Runter mit den Kosten? - nicht bei uns!
Donnerstag, 14. November 2013, 15:54 Uhr
Vor fast eineinhalb Jahren wurden Birgit Keller und Dr. Klaus Zeh in ihre jeweiligen Ämter gewählt. Beide versprachen vollmundig, die Kosten der Verwaltung zu reduzieren und neue Strukturen zu schaffen. Alles nur schöne Worte...
Die nnz hatte vor einer Woche eine Frage an die beiden großen Verwaltungen geschickt und wollte Zahlen und Fakten zum jeweiligen Personal sowie zu dessen Entwicklung erfragen. Letztlich dauerte es eine Woche, bis zum Beispiel die Nordhäuser Stadtverwaltung mitteilen konnte, wie viele Amtsleiter im Frühjahr vergangenen Jahres im Nordhäuser Rathaus arbeiteten. Eine Woche Arbeit für eine Zahl: 12. Es waren damals Dieter Jaunich, Gerald Riebel, Dr. Sabine Riebel, Gabriele Tölle, Dirk Praetorius, Steffen Meyer, Karin Spieß, Gerd Jung, Jens Kohlhause, Mike Szybalski, Dr. Cornelia Klose und Holger Wengler.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien es nur noch elf Amtsleiter. Frau Klose wurde zur Leitung der Flohburg delegiert und Steffen Meyer ist ebenso kein Amtsleiter mehr wie Frau Riebel. Dafür rückte erst vor einigen Tagen Martin Juckeland in den Rang eine Amtsleiters auf, vorher schon Christian Kowal.
Wer da nun denkt, dass durch solch radikale Strukturreformen die Personalkosten auch nur annähernd gesenkt wurden, der irrt. Sie stiegen noch, aber nicht nur wegen der tariflichen Änderungen, sondern durch den Umstand bedingt, dass "Nicht-Mehr-Amtsleiter" immer noch das gleiche Gehalt bekommen, obwohl sie andere Aufgaben, vermutlich mit weniger Verantwortung, wahrnehmen. Und dann sind mit Juckeland und Kowal weitere Aktivposten im höheren Gehaltsniveau hinzugekommen.
In nüchternen Zahlen ausgedrückt: Waren im vergangenen Jahr 18,5 Millionen Euro an Gehältern und Löhnen zu zahlen, so sind es in diesem Jahr 18,7 Millionen. Auch die Zahl der Mitarbeiter der Stadtverwaltung hat sich von 392 (2012) auf 401 in diesem Jahr erhöht. Begründet wird das seitens des Rathauses unter anderem mit der schrittweisen Übernahme des Hortpersonals vom Land. Allerdings trägt das Land die Personalkosten in voller Höhe.
Personalabbau ist für die Verwalter des Landkreises Nordhausen nicht ganz ein Fremdwort. Wurden im vergangenen Jahr 388 Frauen und Männer entlohnt, so sind es in diesem Jahr laut Stellenplan 383. Allerdings muss bei der Kreisverwaltung noch differenziert werden. Im eigenen Wirkungskreis sind es 167 Stellen, im übertragenen Wirkungskreis 104 Stellen. Hinzukommen die Querschnittsbereiche mit 111 Stellen. Für die Mitarbeiter des Landratsamtes sollen in diesem Jahr - so ist der Plan, 17,2 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern bereitstehen. Das sind 16 Prozent des Verwaltungshaushaltes. Kommen aber die Kosten Projektfinanzierung, Altersteilzeit-Ruhephase und Finanzierungsanteil von Mitarbeitern im Jobcenter hinzu, dann belaufen sich die Gesamtausgaben auf 21,6 Millionen Euro.
