Apfelfest am Hospiz in Neustadt
Mittwoch, 23. Oktober 2013, 08:44 Uhr
Bereits zum 3. Mal wurde am stationären Hospiz das Apfelfest gefeiert. Mehr als 120 Besucher kamen, um zum Beispiel den kleinen Programmen der Trachten- und Jagdhornbläsergruppe Neustadt und der Kindern des Kindergartens Regenbogen aus Neustadt zu lauschen...
In diesem Jahr gab es zwei besondere Anlässe für die Einladung. Die Übergabe eines neuen VW-Caddy und das Pflanzen eines zweiten Apfelbaums. Was haben diese beiden mit einander zu tun? Wollen wir so viele Äpfel ernten, dass ein Auto zum Abtransport der Ernte notwendig wird? Nein, das bestimmt nicht, obwohl ...?
... aber beide Dinge – also Auto und Apfelbaum – sind für uns ein Zeichen der Hoffnung! Eine Hoffnung, die die Verbundenheit von Menschen mit der Arbeit des Hospizes zeigt und diese auch nachhaltig unterstützt.
Hospizarbeit heißt neben der palliativen medizinischen und pflegerischen Versorgung und Begleitung vor allem auch Hoffnung geben
Und der Apfelbaum? Hier lohnt der Blick auf die Geschichte des Apfels! Der Korbiniansapfel entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese von Pfarrer Korbinian Aigner, dem bekanntesten Pomologen der neueren Zeit. Er säte mehrere Apfelkerne zwischen den Baracken aus und nahm die jungen Pflänzchen mit, als das Lager zu Kriegsende verlegt werden sollte. Er konnte flüchten und pflanzte die drei Sämlinge in seinen Garten. Er nannte diese KZ-Äpfel. KZ3, die beste entstandene Sorte, wurde später Pfarrer Aigner zu Ehren in Korbiniansapfel umgetauft.
Pfarrer Aigner setze seine Hoffnung darauf, die Früchte seines unter sehr widrigen Bedingungen gezüchteten Apfelbaumes auch kosten zu dürfen. Er überlebte die Haft, blieb Seelsorger und widmete sich bis zu seinem Tod 1966 als Pomologe dem Obstbau und der wissenschaftlichen Zeichnung von Apfelsorten.
36 Kinder pflanzten nun den zweiten Baum der Hoffnung. Die 120 Luftballons mit angebundenen Kärtchen zauberten für einen Moment einen schönen bunten Himmel. Echte Thüringer Grillwurst, Kaffee und Apfelkuchen in vielen Varianten, Spiel und Basteln für die fast 50 anwesenden Kinder sowie viele Gespräche rundeten den Nachmittag ab.
Hans-Christoph Wisch, Leiter des Christlichen Hospiz Haus Geborgenheit
Autor: redIn diesem Jahr gab es zwei besondere Anlässe für die Einladung. Die Übergabe eines neuen VW-Caddy und das Pflanzen eines zweiten Apfelbaums. Was haben diese beiden mit einander zu tun? Wollen wir so viele Äpfel ernten, dass ein Auto zum Abtransport der Ernte notwendig wird? Nein, das bestimmt nicht, obwohl ...?
... aber beide Dinge – also Auto und Apfelbaum – sind für uns ein Zeichen der Hoffnung! Eine Hoffnung, die die Verbundenheit von Menschen mit der Arbeit des Hospizes zeigt und diese auch nachhaltig unterstützt.
Hospizarbeit heißt neben der palliativen medizinischen und pflegerischen Versorgung und Begleitung vor allem auch Hoffnung geben
- Hoffnung, die Schmerzen, Luftnot, Angst und andere Symptome im Griff zu haben und ertragen zu können;
- Hoffnung, dass schnell jemand da ist, wenn die Symptome übermächtig werden und Hilfe benötigt wird;
- Hoffnung, nicht allein sein zu müssen;
- Hoffnung, dass jemand zuhört, wenn Fragen und Sorgen drücken
- Hoffnung, kleine Wünsche erfüllt zu bekommen
- Hoffnung, dass das Leben in den Familien weitergeht und versorgt sie sind.
Und der Apfelbaum? Hier lohnt der Blick auf die Geschichte des Apfels! Der Korbiniansapfel entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese von Pfarrer Korbinian Aigner, dem bekanntesten Pomologen der neueren Zeit. Er säte mehrere Apfelkerne zwischen den Baracken aus und nahm die jungen Pflänzchen mit, als das Lager zu Kriegsende verlegt werden sollte. Er konnte flüchten und pflanzte die drei Sämlinge in seinen Garten. Er nannte diese KZ-Äpfel. KZ3, die beste entstandene Sorte, wurde später Pfarrer Aigner zu Ehren in Korbiniansapfel umgetauft.
Pfarrer Aigner setze seine Hoffnung darauf, die Früchte seines unter sehr widrigen Bedingungen gezüchteten Apfelbaumes auch kosten zu dürfen. Er überlebte die Haft, blieb Seelsorger und widmete sich bis zu seinem Tod 1966 als Pomologe dem Obstbau und der wissenschaftlichen Zeichnung von Apfelsorten.
36 Kinder pflanzten nun den zweiten Baum der Hoffnung. Die 120 Luftballons mit angebundenen Kärtchen zauberten für einen Moment einen schönen bunten Himmel. Echte Thüringer Grillwurst, Kaffee und Apfelkuchen in vielen Varianten, Spiel und Basteln für die fast 50 anwesenden Kinder sowie viele Gespräche rundeten den Nachmittag ab.
Hans-Christoph Wisch, Leiter des Christlichen Hospiz Haus Geborgenheit


