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Stockhausens Platt (24)

Dienstag, 03. Dezember 2013, 09:04 Uhr
nnz-Leser Horst-Dieter Stockhausen schreibt für sein Leben gern Gedichte. Am liebsten in Nordhäuser Platt. In seinen heutigen Versen widmet er sich einer "hochpolitischen" Angelegenheit...

Noies uss dr Schule

Ich finge dos Ganze jo enorm,
me plant aenne noie Oart "Schulreform".
Ich schtelle mich dos lustich veer,
waenn aen Lehrer bie mich Korrektor wär.
Aen Nordhisser saht statten A aen O
un schriewet dos natierlich au so.
Bie g un k gitt es au aen Problem
daen au do aes dr Nordhisser sehre bequem!
Un de Lehrer sin nur darauf bedacht
dos ds Kind scheene Druckbuchschtaben macht!
De Schreibschrift läht in weiten Fernen!
Dos wärds schunt aerjentwann mol lernen!
Mie haen domols. weit entfernt,
gliech de Schreibschrift inner Schule jelernt.
Met den kleinen Strich noch owen or ungen
ha´me uns schnelle zerecht jefungen.
Hiete ha´nses doch bequeme,
mie hotten domols ganz andre Probleme.
De Schiefertofel, aen Muss bie Allen
wor dn Bombenangriff zun Opfer jefallen.
Drim schrieben de Kinger in jeden Olter
uff schlaechten Papeer met Federholter.
Au unse Kinger mutte lange üwen
un dovon aes veeles hängen jebliewen..
Me kann nich Alles, wos erhalten muss bliewe
metten Computer oder mettn Handy schriewe.
Un de Raechtschriebung werd, ich kann es nich fassen,
aen poor Jahre usser acht jelassen.
Mich gehn manchmol de Hoore inne Höh,
waenn ich Kommentare inn Internet seh!
Ich muss mich schunne ehrlich schingen,
üm Nordhisisch uffs Papeer ze bringen.
Min Computer warnt mich, dr aes nich dumm,
aber ich weiß zun Glicke noch: warum!
Horst-Dieter Stockhausen
Autor: red

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