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Insolvenzen in Nordthüringen nehmen zu

Montag, 23. April 2001, 09:10 Uhr
Nordhausen (nnz). Richter Dietrich Ullmann, zuständig für Unternehmer- und Verbraucherinsolvenzen am Mühlhäuser Amtsgericht, zeichnet ein düsteres Bild von der Unternehmerlandschaft in Nordthüringen. Im Landgerichtsbezirk Mühlhausen, dem auch der Landkreis Nordhausen zugeordnet ist, sind im Jahr 2000 insgesamt 652 Anträge auf Unternehmerinsolvenzen eingegangen. Hinzu kommen 77 Verbraucherinsolvenzen. Diese betreffen Privatpersonen, die sich finanziell übernommen haben. Zum Vergleich: 1999 wurden 462 Unternehmer- und 40 Verbraucherinsolvenzen registriert. Die Statistik macht umso betroffener, weil sich die Anzahl der Unternehmensgründungen in 2000 zu 1999 kaum verändert hat.
Die drastische Zunahme bei den Pleite-Betrieben betreffe eigentlich alle Branchen, so Ullmann. Besonders gefährdet seien allerdings Baufirmen und das Baunebengewerbe, also Heizungs-, Elektro-, Maler- und Trockenbaubetriebe. Außerdem nehme die Zahl der Pleiten bei Gaststätten und im Einzelhandel drastisch zu. Die Hälfte der neu gegründeten Unternehmen sei in ein bis fünf Jahren pleite, weiß Dietrich Ullmann.
Autor: ss

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