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Der Rhein in Nordhausen

Mittwoch, 05. Mai 2004, 13:48 Uhr
Nordhausen (nnz). „Rheinische Künstler –Künstler am Rhein - Malerei, Grafik, Objektkunst von Immendorff bis Beuys“ heißt die neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg. Gestern wurde sie eröffnet und die nnz hat sich dabei ein wenig umgesehen.


Schüler der Kreismusikschule Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) war am Abend im Beisein vieler Gäste die Eröffnung vorbehalten. Er überbrachte herzliche Grüße von Mäzenin und Ehrenbürgerin Ilsetraut Glock, der diese Ausstellung überhaupt zu verdanken sei. Sie selbst sei mit 89 Jahren noch so aktiv, dass sie vor vier Wochen ihre Werke in einer eigenen Ausstellung in Bad Godesberg zeigte. Seit Ende der 40iger Jahre pflege die Künstlerin einen Freundeskreis von „Format“, so Wahlbuhl. Ein kleiner Teil der rund 500 Kunstwerke der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung könne nun hier im Nordhäuser Kunsthaus erstmals gezeigt werden.

Die Nordhäuser Ausstellung zeigt 95 Arbeiten von 32 rheinischen Künstlern, die gleichzeitig auch zu den bedeutendsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen – so beispielsweise Hann Trier, Sigmar Polke, Wolf Vostell, Joseph Beuys und Jörg Immendorff – und begibt sich auf die Spuren des künstlerischen Anreizes, den das Rheinland auf seine Künstler – gebürtig oder zugezogen - ausübt.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die 15 Werke von Max Ernst, der als Hauptvertreter des Kölner Dada zu den bedeutendsten Künstlern des Surrealismus zählt. Sein grafisches Oevre nimmt einen eigenen Platz in seinem Gesamtschaffen ein, ist aber auch – wie z.B. die ausgestellten handsignierten Originallithographien aus der Reihe “Dent promt“ zeigen - von stark halluzinatorischer Kraft.

Die Kunstrichtung der Informel-Bewegung in Deutschland wird durch Arbeiten des rheinischen Künstlers Hann Trier vorgestellt und der in Nordhausen 1946 lebte und arbeitete. Ein 1998 verfasster Brief an das Meyenburg-Museum ist in der Ausstellung ebenfalls zu sehen. Den Grafiken von Hann Trier gegenübergestellt werden Radierungen von Josef Fassbender und Peter Herkenrath sowie von Erwin Heerich und Bernhard Schultze.

Zu den zeitgenössischen Highlights der Ausstellung zählen die Lithographien des deutschen Malers und Grafikers A.R. Penck: „Urzeichen“ und „Jazz“. Diese Werke sind typische Beispiele für das Schaffen von Penck, der 1980 die ehemalige DDR verließ und jetzt im Rheinland lebt. Seine Strichmännchen erinnern an prähistorische Zeichen und schildern in reduzierter Form menschliche Befindlichkeiten am Ende des zweiten Jahrtausends.

Einen weiteren großen Schwerpunkt bildet als Vertreter der Kölner Aktions- und Objektkunst der gebürtige Mecklenburger H.A. Schult, dessen „Fetisch Auto“ weit über das Rheinland hinaus bekannt ist. Ein ganzer Raum ist ebenfalls den Bonner Künstlern gewidmet, die zu der Stifterin und Künstlerin Ilsetraut Glock in Beziehung stehen. Die Ausstellung ist bis zum 5. September im Kunsthaus Meyenburg, 99734 Nordhausen, A.-Puschkin-Str. 31, Tel. 03631/881091, zu den Öffnungszeiten: Di - So: 10 – 17 Uhr, zu sehen.
Autor: nnz

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