Thüringens neue Mitte
Samstag, 24. April 2004, 13:58 Uhr
Nordhausen (nnz). Punkt 12.39 Uhr war es heute soweit. Da sprach Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus den entscheidenden Satz: Die zweite Thüringer Landesgartenschau ist eröffnet. Dann konnte es losgehen, dass 169-tägige Spektakel. Was vor dem Satz geschah, das erfahren Sie mit einem Klick auf MEHR.

Wenn die Generalprobe misslingt, dann klappt es mit der Premiere. Getreu diesem künstlerischen Erfahrungsschatz konnte eigentlich während der Eröffnungsfeier zur Landesgartenschau (LGS) in Nordhausen nichts schief gehen. Die Generalprobe war gestern ein wenig dem Regen zum Opfer gefallen. Doch nun zum Heute:
Mit einer farbenfrohen Schau, mit einer Mischung aus Politik, Film, Musik und Kindern war am Mittag die Landesgartenschau in Nordhausen eröffnet worden. Mehrere hundert Nordhäuser und Gäste nahmen an der Feier teil. Und da wurde den Zuschauern einiges geboten. Bei der Begrüßung der Gäste aus Wirtschaft und Politik brandete dann bei einem Namen ehrlicher Beifall auf. Er galt Helmut Zinke, dem ersten Ehrenbürger der Stadt Nordhausen. Wie Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) erläuterte, sei es eigentlich Helmut Zinke zu verdanken, dass die Gartenschau auf dem Petersberg stattfinden kann. Unter Einsatz seines Leben war es Zinke, der 167 Bomben-Blindgänger im Nordhäuser Stadtzentrum entschärft hatte.
Unser Ziel war eine grüne Stadt als Antwort auf Stadtflucht, Atmosphäre schaffen statt Kulisse erhalten, den Jungen Räume geben zum Lernen und Spielen, den Alten Wege und Parks zum Spazieren und Ausruhen. Kurzum: Ein Stadtzentrum, in dem es sich gut leben lässt. In vielen Bürgerforen haben wir immer wieder versucht, die Menschen mitzunehmen. Einzelne Vorschläge flossen in die Planung mit ein, umriß das Stadtoberhaupt die ersten Zielstellungen Ende der 90er Jahre und resümierte, dass dies nur mit der Landesgartenschau und die vielen Millionen Euro an Fördermitteln habe gelingen können.
Grußworte sprach auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU), der sich den Nordhäusern als Nachbar aus dem Eichsfeld empfahl. Die Wunden der Geschichte, die auch in Nordhausen gerissen wurden, die könne man am besten mit einem großen Garten wie auf dem Petersberg heilen. In einem Garten wachse es, die Jahreszeiten würden notwendige Veränderungen mit sich bringen. Althaus ging aber auch auf die derzeitige Polit-Diskussion um den Aufbau Ost ein. Für ihn sei die nicht verständlich. In Thüringen habe man zum Beispiel mehr Probleme gelöst, als sie es noch zu lösen gebe. In 14 Jahren sei man auch in Nordhausen gut vorangekommen, vielleicht letztlich auch durch die Ausrichtung der Gartenschau.
Während der Eröffnungsfeier gab es für die Zuhörer und Zuseher dann auch zwei wirkliche Premieren zu erleben. So wurde zum Beispiel der Film Über’n Berg uraufgeführt. Hier wurde im Zwiegespräch zwischen Großvater und Enkelin die Geschichte des Petersberges dokumentiert. Die zweite Uraufführung war musikalischer Natur. Ein Ensemble aus Loh-Orchester, einer Jazzgruppe und einer Nachwuchsband aus Nordhausen führte die Kantate Rosen, wild wie rote Flammen auf. Die Musik stammt von Friedrich W. Bergner, den Text steuerte Heinrich Heine bei. Er wurde seiner Harzreise entnommen.
Mit einem Dankeschön an alle fleißigen Helfer, mit dem Aufsteigen von 2004 Tauben und den Blumenkindern ging die Eröffnungsfeier zu Ende. Begonnen hat nun die zweite Landesgartenschau in Nordhausen. Begonnen hat damit das eigentliche Ereignis in Nordhausen. Bleibt nur zu hoffen und zu wünschen, dass der Wettergott in den kommenden 169 Tagen ein Einsehen mit der Rolandstadt hat und freundliches Wetter auf den Petersberg schickt.
