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Scheunenhof: Von Schlachtefest bis Walpurgisfeuer

Mittwoch, 25. April 2001, 13:48 Uhr
Sundhausen (nnz). Schon bei unseren Altvorderen stand das liebe Borstenvieh als Lieferant von schmackhaften Braten, Pasteten und Würsten in hohem Ansehen. Deshalb zählte das Schweineschlachten zu den Hauptfesten des Jahres und rangierte in der Beliebtheitsskala der Leute ganz weit oben.
Diese Erfahrungen haben auch die Mitarbeiter der Hoffleischerei im Scheunenhof Sundhausen gemacht, denn bei allen bisher durchgeführten Schlachtefesten konnten sie sich über Mangel an Kundschaft nicht beklagen. Deshalb entschloß man sich, nochmals ein Schlachtefest durchzuführen. Morgen und am Freitag, jeweils ab 9.00 Uhr, gibt es wieder frische Würste, Gehacktes, Anläufchen und Wurstsuppe. Natürlich fehlen die beliebten Schlachtebeutel nicht, mit Rotwurst, Sülze, Knackwurst und Leberwurst - alles zusammen für 20 Mark. Def-tige Hausmachergerichte erwarten die Besucher am Imbißstand der Hoffleischerei und im Wirtshaus „Zur Scheune“.

„Von Blumen, Bienen und schönen Steinen - ein Genuß für die Sinne“ lautet das Motto des diesjährigen Frühjahrsmarktes, der am Sonnabend (28.April) von 8 bis 16 Uhr auf dem Freigelände des Scheunenhofes stattfindet. An zahlreichen Marktständen erwarten Gärtner und Imker die Besucher. Das Angebot reicht von Frühlingsblüher, Balkonpflanzen, Koniferen über Sträucher bis hin zu Ziergehölzen, Stauden und Obstbäumen. Ratschläge zum Bepflanzen von Kübeln und Balkonkästen gibt es gratis dazu. Auch sonst stehen die Gartenbaubetriebe der Kundschaft mit Rat und Tat zur Seite. In den „Garten der Düfte“ von Cordula Felgner aus Salza werden die Besucher entführt.

Das Frauenprojekt Ilfeld und die Goldschmiede Kühn präsentieren Mineralien und Kreatives aus Naturmaterial. Für die kleinen Besucher stehen Basteln, Kinderschminken, Steinewaschen und Tastspiele auf dem Programm. Honig und Imkereiprodukte bieten die Imker aus der Region an. Außerdem gibt es jede Menge Informationen rund um den Honig und seine vielseitige Verwer-tung und Anwendung. Das leibliche Wohl der Gäste liegt in den bewährten Händen der Mitarbeiter vom Wirtshaus „Zur Scheune“.

Am Abend des 30. April ab 18.00 Uhr wird auf dem Freigelände des Scheunenhofes mit dem Maibaumsetzen und dem anschließenden Walpurgisfeuer der Wonnemonat Mai eingeläutet. In vielen Orten wird noch heute wie vor Jahrhunderten ein buntgeschmückter Maibaum aufgerichtet. Die symbolische Bedeutung des Maibaumes ist dabei weitgehend in Vergessenheit geraten. In vorchristlicher Zeit wurden Bäume als Symbol der Fruchtbarkeit und des wiederkehrenden Frühlings verehrt. So wählte man zum Frühlingsfest einen bestimmten Baum aus und versammelte sich dort, um gemeinsam zu feiern und zu tanzen. In christlicher Zeit wurde dieser überlieferte Frühlingskult verboten. Erst im 16. Jahrhundert entwickelte sich in Deutschland der Brauch, zum 1. Mai einen mit Kränzen, Bändern und Girlanden geschmückten Stamm aufzustellen. Der Maibaum steht für Wachstum und Gedeihen, für Glück und Segen.

Nach dem Maibaumsetzen, wird auf dem Freigelände das Walpurgisfeuer ge-zündet, um das die Hexen mit ihren Hexenmeister tanzen. Mit diesem Brauch soll der Winter vertrieben und den Frühling eingeläutet werden. Für das leibliche Wohl sorgt wiederum bestens das Wirtshaus „Zur Scheune“.
Autor: rh

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