Ungewöhnlicher Südharz-Hunderter
Dienstag, 29. Oktober 2013, 12:40 Uhr
Ungewöhnlich war der 17. Südharz-Hunderter von Nordhausen nach Halle vom vergangenen Wochenende aus mehreren Gründen: Zum einen waren fünf der sieben Teilnehmer erstmals mit dabei - und erreichten zugleich ihr selbstgestecktes Ziel...
Karina Brenn aus Leipzig wanderte ebenso wie ein Rolandstädter der nicht genannt werden möchte, von Nordhausen nach Grillenberg und nahm eine Urkunde über 49 km in Empfang, der Kasseler Sportfreund Berthold Theus und sein Freund Christoph Spohr aus Göttingen sowie die beiden Nordhäuser Janko Schlöffel und Thomas Koschil erreichten am S-Bahnhof Halle-Nietleben die ersehnten 100 Kilometer.
Allerdings brachten alle am Sonnabend gegen 11:45 Gestarteten bereits gute Voraussetzungen mit: als Marathonläufer oder erfahrene Wanderer. Außer dem Wanderleiter selbst verfügte jedoch nur einer über 100-km-Wandererfahrung. Von den sportlichen und mentalen Voraussetzungen her stand von vornherein ein guter Stern über dem 17. Südharz-Hunderter.
Ungewöhnlich war die Tour jedoch auch auf Grund des Wetters: Nach der Nachtpause im Harzer Erlebnishof Grillenberg begann es so kräftig zu regnen, wie bisher auf noch keiner anderen von mir geführten Tour entlang des Südharzes. Zwischen 2 und 7 Uhr, auf der Etappe nach Eisleben (km 69), mussten z.T. große Pfützen umgangen oder schlimmstenfalls durchquert werden, und die Lutherstadt selbst empfing uns auf ihren Straßen mit unüberhörbaren und unübersehbaren Sturzbächen.
Wieder einmal zeigte sich, dass ein ganz normaler Schirm das effektivste Utensil ist, um zum einen das Wasser vom Körper fernzuhalten und trotzdem, gerade angesichts der am Wochenende herschenden milden Luft, durch etwaige Regenbekleidung nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen. Jedenfalls war dieser Südharz-Hunderter jener mit den bisher wohl größten Regenmassen. In Eisleben fanden wir kurzzeitig im Vorraum einer Bank ein trockenes Plätzchen - gegen 4:15 morgens.
Nach dem Frühstück im Strandhotel Aseleben aber klarte es auf und eine goldene Herbstsonne tauchte die Weinberge zwischen Süßem See und Langenbogen in ein Meer von Farben.
Ungewöhnlich waren aber auch die tierischen Zaungäste: Von den zahlreichen Hunde, die uns ob der zu ungewohnter Stunde an Herrchens Haus vorbeiziehenden Gestalten nach Herzenslust verbellten, einmal ganz abgesehen: Zwischen Grillenberg und Hergisdorf wechselte plötzlich eine Wildschweinhorde im Lichtkegel unserer Taschenlampen kurz vor uns über den Weg und noch im Stadtgebiet von Eisleben fauchte uns ein Waschbär an, der, gemeinsam mit einem Artgenossen, schnell auf je einen Baum kletterte, als sie sich durch uns nächtliche Ruhestörer bedroht fühlten.
Natürlich klingt dieser Bericht hier in der Zeitung, ein wenig zu locker und leicht, angesichts der nonstop zurückgelegten großen Distanz. Tatsächlich wurde so mancher Fuß von Blasen und Druckstellen heimgesucht, schmerzten Oberschenkel und Sprunggelenke und sorgte Müdigkeit bis zum Morgenkaffee für zeitweilige, nächtliche Schweigsamkeit.
All die Beschwerlichkeiten überwunden und ihr Ziel erreicht zu haben, dafür gebührt allen Teilnehmern mein ganz großer Respekt. Die gelegentlichen Bemerkungen reinlicher und ausgeschlafener Passanten über unser leicht verschlammtes Aussehen am Sonntagmorgen, war ob der Freude über das Erreichte, locker zu ertragen.
