Besucheransturm in einer Langen Nacht
Donnerstag, 31. Oktober 2013, 11:13 Uhr
Wir können mit den Besucherzahlen zur 5. Langen Nacht der Wissenschaften sehr zufrieden sein, sagt Tina Schneppe, die Pressesprecherin der Fachhochschule Nordhausen. Und nennt Zahlen: Etwa 4000 interessierte Personen, schätzte man ein, besuchten die Veranstaltungen im Territorium insgesamt. Eine davon war Kurt Frank, der für die nnz berichtet...
Der Hauptanteil mit etwa 3000 geschätzten Besuchern entfalle auf den Campus der Bildungseinrichtung. Hier, meint Tina Schneppe, waren einige Veranstaltungen proppenvoll. Ein gefühlter Zuwachs gegenüber der 4. Langen Nacht sei es gewesen.
Von der Fachhochschule gemeinsam mit Firmen und Institutionen veranstaltet, war die Lange Nacht der Wissenschaften vielseitig und äußerst interessant. Auf dem Campus der Fachhochschule und weiteren dreizehn Standorten präsentierten über 20 Betriebe und Institutionen in über 70 Veranstaltungen wissenschaftliche Leistungen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten. Das setzte einen enormen logistischen Aufwand voraus – bis hin zu den Pendelbusverkehr.
Die Fachhochschule dominierte mit allein 40 Themen. Wer den Weinberghof 4 aufsuchte, erhielt nicht nur Einblicke in Ingenieurwissenschaften-, Wirtschafts-, Natur-sowie Sozial-und Gesellschaftswissenschaften geboten. Auch Interkulturelles, Astronomie, Geschichte und Medizin bereicherten die Präsentation.
Oberarzt Konstantin Godin hielt einen Lichtbilder-Vortrag über die Schlüsselloch-Technik, Möglichkeiten der organerhaltenden Nierentumorchirurgie.
Zufrieden konnte auch das Südharzklinikum sein. Zwischen 15 und 20 Besucher zählte jeder Themenabend. Eine gute Nierenfunktion ist lebenswichtig, betonte Oberarzt Konstantin Godin, Facharzt für Urologie. Die nierenerhaltende Tumorchirurgie war sein Thema. Dies geschieht in der sogenannten Schlüsselloch-Technik. Sie ist ein großer medizinischer Fortschritt und wird in Deutschland nur in wenigen spezialisierten Zentrum durchgeführt. Das Nordhäuser Klinikum gehört dazu. In einem Video zeigte Godin außerdem bildhaft eine derartige hochmoderne Operationsmethode und die dazu erforderlichen Instrumente.
Der Operateur benötige keinen größeren Schnitt, um Niere und Tumor zu erreichen. Die Methode ermögliche eine schnellere Erholung, eine frühere Entlassung, weniger Blutverlust und weitaus weniger Schmerzen nach der OP als herkömmliche Verfahren. Allerdings dürfe der Tumor eine gewisse Größe nicht überschritten haben. Etwa 40 Nieren-Operationen fallen jährlich an, bemerkte der Oberarzt. 13 Patienten konnten im Zeitraum Januar 2012 bis März diesen Jahres mit der Schlüsselloch-Technik behandelt werden.
Nicht minder interessant war das, was Mario Gießler, Pflegetherapeut im Klinikum, zu sagen wusste. Er beschäftigte sich mit der Wundversorgung im Wandel der Zeit – von der Steinzeit bis heute. Sie sei so alt wie die Menschheit. Mit dem Wundenlecken habe es begonnen. Später zerkaute man Blätter, um deren ätherische Öle wirken zu lassen. Vor 4000 Jahren unterschieden ägyptische Ärzte schon zwischen sterilen und infizieren Wunden. Die alten Römer kannten schon feuchte Verbände und Schwämme.
Frei von jeder wissenschaftlichen Erkenntnis war das finstere Mittelalter. Vom Klerus genährt, galten Krankheiten als gerechtes Gottesurteil. Erst im 18. Jahrhundert bekam die Hygiene einen Stellenwert. Dafür stehen Namen wie Joseph Lister, Ignaz Semmelweis und Louis Pasteur. Den Erste-Hilfe-Kasten kennt man erst seit 1882, der erste Wundschnellverband wurde 1919 angelegt. Hightech-Verbände ermöglichten heute eine keimfreie und schnelle Wundheilung. Das Diabetische Fußsyndrom zähle zu den derzeit häufigsten Wundarten.
