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Mähen gegen den Gipsabbau (2)

Dienstag, 22. Oktober 2013, 12:55 Uhr
Besser müsste es diesmal eigentlich Harken heißen: Denn am vergangenen Sonnabend beräumten wir Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Nordhausen noch liegen gebliebenes Mähgut auf unserem Halbtrockenrasen zwischen den Naturschutzgebieten Mühlberg und Himmelsberg, der als Sperrgrundstück gegen den vordringenden Steinbruch Rüsselsee fungiert...


Seltene Blüten (Foto: B. Schwarzberg) Seltene Blüten (Foto: B. Schwarzberg) Das Mähgut wurde randlich abgelagert. Am Sonntag erfolgte noch Mahd und Beräumung auf einer kleineren Restfläche des Grundstücks. Der Halbtrockenrasen repräsentiert in Form mehrerer Pflanzengesellschaften wesentliche Relikte unserer Kulturlandschaft über Gips, so vor allem den Sumpfherzblatt-Blaugrasrasen und den Trespenrasen mit der Aufrechten Trespe als eine zentrale Kennart. Mehrere Arten der Roten Liste Thüringens haben hier noch Standorte, so das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris), das Katzenpfötchen (Antennaria dioica, beide stark gefährdet) sowie mehrere Orchideenarten und eine Enzianart.
Die genannten Pflanzengesellschaften sind auf eine Mahd einmal jährlich angewiesen, um nicht der Verbuschung anheim zu fallen. Früher wurden solche Flächen meist mit Schafen beweidet.

Da sich die Schäferei kaum noch lohnt und es im Vergleich zu deren Bedeutung zu geringe Fördermittel für Schäfer gibt, ist Mahd als alternative Bewirtschaftungsform unabdingbar.

Die Bilder zeigen Ulrike Täger-Schmidt nach getaner Arbeit, das beräumte Karstgrundstück und den Fransen-Enzian (Gentianella ciliata).
Bodo Schwarzberg
Autor: red

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