Ein waffenstarrender Landkreis?
Donnerstag, 24. Oktober 2013, 19:33 Uhr
In der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) der DDR konnte man sich, wie es der Name sagt, sportlich betätigen. Sich auch im Schießen üben. Danach kamen die Waffen wieder unter Verschluss. Ähnlich war es bei den Jägern nach der Jagd. Alles war streng geregelt. Mit der Wende wurde alles anders. Eine Betrachtung von Kurt Frank...
1714 legale Waffenträger sind im Landkreis registriert. Vornean die über 800 Sportschützen. Regelmäßig wird geübt.
Schützenvereine schossen wie Pilze aus der Erde. Jedes Mitglied konnte, ganz legal, eine Waffe erwerben. Auch die Weidmänner. Wer von den Männern im grünen Rock es heute will und finanziell dazu in der Lage ist, gleich ein Dutzend auf einmal. Tausende Waffen in verschiedenen Größen und Kaliber befinden sich mittlerweile hierzulande in den Händen ihrer Besitzer. Daheim in der Wohnung, verschlossen im Waffenschrank.
Nordhausen blieb nicht außen vor. Es wird geschossen. Und es gab Tote. Vor Jahren erschoss ein Unternehmer einen anderen in dessen Büro und richtete sich danach selbst. Er war legal im Besitz einer Waffe. Bislang ein Einzelfall. Ob das so bleibt, dafür wollte sich Jürgen Becker, der Sachgebietsleiter für Erlaubniswesen in der Kreisverwaltung, mittlerweile im Ruhestand, nicht verbürgen.
Über 4700 erlaubnispflichtige Schusswaffen seien derzeit im Südharz registriert. Sie entfallen auf 1714 Waffenträger. Vornean die 817 Sportschützen, gefolgt von Jägern mit 435 an der Zahl. Der Rest entfalle auf Waffensammler. Langwaffen (Gewehre) seien mit über 3320 Stück dominant, das andere entfalle auf Pistolen (Kurzwaffen).
Ein waffenstarrender Landkreis? Die Zahl relativiert sich, setzt man sie mit der Einwohnerzahl, die allerdings ständigen Schwankungen unterliegt, in Verbindung. Bei einer Einwohnerzahl von über 37000 in Nordhausen sowie über 42 000 mit den eingemeindeten Kommunen und an die 90 000 für den gesamten Landkreis sei dies rechnerisch nur ein geringer Prozentsatz.
Der Bestand illegaler Waffen wird bundesweit höher als der legale geschätzt. Genau könne das keiner sagen. Von einigen Millionen ist die Rede. Wie viele es im Südharz sind, bleibt ein Geheimnis. Verwahren die legalen Besitzer ihre Schießeisen auch sicher? Unangemeldete Kontrollgänge, etwa 150 im Jahr, gehen dieser Frage nach. 22 Verstöße fielen innerhalb von zwei Jahren an. Die Statistik neige zu immer wenigen Waffen. Eine erfreuliche Tendenz.
Kurt Frank
Autor: red1714 legale Waffenträger sind im Landkreis registriert. Vornean die über 800 Sportschützen. Regelmäßig wird geübt.
Schützenvereine schossen wie Pilze aus der Erde. Jedes Mitglied konnte, ganz legal, eine Waffe erwerben. Auch die Weidmänner. Wer von den Männern im grünen Rock es heute will und finanziell dazu in der Lage ist, gleich ein Dutzend auf einmal. Tausende Waffen in verschiedenen Größen und Kaliber befinden sich mittlerweile hierzulande in den Händen ihrer Besitzer. Daheim in der Wohnung, verschlossen im Waffenschrank.
Nordhausen blieb nicht außen vor. Es wird geschossen. Und es gab Tote. Vor Jahren erschoss ein Unternehmer einen anderen in dessen Büro und richtete sich danach selbst. Er war legal im Besitz einer Waffe. Bislang ein Einzelfall. Ob das so bleibt, dafür wollte sich Jürgen Becker, der Sachgebietsleiter für Erlaubniswesen in der Kreisverwaltung, mittlerweile im Ruhestand, nicht verbürgen.
Über 4700 erlaubnispflichtige Schusswaffen seien derzeit im Südharz registriert. Sie entfallen auf 1714 Waffenträger. Vornean die 817 Sportschützen, gefolgt von Jägern mit 435 an der Zahl. Der Rest entfalle auf Waffensammler. Langwaffen (Gewehre) seien mit über 3320 Stück dominant, das andere entfalle auf Pistolen (Kurzwaffen).
Ein waffenstarrender Landkreis? Die Zahl relativiert sich, setzt man sie mit der Einwohnerzahl, die allerdings ständigen Schwankungen unterliegt, in Verbindung. Bei einer Einwohnerzahl von über 37000 in Nordhausen sowie über 42 000 mit den eingemeindeten Kommunen und an die 90 000 für den gesamten Landkreis sei dies rechnerisch nur ein geringer Prozentsatz.
Der Bestand illegaler Waffen wird bundesweit höher als der legale geschätzt. Genau könne das keiner sagen. Von einigen Millionen ist die Rede. Wie viele es im Südharz sind, bleibt ein Geheimnis. Verwahren die legalen Besitzer ihre Schießeisen auch sicher? Unangemeldete Kontrollgänge, etwa 150 im Jahr, gehen dieser Frage nach. 22 Verstöße fielen innerhalb von zwei Jahren an. Die Statistik neige zu immer wenigen Waffen. Eine erfreuliche Tendenz.
Kurt Frank