Der 18. Südharz-Hunderter von Halle nach Nordhausen findet am 9. und 10.02.2014 bei hoffentlich knackig-winterlichem Wetter statt.
Bodo Schwarzberg
Autor: redKarina Brenn aus Leipzig wanderte ebenso wie ein Rolandstädter der nicht genannt werden möchte, von Nordhausen nach Grillenberg und nahm eine Urkunde über 49 km in Empfang, der Kasseler Sportfreund Berthold Theus und sein Freund Christoph Spohr aus Göttingen sowie die beiden Nordhäuser Janko Schlöffel und Thomas Koschil erreichten am S-Bahnhof Halle-Nietleben die ersehnten 100 Kilometer.
Allerdings brachten alle am Sonnabend gegen 11:45 Gestarteten bereits gute Voraussetzungen mit: als Marathonläufer oder erfahrene Wanderer. Außer dem Wanderleiter selbst verfügte jedoch nur einer über 100-km-Wandererfahrung. Von den sportlichen und mentalen Voraussetzungen her stand von vornherein ein guter Stern über dem 17. Südharz-Hunderter.
Ungewöhnlich war die Tour jedoch auch auf Grund des Wetters: Nach der Nachtpause im Harzer Erlebnishof Grillenberg begann es so kräftig zu regnen, wie bisher auf noch keiner anderen von mir geführten Tour entlang des Südharzes. Zwischen 2 und 7 Uhr, auf der Etappe nach Eisleben (km 69), mussten z.T. große Pfützen umgangen oder schlimmstenfalls durchquert werden, und die Lutherstadt selbst empfing uns auf ihren Straßen mit unüberhörbaren und unübersehbaren Sturzbächen.
Wieder einmal zeigte sich, dass ein ganz normaler Schirm das effektivste Utensil ist, um zum einen das Wasser vom Körper fernzuhalten und trotzdem, gerade angesichts der am Wochenende herschenden milden Luft, durch etwaige Regenbekleidung nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen. Jedenfalls war dieser Südharz-Hunderter jener mit den bisher wohl größten Regenmassen. In Eisleben fanden wir kurzzeitig im Vorraum einer Bank ein trockenes Plätzchen - gegen 4:15 morgens.
Nach dem Frühstück im Strandhotel Aseleben aber klarte es auf und eine goldene Herbstsonne tauchte die Weinberge zwischen Süßem See und Langenbogen in ein Meer von Farben.
Ungewöhnlich waren aber auch die tierischen Zaungäste: Von den zahlreichen Hunde, die uns ob der zu ungewohnter Stunde an Herrchens Haus vorbeiziehenden Gestalten nach Herzenslust verbellten, einmal ganz abgesehen: Zwischen Grillenberg und Hergisdorf wechselte plötzlich eine Wildschweinhorde im Lichtkegel unserer Taschenlampen kurz vor uns über den Weg und noch im Stadtgebiet von Eisleben fauchte uns ein Waschbär an, der, gemeinsam mit einem Artgenossen, schnell auf je einen Baum kletterte, als sie sich durch uns nächtliche Ruhestörer bedroht fühlten.
Natürlich klingt dieser Bericht hier in der Zeitung, ein wenig zu locker und leicht, angesichts der nonstop zurückgelegten großen Distanz. Tatsächlich wurde so mancher Fuß von Blasen und Druckstellen heimgesucht, schmerzten Oberschenkel und Sprunggelenke und sorgte Müdigkeit bis zum Morgenkaffee für zeitweilige, nächtliche Schweigsamkeit.
All die Beschwerlichkeiten überwunden und ihr Ziel erreicht zu haben, dafür gebührt allen Teilnehmern mein ganz großer Respekt. Die gelegentlichen Bemerkungen reinlicher und ausgeschlafener Passanten über unser leicht verschlammtes Aussehen am Sonntagmorgen, war ob der Freude über das Erreichte, locker zu ertragen.
Der 18. Südharz-Hunderter von Halle nach Nordhausen findet am 9. und 10.02.2014 bei hoffentlich knackig-winterlichem Wetter statt.
Bodo Schwarzberg













