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„Papa, guck mal, diese Vögel da“

Donnerstag, 06. Mai 2004, 13:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Strauße gehören in der Regel nicht unbedingt zu den heimischen Tierarten, die in unseren Breiten gehalten werden. Aber es gibt Ausnahmen. Ein Bericht von nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.

Die bis zu drei Meter hohen Laufvögel bevölkern normalerweise die Afrikanischen Steppen, wo sie vor ca. 55 Millionen Jahren entstanden. Von dort breiteten sie sich nach Osten aus. Funde im Raum Wien belegen, dass der Strauß dort noch vor 10.000 Jahren vorkam. Die Schrittweite des größten lebenden Vogels beträgt bis zu vier Meter, im Laufen schafft er eine Geschwindigkeit bis zu 50 km/h. Dabei dienen die fluguntauglichen Flügel beim Lauf zum Balancieren. Das Brüten besorgt meistens der schwarz-weiße Hahn. Bis zu 20 Eier, die 1 bis 1,5 kg wiegen, befinden sich in einem Gelege.

In Nordafrika und im Nahen Osten wurde der Strauß schon in vorchristlicher Zeit seiner Federn, seines Fleisches und seiner Eier wegen sehr geschätzt. In Südafrika werden die Laufvögel seit dem 18. Jahrhundert auf Farmen gehalten. Mit einem Fettgehalt von rund einem Prozent (ca. 100Kcal/100 gr.) ist Straußenfleisch äußerst mager und entsprechend arm an Cholestirin, dafür aber sehr proteinreich.

Auch in Deutschland sind die Straußenfarmen im Kommen. Eine solche Farm befindet sich in unmittelbarer Nähe, auf dem Gutshof in Krimderode. Am 15. April dieses Jahres gründete Volker Rammelt dort eine Straußenfarm. Mit der Gehegegenehmigung steht der Gutshof für garantiert artgerechte Haltung. Die 4.000 Quadratmeter großen Flächen, auf denen vier Strauße ganzjährig weiden, garantieren sozusagen das Wohlbefinden der Vögel. Ab Juni kommen noch 20 Jungtiere hinzu, verriet der „Straußenvater“. Für Interessierte bietet er täglich um 15 Uhr Führungen an.
Autor: rh

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