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Gemeinsam handeln

Montag, 11. November 2013, 06:24 Uhr
Im Hauptausschuss des Stadtrates am vergangenen Dienstag informierte Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh über die neuerlichen Aktivitäten der Gipsindustrie am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz. Das wollen die Grünen im Landkreis Nordhausen nicht so einfach hinnehmen...


Die Rüdigsdorfer Schweiz sei das wichtigste und sensibelste Naturschutzgebiet des Südharzes für den stadtnahen und überregionalen Tourismus mit dem Karstwanderweg und als Teil des Geo-Parks. Es genüge nicht, wenn die Stadt Nordhausen beabsichtigt, mittels Einspruch die genehmigten Aufsuchungsarbeiten zu verhindern.

Aus Sicht der Bündnisgrünen kann der Einspruch nicht erfolgreich sein, und das sollte den Bürgern, die sich seit 1990 immer wieder durch Proteste für den Erhalt der Gipskarstlandschaft stark gemacht haben, öffentlich bekannt gegeben werden. Die verwaltungsinterne Arbeitsgruppe, die kürzlich zum Thema Gipskarst nichtöffentlich getagt hat, kann das nicht leisten. Nichtöffentlichkeit schließe die Bürger aus und verstärke das Misstrauen.

Selbst wenn es eine nochmalige Prüfung der Entscheidung zu den genehmigten Bohrungen gibt, wird eine aufschiebende Wirkung damit nicht verbunden sein. Dies wiederum bedeute, dass die Erkundungsarbeiten sofort stattfinden. Und diese sind, auch daran gibt es keinen Zweifel, natürlich im Gipskarst von Erfolg gekrönt.

Gemäß Bergrecht gibt es dann für den folgenden Abbau kaum noch Versagungsgründe. Auch dies ist allen beteiligten Behörden in Stadt und Landkreis bekannt. Widerstand gegen den Abbau des viel zu billigen Abbaus wertvoller Naturressourcen sieht anders aus.

Zudem vermissen die Bündnisgrünen die Bereitschaft des Landes Thüringen, hier ein Raumordnungsverfahren bezüglich der tatsächlich gewollten Nutzung der Rüdgisdorfer Schweiz durchzuführen. "Wir fordern von der Politik mehr Transparenz und Offenheit, Von Transparenz und Offenlegung von Fakten kann keine Rede sein", sagt Gisela Hartmann.

Aus Sicht der Grünen fahre man hier seitens der Stadt eine gefährliche Strategie, die so nicht akzeptiert werden kann. Die Bevölkerung wird über den aktuellen Stand und die damit verbundenen Konsequenzen nicht ausreichend informiert. Dieser verwaltungsinterne Arbeitskreis in der Stadt Nordhausen widerspricht der bisherigen seit 1990 geübten parteiübergreifenden Praxis, gemeinsam alles dafür zu tun, dass in der Rüdigsdorfer Schweiz kein weiterer Gipsabbau zugelassen wird.

Es ist offensichtlich unerlässlich, dass der Arbeitskreis Gipskarst, der Verein „Rettet den Südharz“ und das „Kirchliche Umweltseminar“ an den erfolgreichen Widerstand der 90iger Jahre gegen den Abbau wertvoller Naturressourcen anknüpfen. "Wir haben kein Recht über berechtigte Ansprüche kommender Generationen schon heute Entscheidungen vorweg zu nehmen", so Hartmann.

Im Arbeitskreis Gipskarst arbeiteten neben der Verwaltung vor allem die Bürgermeister und engagierte Vereine und Verbände im Interesse der Region zusammen. Wir müssen die Aufsuchung verhindern. "Das aber kann nur gelingen, wenn die Stadträte und die Mitglieder des Kreistages ebenso wie die Bürger aus der Region sich wie bisher eindeutig positionieren."
Autor: red

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