Je nach Interesse, Lust und Laune bot die Lange Nacht Interessantes für jedermann, Wissen zu erweitern oder zu vertiefen.
Kurt Frank
Autor: redDer Hauptanteil mit etwa 3000 geschätzten Besuchern entfalle auf den Campus der Bildungseinrichtung. Hier, meint Tina Schneppe, waren einige Veranstaltungen proppenvoll. Ein gefühlter Zuwachs gegenüber der 4. Langen Nacht sei es gewesen.
Von der Fachhochschule gemeinsam mit Firmen und Institutionen veranstaltet, war die Lange Nacht der Wissenschaften vielseitig und äußerst interessant. Auf dem Campus der Fachhochschule und weiteren dreizehn Standorten präsentierten über 20 Betriebe und Institutionen in über 70 Veranstaltungen wissenschaftliche Leistungen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten. Das setzte einen enormen logistischen Aufwand voraus – bis hin zu den Pendelbusverkehr.
Die Fachhochschule dominierte mit allein 40 Themen. Wer den Weinberghof 4 aufsuchte, erhielt nicht nur Einblicke in Ingenieurwissenschaften-, Wirtschafts-, Natur-sowie Sozial-und Gesellschaftswissenschaften geboten. Auch Interkulturelles, Astronomie, Geschichte und Medizin bereicherten die Präsentation.
Oberarzt Konstantin Godin hielt einen Lichtbilder-Vortrag über die Schlüsselloch-Technik, Möglichkeiten der organerhaltenden Nierentumorchirurgie.
Zufrieden konnte auch das Südharzklinikum sein. Zwischen 15 und 20 Besucher zählte jeder Themenabend. Eine gute Nierenfunktion ist lebenswichtig, betonte Oberarzt Konstantin Godin, Facharzt für Urologie. Die nierenerhaltende Tumorchirurgie war sein Thema. Dies geschieht in der sogenannten Schlüsselloch-Technik. Sie ist ein großer medizinischer Fortschritt und wird in Deutschland nur in wenigen spezialisierten Zentrum durchgeführt. Das Nordhäuser Klinikum gehört dazu. In einem Video zeigte Godin außerdem bildhaft eine derartige hochmoderne Operationsmethode und die dazu erforderlichen Instrumente.
Der Operateur benötige keinen größeren Schnitt, um Niere und Tumor zu erreichen. Die Methode ermögliche eine schnellere Erholung, eine frühere Entlassung, weniger Blutverlust und weitaus weniger Schmerzen nach der OP als herkömmliche Verfahren. Allerdings dürfe der Tumor eine gewisse Größe nicht überschritten haben. Etwa 40 Nieren-Operationen fallen jährlich an, bemerkte der Oberarzt. 13 Patienten konnten im Zeitraum Januar 2012 bis März diesen Jahres mit der Schlüsselloch-Technik behandelt werden.
Nicht minder interessant war das, was Mario Gießler, Pflegetherapeut im Klinikum, zu sagen wusste. Er beschäftigte sich mit der Wundversorgung im Wandel der Zeit – von der Steinzeit bis heute. Sie sei so alt wie die Menschheit. Mit dem Wundenlecken habe es begonnen. Später zerkaute man Blätter, um deren ätherische Öle wirken zu lassen. Vor 4000 Jahren unterschieden ägyptische Ärzte schon zwischen sterilen und infizieren Wunden. Die alten Römer kannten schon feuchte Verbände und Schwämme.
Frei von jeder wissenschaftlichen Erkenntnis war das finstere Mittelalter. Vom Klerus genährt, galten Krankheiten als gerechtes Gottesurteil. Erst im 18. Jahrhundert bekam die Hygiene einen Stellenwert. Dafür stehen Namen wie Joseph Lister, Ignaz Semmelweis und Louis Pasteur. Den Erste-Hilfe-Kasten kennt man erst seit 1882, der erste Wundschnellverband wurde 1919 angelegt. Hightech-Verbände ermöglichten heute eine keimfreie und schnelle Wundheilung. Das Diabetische Fußsyndrom zähle zu den derzeit häufigsten Wundarten.
Je nach Interesse, Lust und Laune bot die Lange Nacht Interessantes für jedermann, Wissen zu erweitern oder zu vertiefen.
Kurt Frank



