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Wacker verliert Kellerduell

Montag, 23. September 2013, 10:24 Uhr
Nach dem aktuellen Live-Ticker gestern, wollen wir Ihnen noch einen Spielbericht von der Regionalliga-Partie ZFC Meuselwitz gegen Wacker Nordhausen nachliefern...


Auch gegen einen angeschlagenen Gegner ist Wacker Nordhausen heute kein Sieg gelungen. Die Mannschaft von Trainer Jörg Goslar war beim ZFC Meuselwitz zum Kellerduell zu Gast. Der 1:0-Treffer von Mirko Jentzsch vom ZFC in der 84. Minute entschied die Partie. Für Wacker ist es die vierte Niederlage in Folge, zum vierten Mal ging die Partie mit nur einem Tor Unterschied verloren.

Dabei sah es vor allen Dingen zu Beginn des Spiels gar nicht so schlecht für die Nordhäuser aus. Die begannen mutiger gegen einen Gegner, der einen völlig verängstigten Eindruck machte. Allerdings war den Spielern beider Teams anzusehen, dass man weiß worum es geht. Der Verlierer würde, das war klar, auf einen Abstiegsplatz abrutschen. Wacker spielte nach vorn, ging motiviert in die Zweikämpfe und Matti Langer meldete sich schon in der elften Minute mal mit einem Schuss aus rund 20 Metern, der allerdings noch über das Tor ging. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Nordhäuser schon zwei Ecken gehabt.

Allerdings machte sich gerade bei Standards auch das Fehlen vom gesperrten Christoph Rischker bemerkbar. Der hatte sich vor gut einer Woche bei der Auswärtspartie in Plauen eine Ampelkarte abgeholt.

Es sollte gut 20, 25 Minuten dauern, bis auch Meuselwitz besser ins Spiel fand. Gute Möglichkeiten hatten beim ZFC Rene Weinert (26.) und nur eine Minute später Sven Bernsdorf, der im Strafraum hart abgezogen hatte. Doch bei beiden Schüssen war ein gut aufgelegter Patrick Siefkes zur Stelle.

Die größte und beste Möglichkeit der ersten Spielhälfte hatte kurz vor dem Pausenpfiff Wackers Benjamin Halstenberg. Auf der rechten Seite hatte sich Marcel Goslar durchgesetzt, dann Richtung Strafraum zu Martin Hauswald gespielt. Dessen Querpass landete genau auf dem Fuß vom am Fünfmeterraum lauernden Halstenberg und ließ zudem noch ZFC-Keeper Norman Teichmann aussteigen. Halstenberg hätte nur noch einschieben brauchen, doch sein Schuss aus sechs Metern ging über das Meuselwitzer Tor.

Auch nach der Halbzeit machten die Nordhäuser den präsenteren Eindruck. Trainer Jörg Goslar hatte Christopher Lehmann draußen gelassen. Der hatte in der ersten Halbzeit mit viel Einsatz gekämpft, hatte sich aber auch eine gelbe Karte eingehandelt und war kurz vor der Pause nach einem weiteren Foul von Schiedsrichter Jacob Pawlowski ein letztes Mal ermahnt worden.

Für ihn kam Omar El-Zein ins Spiel und der wollte und sollte der Partie noch einmal mehr Schwung geben. El-Zein lief viel, warf sich in die Zweikämpfe und hatte in der 76. Minute seine sicherlich größte Möglichkeit. Aus 18 Metern hatte er einfach mal abgezogen. Teichmann im ZFC-Tor musste sich bei dem Flachschuss mächtig strecken, um noch zur Ecke zu klären.

Zu diesem Zeitpunkt ist klar: entweder fällt die Entscheidung wirklich erst zum Schluss oder man teilt sich die Punkte. Und in der 80. Minute nahm das Unheil seinen Lauf. Der ZFC wechselt Steffen Scheidler aus, für ihn kommt Mirko Jentzsch. Und der sollte es in der 84. Minute quasi mit seiner ersten Ballberührung sein, der Wacker ins Tal der Tränen köpft. Zuvor hatte Wacker einen Angriff über rechts per Foul stoppen müssen. Der Boltze-Freistoß segelte zu Jentzsch, der in diesem Moment sicher nicht richtig gedeckt wurde und frei einköpfen konnte.

Damit ist die Geschichte einer Partie, in der große Chancen eher Mangelware waren, auch schon erzählt. Erwähnenswert vielleicht noch, dass rund 30 Fans aus Nordhausen mit angereist waren. Bei denen verabschiedeten und bedankten sich eine geknickte Mannschaft und ein ebenso bedrückt dreinschauender Trainer.

Vereins-Präsident Nico Kleofas unterstrich direkt nach dem Spiel noch einmal: "Wir dürfen und werden jetzt keine Unruhe aufkommen lassen. Trainer und Spieler haben das Vertrauen des Präsidiums. Wir haben bis jetzt in keinem Spiel schlechten Fußball gezeigt. Aber klar, nun müssen wir aber eben auch mal den Bock umstoßen."

Trainer Jörg Goslar nach der Partie auf die Frage, wie es seiner Fußballer-Seele gehe: "Wie es mir geht ist erst einmal egal. Wichtig ist jetzt, die Mannschaft wieder aufzubauen. Es ist ja müßig wieder zu erklären, dass wir wieder nicht die schlechtere Mannschaft waren, das wir aber eben wieder auch mit nur einem Tor Unterschied verlieren. Wenn wir jetzt aus dieser Situation gestärkt wieder rauskommen, sind wir auf einem guten Weg. Um da rauszukommen, müssen wir vor allem erst einmal zu Null spielen. Das haben wir heute über weite Strecken gut gemacht. Wir haben versucht, die Standards weg zu halten, man kann aber nicht alles verhindern und wir haben auch diesmal eigentlich nur einen Fehler gemacht. Das ist nicht viel, aber in dieser Liga wird das eben sofort bestraft. Wenn wir auf der anderen Seite unsere 100prozentigen Chancen mal nutzen würden, dann führst du in so einem Spiel gegen eine völlig verunsicherte Mannschaft und die Partie geht ganz anders aus."
Lars Koch
Autor: red

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