keine Lust mehr, diesen Freistaat anderen Interessen unterordnen zu müssen“, sagte Christine Lieberknecht.

Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh wiederholte, dass die Stadt Nordhausen alle rechtlichen Schritte unternehmen werden, um einen weiteren zusätzlichen Abbau zu verhindern. Auch werde man den Klageweg nicht scheuen.
Baustaatssekretärin Inge Klaan sagte, dass sich die Bürger auf einen rechtskonformen Weg der Unterstützung verlassen können. Auch sie betonte, dass die Rüdigsdorfer Schweiz eine Einmaligkeit der Natur sei, die es zu bewahren gilt. Die derzeitige Unterschutzstellung des gesamten Areals mache „es nicht einfach“, hier erneut abzubauen. Das sei schon eine starke Position, die weiter gefestigt werden müsse. „Nach dem jetzigen Verfahrens- und Planungsstand ist ein Rohstoffabbau hier nicht möglich“, stellte Klaan fest.

Landrätin Birgit Keller erinnerte an die Partei übergreifende Meinung im Landkreis Nordhausen, dass der Landkreis genügend Rohstoffe hergegeben habe. „Jetzt ist Schluss damit“, so Birgit Keller und Neustadts Bürgermeister Dirk Erfurt ergänzte, dass sein Ort alle Initiativen unterstützt, die sich gegen einen weiteren Abbau wenden, ob ober- oder unterirdisch. Wie die nnz gestern bereits berichtete, will Neustadt künftig den Status als heilklimatischer Kurort beantragen und erreichen. Zum Jahresende werde seitens des Landesverwaltungsamtes die Ausweisung des Harzfelder Holzes als Naturschutzgebiet abgeschlossen, gab die Staatssekretärin zu Gehör.

Abschließend sagte Christine Lieberknecht, die schon vor zehn Jahren eine Gipskarstwanderung unternahm, resümiertem, dass den Menschen dieser Region nicht ihrer Landschaft beraubt werden. Der Zustand, „Landschaft zu erleben“, sei nur einmal vorhanden.
Autor: red

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