Radikal geändert hat sich im Nordhäuser Landratsamt die Zahl der Fachbereichsleiter. Waren im vergangenen Jahr noch 16 Frauen und Männer mit der Leitung von Fachbereichen beschäftigt, so sind es derzeit noch sieben. Toll gemacht, doch beim genaueren Hinsehen: auch hier ergibt sich keine wirkliche Einsparung von Personalkosten. Die Nicht-Mehr-Fachbereichsleiter nehmen natürlich ihre Eingruppierung, die bis zur E/A 15 reichen soll, in ihre neue Tätigkeit mit. Gegenüber dem vergangenen Jahr hatten sich die Personalkosten im Landratsamt um rund 600.000 Euro erhöht. Sparen sieht wirklich anders aus - im Rathaus wie im Landratsamt.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redDie nnz hatte vor einer Woche eine Frage an die beiden großen Verwaltungen geschickt und wollte Zahlen und Fakten zum jeweiligen Personal sowie zu dessen Entwicklung erfragen. Letztlich dauerte es eine Woche, bis zum Beispiel die Nordhäuser Stadtverwaltung mitteilen konnte, wie viele Amtsleiter im Frühjahr vergangenen Jahres im Nordhäuser Rathaus arbeiteten. Eine Woche Arbeit für eine Zahl: 12. Es waren damals Dieter Jaunich, Gerald Riebel, Dr. Sabine Riebel, Gabriele Tölle, Dirk Praetorius, Steffen Meyer, Karin Spieß, Gerd Jung, Jens Kohlhause, Mike Szybalski, Dr. Cornelia Klose und Holger Wengler.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien es nur noch elf Amtsleiter. Frau Klose wurde zur Leitung der Flohburg delegiert und Steffen Meyer ist ebenso kein Amtsleiter mehr wie Frau Riebel. Dafür rückte erst vor einigen Tagen Martin Juckeland in den Rang eine Amtsleiters auf, vorher schon Christian Kowal.
Wer da nun denkt, dass durch solch radikale Strukturreformen die Personalkosten auch nur annähernd gesenkt wurden, der irrt. Sie stiegen noch, aber nicht nur wegen der tariflichen Änderungen, sondern durch den Umstand bedingt, dass "Nicht-Mehr-Amtsleiter" immer noch das gleiche Gehalt bekommen, obwohl sie andere Aufgaben, vermutlich mit weniger Verantwortung, wahrnehmen. Und dann sind mit Juckeland und Kowal weitere Aktivposten im höheren Gehaltsniveau hinzugekommen.
In nüchternen Zahlen ausgedrückt: Waren im vergangenen Jahr 18,5 Millionen Euro an Gehältern und Löhnen zu zahlen, so sind es in diesem Jahr 18,7 Millionen. Auch die Zahl der Mitarbeiter der Stadtverwaltung hat sich von 392 (2012) auf 401 in diesem Jahr erhöht. Begründet wird das seitens des Rathauses unter anderem mit der schrittweisen Übernahme des Hortpersonals vom Land. Allerdings trägt das Land die Personalkosten in voller Höhe.
Personalabbau ist für die Verwalter des Landkreises Nordhausen nicht ganz ein Fremdwort. Wurden im vergangenen Jahr 388 Frauen und Männer entlohnt, so sind es in diesem Jahr laut Stellenplan 383. Allerdings muss bei der Kreisverwaltung noch differenziert werden. Im eigenen Wirkungskreis sind es 167 Stellen, im übertragenen Wirkungskreis 104 Stellen. Hinzukommen die Querschnittsbereiche mit 111 Stellen. Für die Mitarbeiter des Landratsamtes sollen in diesem Jahr - so ist der Plan, 17,2 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern bereitstehen. Das sind 16 Prozent des Verwaltungshaushaltes. Kommen aber die Kosten Projektfinanzierung, Altersteilzeit-Ruhephase und Finanzierungsanteil von Mitarbeitern im Jobcenter hinzu, dann belaufen sich die Gesamtausgaben auf 21,6 Millionen Euro.
Radikal geändert hat sich im Nordhäuser Landratsamt die Zahl der Fachbereichsleiter. Waren im vergangenen Jahr noch 16 Frauen und Männer mit der Leitung von Fachbereichen beschäftigt, so sind es derzeit noch sieben. Toll gemacht, doch beim genaueren Hinsehen: auch hier ergibt sich keine wirkliche Einsparung von Personalkosten. Die Nicht-Mehr-Fachbereichsleiter nehmen natürlich ihre Eingruppierung, die bis zur E/A 15 reichen soll, in ihre neue Tätigkeit mit. Gegenüber dem vergangenen Jahr hatten sich die Personalkosten im Landratsamt um rund 600.000 Euro erhöht. Sparen sieht wirklich anders aus - im Rathaus wie im Landratsamt.
Peter-Stefan Greiner
