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Stimmungslage gleich wieder anders

Donnerstag, 14. November 2013, 06:21 Uhr
Typisch Nordhausen, könnte man wieder sagen. Eine Niederlage gegen Lok Leipzig brachte die Wacker-Fanseele fast zum Kochen, ein erneuter Auswärtssieg – nach Babelsberg nun auch in Auerbach – hellte alle Gesichter wieder auf...


Wie das Barometer nach dem erneut verlegten letzten Saison-Heimspiel gegen den FSV Zwickau am Sonnabend, den 16.11.2013 ausschlagen wird, fragen Sie? Na klar, bei einem Erfolg ... Sie wissen schon. Und bei einer Niederlage? Dann sollte dieses Mal nicht gleich wieder alles und jeder von der Bratwurst über die Stadion-Stimmung bis zum Trikotsponsor sowie vom Platzordner bis zum Trainer infrage gestellt werden. Sogar Borussen, Bayern oder Rot-Weiße bekommen mitunter etwas auf die Mütze. Wacker spielt Regionalliga und jeder Anhänger sollte darauf stolz sein, was sich bewegte – übrigens nach vorn.

Jetzt kommt der FSV Zwickau, der erste Ostzonenmeister nach dem Krieg, nach längerer Abstinenz wieder in unseren Albert-Kuntz-Sportpark. Auch die Sachsen sind ein Traditionsverein: wiederholter DDR-Pokalsieger, Europa-Pokal-Teilnehmer, langjähriger DDR-Oberligist, 2. Bundesliga usw. Mit denen spielen wir jetzt in einer Liga. Der FSV Zwickau war aber auch ein von Insolvenz und zwischenzeitlichem Niedergang gezeichneter Verein. Das ist bis auf die großen Erfolge ähnlich wie bei Wacker. Beide rappelten sich jedoch wieder auf.

Benjamin Halstenberg (Foto: Bernd Peter) Benjamin Halstenberg (Foto: Bernd Peter)

In Auerbach zeigten die Wackeren alte Nordhäuser Tugenden: Spielwitz war gepaart mit großem kämpferischen Einsatz. Drei Treffer von Marcel Goslar und Benjamin Halstenberg (beide im Bild) waren der verdiente Lohn.

Marcel Goslar (Foto: Bernd Peter) Marcel Goslar (Foto: Bernd Peter)

Die Gäste haben ihren in der Vorsaison erreichten 3. Platz bislang nicht wieder bestätigen können und liegen momentan auf dem 9. Rang und mit 19 Zählern nur drei Punkte vor unserer Mannschaft. Obwohl Überkreuzvergleiche hinken, ist ein Hinweis auf die Spiele gegen Mannschaften, bei denen Nordhausen sich nicht durchsetzen konnte, aufschlussreich:

Zwickau schlug Hertha II und Union II jeweils mit 5:3 (Wacker 1:1 und 1:3), gewann gegen Lok Leipzig und den VFC Plauen auch 2:1 (wir 1:2 und 0:1) sowie gegen ZFC Meuselwitz 1:0 (wir 0:1). Gegen Optik Rathenow und beim FC Carl Zeiss Jena spielte man 1:1 (Nordhausen 1:2 und 2:2). Damit ist eigentlich genug Stoff zum Nachdenken über die Spielstärke der Sachsen gegeben. Sie sind zweitbeste Heimmannschaft, stellen zugleich aber auch das schlechteste Auswärtsteam.

Nach allerdings vier sieglosen Spielen in Folge gewann die Mannschaft von Trainer Torsten Ziegner am Wochenende wieder mit 2:1 gegen den seit dem 25. August unbezwungenen VFC Plauen, was den FSV-Coach zu dieser Kurzeinschätzung veranlasste: „Wir haben momentan nicht die breiteste Brust, präsentierten uns aber als Einheit. Wir wollten den Plauenern heute in nichts nachstehen und haben mit Hilfe unserer Tugenden die Tore erzielt. Wir arbeiten extrem hart, um uns Schritt für Schritt zu verbessern."

Wacker muss noch ein Spiel auf Matti Langer verzichten. Dafür kehrte der zu Saisonbeginn torhungrige Omar El-Zein, wenn in Auerbach auch nur kurz aktiv, ins Aufgebot zurück und Caglayan Tunc darf wieder mitwirken. Am Sonnabend sollte dann endlich die Spielberechtigung für den verpflichteten Torwart Bruno Donnici vorliegen, der den in den letzten Wochen arg strapazierten Martin Vopel (danke für die Einsatzbereitschaft) entlasten könnte.

Gegen den FSV Zwickau (und seine Vorgänger) haben wir in unserem Archiv bisher 37 Spiele seit 1945 gefunden und nicht nur negative Eindrücke gesammelt wie beim letzten Aufeinandertreffen mit der 0:7-Pleite in Nordhausen. Darunter waren u.a., wie sich vielleicht der ein oder andere Interessierte erinnern kann, ein Abschiedspiel für unseren legendären Tormann Kombi Kleemann (1956), ein Spiel mit dem 3:3 im Elfmeterschießen in einem TOTO-Sonderrundenspiel (1976), ein Spielabbruch im Albert-Kuntz-Sportpark (1992, Wertung für uns) und das Jubiläumsspiel für den 100. Wackereinsatz von Andreas Gogsch vor zwanzig Jahren.

Die Mannschaft möchte ihren treuen Fans, die hoffentlich wieder in großer Anzahl durch die Kassenhäuschen drängen, ein gutes und erfolgreiches letztes Punkt-Heimspiel im Jahre 2013 bieten. Unterstützen Sie die Regionalligamannschaft – egal ob stimmgewaltig oder etwas verhaltener. Allein schon eine große Kulisse motiviert. Immerhin steht Nordhausen mit bisher 8.107 zahlenden Zuschauern und einem Durchschnitt von 1.351 Gästen an 5. Stelle in der Liga. Das sollte doch so bleiben.
Klaus Verkouter
Autor: red

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