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Gegen zweifachen Meister

Freitag, 27. September 2013, 05:38 Uhr
Stolz prangt der goldene Stern mit der 2 im Zentrum auf dem Logo des FC Viktoria 1889 Berlin Lichterfelde-Tempelhof, dem nächsten Kontrahenten von Wacker Nordhausen in der Regionalliga am Sonntag um 13.30 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark ...


Kindemann (Foto: Archiv Verkouter) Kindemann (Foto: Archiv Verkouter) Dieser Stern steht für die zweimal errungene DFB-Meisterschaft Deutschlands. Das ist allerdings schon über einhundert Jahre her - 1908 und 1911 in den Endspielen als Sieger gegen Stuttgart und Leipzig. Viktoria will mit dem Sportlichen Leiter Lutz Lindemann (Foto), in Nordhausen noch als exzellenter Spieler bei Motor in guter Erinnerung, an alte glorreiche Zeiten anknüpfen, zumindest aber dritte Kraft hinter Hertha BSC und Union Berlin werden.

Bislang haben die Hauptstädter noch kein Punktspiel gewinnen können, allerdings wegen ihrer ausgezeichneten Abwehrarbeit auch erst ein Mal verloren – 0:2 beim aktuellen Tabellenzweiten TSG Neustrelitz. Mit sechs Unentschieden im Gepäck kommt Viktoria Berlin in den Südharz und will hier den ersten Saisonsieg einfahren. Berlin gibt sich auch zuversichtlich. Warum soll der erste Dreier nicht bei Wacker gelingen? Die haben eine Negativserie von vier sieglosen Spielen in Folge hinter sich, ohne dabei spielerisch zu enttäuschen.

Neben den zwei Meistertiteln in fern zurückliegender Zeit besitzen die Berliner zurzeit den inoffiziellen Titel „Remiskönige“. Dafür gab es sogar schon sechs Punkte. Nordhausen weiß bereits vom Saisonauftaktspiel gegen Halberstadt, wie sich ein Sieg anfühlt. Trotzdem kann Wacker nur mit einem erneuten eigenen Erfolg an Viktoria vorbeiziehen und würde dabei sogar wieder im Soll liegen – nämlich über dem Strich, wie Präsident Nico Kleofas die Saisonzielstellung vorgab. Nur braucht es zum Gewinnen eben Tore, eigene natürlich. Und da liegt momentan ja der Hase im Pfeffer.

Ähnlich sieht es auch bei den Berlinern aus. Zum 1:1-Remis gegen Plauen äußerte sich der Viktoria-Trainer Thomas Herbst so: „Natürlich sind wir enttäuscht. Wir wollten heute den Bock umstoßen. In der ersten Halbzeit haben wir einfach zu fahrig und ungenau gespielt. Über Kampf und Laufbereitschaft sind wir ins Spiel gekommen, haben aber manche Situationen zu ungenau zu Ende gespielt. Ich bin mir sicher, es wird die Zeit kommen, in der wir den Bock umstoßen. Man darf auch nicht vergessen, dass mit Doymus, Stachnik und Ahmetcik weiterhin drei Stammspieler verletzt fehlten.“

Tore müssen geschossen werden (Foto: Bernd Peter) Tore müssen geschossen werden (Foto: Bernd Peter)

Nach der vierten Niederlage in Folge sagte Wackercoach Jörg Goslar: „Es ist müßig zu erklären, dass wir wieder nicht die schlechtere Mannschaft waren, dass wir aber eben wieder auch mit nur einem Tor Unterschied verlieren. Wenn wir jetzt aus dieser Situation gestärkt wieder rauskommen, sind wir auf einem guten Weg. Wir müssen vor allem erst einmal zu null spielen. Das haben wir heute über weite Strecken gut gemacht. Wir haben versucht, die Standards weg zu halten, man kann aber nicht alles verhindern und wir haben auch diesmal eigentlich nur einen Fehler gemacht. Das ist nicht viel, aber in dieser Liga wird das eben sofort bestraft. Wenn wir auf der anderen Seite unsere 100-prozentigen Chancen mal nutzen würden, dann führst du in so einem Spiel gegen eine völlig verunsicherte Mannschaft und die Partie geht ganz anders aus."

Ein Nervenspiel wird es wohl erneut werden. Wer trifft endlich wieder ins gegnerische Gehäuse, fragen sich die Fans, die trotzdem noch hinter der Mannschaft stehen. So niedergeschlagen wie auf dem Bild in Meuselwitz wollen sie ihre Fußballer am Sonntag gegen die himmelblaue Viktoria nicht sehen. Christoph Rischker hat seine Sperre abgesessen und sollte wieder zum Aufgebot gehören. Nordthüringen hofft auf einen Befreiungsschlag.

Im Bad Langensalzaer Stadion der Freundschaft beim FSV Preußen (Tabellenerster) muss unsere Regionalliga-Reserve (3. Platz) morgen Farbe bekennen. Dort wird um 15 Uhr das Spitzenspiel des Wochenendes in der Landesklasse angepfiffen. Während Wacker II aus Siebleben ohne Zählbares mit der ersten Saisonniederlage im Gepäck nach Hause reiste, könnten die bisher ungeschlagenen Gastgeber (nur einmal trennte man sich bisher unentschieden) sogar ihre eigene Position bei einem Erfolg festigen und einen Vier-Punkte-Vorsprung gegenüber uns erreichen. Doch die Etzrodt-Schützlinge wollen keine zweite Auswärtsniederlage hintereinander einstecken, sondern sich wieder vor den Preußen platzieren. Das erfordert aber einen eigenen Sieg. Darin liegt die Würze der Begegnung.
Klaus Verkouter
Autor: red

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