Autor: nnz
Wenn die Generalprobe misslingt, dann klappt es mit der Premiere. Getreu diesem künstlerischen Erfahrungsschatz konnte eigentlich während der Eröffnungsfeier zur Landesgartenschau (LGS) in Nordhausen nichts schief gehen. Die Generalprobe war gestern ein wenig dem Regen zum Opfer gefallen. Doch nun zum Heute:Mit einer farbenfrohen Schau, mit einer Mischung aus Politik, Film, Musik und Kindern war am Mittag die Landesgartenschau in Nordhausen eröffnet worden. Mehrere hundert Nordhäuser und Gäste nahmen an der Feier teil. Und da wurde den Zuschauern einiges geboten. Bei der Begrüßung der Gäste aus Wirtschaft und Politik brandete dann bei einem Namen ehrlicher Beifall auf. Er galt Helmut Zinke, dem ersten Ehrenbürger der Stadt Nordhausen. Wie Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) erläuterte, sei es eigentlich Helmut Zinke zu verdanken, dass die Gartenschau auf dem Petersberg stattfinden kann. Unter Einsatz seines Leben war es Zinke, der 167 Bomben-Blindgänger im Nordhäuser Stadtzentrum entschärft hatte.
Unser Ziel war eine grüne Stadt als Antwort auf Stadtflucht, Atmosphäre schaffen statt Kulisse erhalten, den Jungen Räume geben zum Lernen und Spielen, den Alten Wege und Parks zum Spazieren und Ausruhen. Kurzum: Ein Stadtzentrum, in dem es sich gut leben lässt. In vielen Bürgerforen haben wir immer wieder versucht, die Menschen mitzunehmen. Einzelne Vorschläge flossen in die Planung mit ein, umriß das Stadtoberhaupt die ersten Zielstellungen Ende der 90er Jahre und resümierte, dass dies nur mit der Landesgartenschau und die vielen Millionen Euro an Fördermitteln habe gelingen können.
Grußworte sprach auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU), der sich den Nordhäusern als Nachbar aus dem Eichsfeld empfahl. Die Wunden der Geschichte, die auch in Nordhausen gerissen wurden, die könne man am besten mit einem großen Garten wie auf dem Petersberg heilen. In einem Garten wachse es, die Jahreszeiten würden notwendige Veränderungen mit sich bringen. Althaus ging aber auch auf die derzeitige Polit-Diskussion um den Aufbau Ost ein. Für ihn sei die nicht verständlich. In Thüringen habe man zum Beispiel mehr Probleme gelöst, als sie es noch zu lösen gebe. In 14 Jahren sei man auch in Nordhausen gut vorangekommen, vielleicht letztlich auch durch die Ausrichtung der Gartenschau. Während der Eröffnungsfeier gab es für die Zuhörer und Zuseher dann auch zwei wirkliche Premieren zu erleben. So wurde zum Beispiel der Film Über’n Berg uraufgeführt. Hier wurde im Zwiegespräch zwischen Großvater und Enkelin die Geschichte des Petersberges dokumentiert. Die zweite Uraufführung war musikalischer Natur. Ein Ensemble aus Loh-Orchester, einer Jazzgruppe und einer Nachwuchsband aus Nordhausen führte die Kantate Rosen, wild wie rote Flammen auf. Die Musik stammt von Friedrich W. Bergner, den Text steuerte Heinrich Heine bei. Er wurde seiner Harzreise entnommen.
Mit einem Dankeschön an alle fleißigen Helfer, mit dem Aufsteigen von 2004 Tauben und den Blumenkindern ging die Eröffnungsfeier zu Ende. Begonnen hat nun die zweite Landesgartenschau in Nordhausen. Begonnen hat damit das eigentliche Ereignis in Nordhausen. Bleibt nur zu hoffen und zu wünschen, dass der Wettergott in den kommenden 169 Tagen ein Einsehen mit der Rolandstadt hat und freundliches Wetter auf den Petersberg schickt.
