Für die nächsten Generationen
Mittwoch, 28. April 2004, 13:53 Uhr
Nordhausen (nnz). Einen Tag nach der Entscheidung in Erfurt, den Winkelberg auch in die Nachmeldung der FFH-Gebiete aufzunehmen, haben die nnz weitere Reaktionen erreicht. So meldeten sich die Stadt Nordhausen und der Arbeitkreis Gipskarst Südharz zu Wort.

"Dass nun der komplette Winkelberg - und damit der europaweit einzigartige Naturraum der ‚Rüdigsdorfer Schweiz’ - unter Schutz gestellt ist, ist letztlich auch der Erfolg einer konsequenten fachlichen Arbeit und einer parteiübergreifenden Politik des langen Atems in unserer Stadt und einer ganzen Region. Das ist in erster Linie auch Resultat eines couragierten Eintretens der Bürger für den Erhalt ihrer Heimat. Hinzu kommt das klare Bekenntnis der Landesregierung - und vor allem des Ministerpräsidenten Althaus - zum Erhalt der Südharzer Gipskarstlandschaft", sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke. "Diese Entscheidung ist im Sinne der nächsten Generationen gefallen."
Rinke erinnerte an die Stadtrats-Beschlüsse seit den frühen 90er Jahren: "Bereits damals hatten die Nordhäuser Stadträte die Planungsziele einvernehmlich und klar formuliert: Die ‚Rüdigsdorfer Schweiz’ ist als Naturraum und Raum für Naherholung und Tourismus zu erhalten und der Bergbau auf extra ausgewiesene Vorranggebiete zu konzentrieren." Gleichzeitig habe die Stadt Nordhausen über ein Jahrzehnt diesbezügliche Interessen auch in den verschiedenen übergeordneten Planungen und Gremien konsequent und nachdrücklich vertreten. Bis zuletzt hatte die Stadt Nordhausen auch alle privatrechtlichen Möglichkeiten genutzt - und zum Beispiel im Jahr 2001 den 28 Hektar großen Kalkberg gekauft, um ihn so vor dem Rohstoffabbau zu retten.
Mit dem Beschluss des Kabinetts sei jetzt eine Richtung gewiesen - "das macht es den Kommunen möglich, die reichen Potenziale der `Rüdigsdorfer Schweiz´ im Sinne einer nachhaltigen Nutzung auszuschöpfen - zum Beispiel für den Tourismus. Wir haben jetzt endlich die nötige Planungssicherheit!"
Begrüßt wurde die Entscheidung des Thüringer Kabinetts auch vom Arbeitskreis Gipskarst Südharz. Damit sei auch dem Willen der Kommunen und ihrer Bürger entsprochen worden, meinte dessen Sprecherin Gabriela Sennecke. Und damit seien auch die Voraussetzungen für ein länderübergreifendes Biosphärenreservat geschaffen worden. Enttäuscht sind die Mitglieder des Arbeitskreises über die Äußerungen des Werkleiters der Südharzer Gipswerke, Tobias Jung. Der Arbeitskreis sei in den zurückliegenden Jahren immer um eine sachliche Auseinandersetzung mit der Industrie bemüht gewesen. So könne man nicht verstehen, warum der Erhalt von 70 Arbeitsplätzen von der Entscheidung der Landesregierung abhängig gemacht würde. Der Arbeitskreis verweist in seinem Statement auf die Verfahren in den zurückliegenden Jahren und auf Bewertungen und Gutachten bereits zu Beginn der 90er Jahre (siehe hierzu im nnz-Archiv). Abschließend bedankt sich Sennecke bei allen, die den Arbeitskreis in den zurückliegenden Jahren in seiner Arbeit unterstützt hätten.
Autor: nnz
"Dass nun der komplette Winkelberg - und damit der europaweit einzigartige Naturraum der ‚Rüdigsdorfer Schweiz’ - unter Schutz gestellt ist, ist letztlich auch der Erfolg einer konsequenten fachlichen Arbeit und einer parteiübergreifenden Politik des langen Atems in unserer Stadt und einer ganzen Region. Das ist in erster Linie auch Resultat eines couragierten Eintretens der Bürger für den Erhalt ihrer Heimat. Hinzu kommt das klare Bekenntnis der Landesregierung - und vor allem des Ministerpräsidenten Althaus - zum Erhalt der Südharzer Gipskarstlandschaft", sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke. "Diese Entscheidung ist im Sinne der nächsten Generationen gefallen."
Rinke erinnerte an die Stadtrats-Beschlüsse seit den frühen 90er Jahren: "Bereits damals hatten die Nordhäuser Stadträte die Planungsziele einvernehmlich und klar formuliert: Die ‚Rüdigsdorfer Schweiz’ ist als Naturraum und Raum für Naherholung und Tourismus zu erhalten und der Bergbau auf extra ausgewiesene Vorranggebiete zu konzentrieren." Gleichzeitig habe die Stadt Nordhausen über ein Jahrzehnt diesbezügliche Interessen auch in den verschiedenen übergeordneten Planungen und Gremien konsequent und nachdrücklich vertreten. Bis zuletzt hatte die Stadt Nordhausen auch alle privatrechtlichen Möglichkeiten genutzt - und zum Beispiel im Jahr 2001 den 28 Hektar großen Kalkberg gekauft, um ihn so vor dem Rohstoffabbau zu retten.
Mit dem Beschluss des Kabinetts sei jetzt eine Richtung gewiesen - "das macht es den Kommunen möglich, die reichen Potenziale der `Rüdigsdorfer Schweiz´ im Sinne einer nachhaltigen Nutzung auszuschöpfen - zum Beispiel für den Tourismus. Wir haben jetzt endlich die nötige Planungssicherheit!"
Begrüßt wurde die Entscheidung des Thüringer Kabinetts auch vom Arbeitskreis Gipskarst Südharz. Damit sei auch dem Willen der Kommunen und ihrer Bürger entsprochen worden, meinte dessen Sprecherin Gabriela Sennecke. Und damit seien auch die Voraussetzungen für ein länderübergreifendes Biosphärenreservat geschaffen worden. Enttäuscht sind die Mitglieder des Arbeitskreises über die Äußerungen des Werkleiters der Südharzer Gipswerke, Tobias Jung. Der Arbeitskreis sei in den zurückliegenden Jahren immer um eine sachliche Auseinandersetzung mit der Industrie bemüht gewesen. So könne man nicht verstehen, warum der Erhalt von 70 Arbeitsplätzen von der Entscheidung der Landesregierung abhängig gemacht würde. Der Arbeitskreis verweist in seinem Statement auf die Verfahren in den zurückliegenden Jahren und auf Bewertungen und Gutachten bereits zu Beginn der 90er Jahre (siehe hierzu im nnz-Archiv). Abschließend bedankt sich Sennecke bei allen, die den Arbeitskreis in den zurückliegenden Jahren in seiner Arbeit unterstützt hätten.
