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Wacker Nordhausen stellt die "Fan-Frage"

Dienstag, 05. November 2013, 17:29 Uhr
Unglaublich, erschreckend, traurig aber leider wahr.... das sind die Worte, die einem nach dem Spiel von Wacker Nordhausen gegen den bis dato Tabellenletzten Lokomotive Leipzig einfallen. Nicht etwa, mit Blick auf die Mannschaft um Erfolgstrainer Jörg Goslar...

Lok-Fans im AKS - volle Power für die eigene Mannschaft (Foto: Bernd Peter) Lok-Fans im AKS - volle Power für die eigene Mannschaft (Foto: Bernd Peter)

Das es das schlechteste Spiel der Saison war, das steht außer Frage. Doch all diese Negativeindrücke bleiben einem Außenstehenden vor allen Dingen mit Blick auf die Fans eines Vereins hängen, der in den letzten beiden Spielzeiten fast schon unglaubliches geschafft hat. "Von Borsch nach Magdeburg" wurde Trainer Jörg Goslar vor dem Saisonbeginn vom Kicker zitiert.

Wacker, noch vor ein paar Jahren in der Landesklasse, hat in den letzten beiden Jahren den Aufstieg aus der Landesliga in die Regionalliga geschafft. Zweimal Durchmarsch, zweimal ungefährdet, zweimal dank eines tollen Teams, dank eines Präsidiums, das den Verein in die richtigen Bahnen lenkte und vor allen Dingen auch zweimal dank eines Trainers, der einer jungen und nicht etwa willkürlich zusammen gewürfelten Mannschaft den Fußballplan mit auf den Weg ins Spiel gegeben hat, der letztlich zum Erfolg führte.

Erfolg, der ist in der bisherigen Saison noch Mangelware. Zweifelsohne haben die "Wackeren" in der Regionalliga bisher oft tollen Fußball gezeigt, einige ihrer Spiele unverdient und knapp verloren. Aber Wacker ist im Soll. Die Goslar-Elf steht auf Platz 13 der Tabelle und damit würde man die Klasse halten. Das war das erklärte Ziel. Das man von Saisonbeginn an gegen den Abstieg würde spielen müssen, das war allen klar, dass man es sich hätte leichter machen können, mit dem einen oder anderen Erfolg mehr, darüber muss nicht gesprochen werden.

Wacker braucht Tore, Wacker braucht Siege, Wacker braucht aber, und das mehr als alles andere, den zwölften Mann. Die Fans sind gefordert. Nicht die, die dann jubeln, wenn Wacker führt, sondern die, die dann Alarm machen, für Stimmung sorgen, wenn der FSV hinten liegt. Die, die ihre zuletzt vielleicht auch verunsicherte Mannschaft nach vorn peitschen. Die, die dem Macher des bisherigen Erfolgs, Jörg Goslar, den Rücken stärken.

Unglaublich, erschreckend, traurig aber leider wahr.... ist, das 500 Leipziger Fans 90 Minuten lang dafür sorgen, dass die "Lokomotive" im Albert-Kuntz-Sportpark ein Heimspiel hatte. Unglaublich, erschreckend, traurig, aber leider wahr.... ist, dass 1400 Nordhäuser 90 Minuten lang nicht in der Lage waren, sich für ihre Regionalligamannschaft zu begeistern. Unglaublich, erschreckend, traurig, aber leider wahr.... ist, dass eine Mannschaft, die eine sehr gute und definitiv regionalligataugliche Qualität hat so wenig Unterstützung, so wenig Rückhalt hat ....

Unglaublich, erschreckend, traurig aber leider wahr ist vor allen Dingen, dass Nordhausen, die Nordhäuser, jeder Fußballfan in Nordthüringen sich so langsam fragen sollte, ob es die Region überhaupt verdient hat, dass in Nordhausen Regionalliga-Fußball gespielt wird.

Nordhausen und die Nordhäuser Fußball-Fans sollten nicht Trainer, Mannschaft und Ergebnisse, sondern vielmehr sich selbst und ihre Begeisterung um den Sport und Viertliga-Fußball in der Nordthüringer Region in Frage stellen.

Am kommenden Sonntag gilt es in Auerbach die am Sonntag verschenkten Punkte zumindest gut zu machen. Fraglich scheint, ob Nordhausen so hinter seiner Regionalligamannschaft steht, wie die Jungs, die beim letzten Spiel für die Lokomotive im AKS Dampf machten. Von Leipzig bis Nordhausen waren es für 500 Lok-Fans 150 Kilometer Fahrt, von Nordhausen nach Auerbach wären es 210 Kilometer.... Jörg Goslar sagte: "Ich erwarte eine Reaktion der Mannschaft...."
Wir hoffen endlich auch auf eine der Fans!
Lars Koch, im Auftrag des Präsidiums

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Autor: red

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