nnz-Forum: Märchenhaftes Harztor
Samstag, 19. Oktober 2013, 09:59 Uhr
Wie werden freie Stellen im öffentlichen Dienst besetzt? Nach Bekanntschaft, nach Qualifikation? Mitunter versteht man diese Verwaltungswelt nicht. Auch einem Leser der nnz ging es jetzt so. Er berichtet aus der sagenhaften Märchenwelt namens "Harztor"...
Zur Vorgeschichte eines Märchens aus der Verwaltungswelt: Als es zum Zusammenschluss der beiden Orte Ilfeld und Niedersachswerfen zur Gemeinde Harztor kommen sollte, wurden umfangreiche Sparmaßnahmen beschlossen. Eine davon war die Entlassung eines Mitarbeiters des Bauhofes Niedersachswerfen. Es wurde eine ordnungsgemäße betriebsbedingte Kündigung vorgenommen und als Begründung angegeben, dass der Mitarbeiter der jüngste ist und die meisten Chancen hat, eine neue Anstellung zu finden. Das ist jetzt etwas mehr als zwei Jahre her. Das Märchen beginnt damit jedoch erst:
Im September diesen Jahres kam es zu einer öffentlichen Ausschreibung über zwei neue Stellen im Bauhof Niedersachswerfen, der nun beide Orte der Gemeinde Harztor betreuen wird mit allem was dazu gehört bis hin zum Winterdienst. Mir ist nicht bekannt, wie viele Bewerbungen hierzu eingegangen sind, weiß aber, dass vorher schon sehr viele Bewerbungen vorlagen, auch die des zuvor entlassenen Mitarbeiters.
Eine Voraussetzung für die Anstellung war der LKW-Führerschein. Wünschenswert wäre die Mitgliedschaft in einer der beiden Freiwilligen Feuerwehren sowie ein Rettungsschwimmerschein, aber keine Bedingung.
Am 14. Oktober wurden nun vier Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch geladen, unter anderem auch der Sohn des Ortsteilbürgermeisters von Niedersachswerfen sowie der Ortsbrandmeister von Ilfeld, dem im Vorfeld der LKW Führerschein von der Gemeinde bezahlt worden sein soll.
Das Vorstellungsgespräch fand vor dem Hauptausschuss der Gemeinde Harztor statt, in dem natürlich auch der Bürgermeister und ehemalige Feuerwehr Chef von Niedersachswerfen anwesend war. Durch einen weiteren dummen Zufall soll der Sohn des Bürgermeisters auch schon einen Rettungsschwimmerschein haben, obwohl dieser Bestandteil der Ausschreibung doch erst seit rund einem Monat bekannt ist. Das Vorstellungsgespräch dauerte etwa drei Minuten.
Wie es schon voraus zu sehen war, bekamen der Sohn des Bürgermeisters und der Brandmeister aus Ilfeld die Zusagen für die Stellen. Beide sollen vorher einen festen Job gehabt haben, einer sei sogar schon rund zwei Wochen vor dem Vorstellungsgespräch gekündigt worden, obwohl ja eigentlich noch nichts sicher war.
Die Gemeinde möchte sparen und hatte die Möglichkeit Mitarbeiter mit Fördermitteln einzustellen. Selbst die Option den damals entlassenen Mitarbeiter, der auch voll förderungsfähig gewesen wäre und wusste, was auf ihn zukommt, wurde ausgelassen. Mir als Märchenerzähler stellt sich nun die Frage, sieht das alles nach Vetternwirtschaft aus, die es ja auch im realen Leben geben soll?
D. R., der vollständige Name ist der Redaktion bekannt
Zur Vorgeschichte eines Märchens aus der Verwaltungswelt: Als es zum Zusammenschluss der beiden Orte Ilfeld und Niedersachswerfen zur Gemeinde Harztor kommen sollte, wurden umfangreiche Sparmaßnahmen beschlossen. Eine davon war die Entlassung eines Mitarbeiters des Bauhofes Niedersachswerfen. Es wurde eine ordnungsgemäße betriebsbedingte Kündigung vorgenommen und als Begründung angegeben, dass der Mitarbeiter der jüngste ist und die meisten Chancen hat, eine neue Anstellung zu finden. Das ist jetzt etwas mehr als zwei Jahre her. Das Märchen beginnt damit jedoch erst:
Im September diesen Jahres kam es zu einer öffentlichen Ausschreibung über zwei neue Stellen im Bauhof Niedersachswerfen, der nun beide Orte der Gemeinde Harztor betreuen wird mit allem was dazu gehört bis hin zum Winterdienst. Mir ist nicht bekannt, wie viele Bewerbungen hierzu eingegangen sind, weiß aber, dass vorher schon sehr viele Bewerbungen vorlagen, auch die des zuvor entlassenen Mitarbeiters.
Eine Voraussetzung für die Anstellung war der LKW-Führerschein. Wünschenswert wäre die Mitgliedschaft in einer der beiden Freiwilligen Feuerwehren sowie ein Rettungsschwimmerschein, aber keine Bedingung.
Am 14. Oktober wurden nun vier Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch geladen, unter anderem auch der Sohn des Ortsteilbürgermeisters von Niedersachswerfen sowie der Ortsbrandmeister von Ilfeld, dem im Vorfeld der LKW Führerschein von der Gemeinde bezahlt worden sein soll.
Das Vorstellungsgespräch fand vor dem Hauptausschuss der Gemeinde Harztor statt, in dem natürlich auch der Bürgermeister und ehemalige Feuerwehr Chef von Niedersachswerfen anwesend war. Durch einen weiteren dummen Zufall soll der Sohn des Bürgermeisters auch schon einen Rettungsschwimmerschein haben, obwohl dieser Bestandteil der Ausschreibung doch erst seit rund einem Monat bekannt ist. Das Vorstellungsgespräch dauerte etwa drei Minuten.
Wie es schon voraus zu sehen war, bekamen der Sohn des Bürgermeisters und der Brandmeister aus Ilfeld die Zusagen für die Stellen. Beide sollen vorher einen festen Job gehabt haben, einer sei sogar schon rund zwei Wochen vor dem Vorstellungsgespräch gekündigt worden, obwohl ja eigentlich noch nichts sicher war.
Die Gemeinde möchte sparen und hatte die Möglichkeit Mitarbeiter mit Fördermitteln einzustellen. Selbst die Option den damals entlassenen Mitarbeiter, der auch voll förderungsfähig gewesen wäre und wusste, was auf ihn zukommt, wurde ausgelassen. Mir als Märchenerzähler stellt sich nun die Frage, sieht das alles nach Vetternwirtschaft aus, die es ja auch im realen Leben geben soll?
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Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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