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Streik am Klinikum - nachgefragt

Mittwoch, 18. September 2013, 14:26 Uhr
Die Wogen zwischen den Tarifparteien am Nordhäuser Klinikum schlage hoch. Landrätin Birgit Keller will vermitteln. Wir haben in der Geschäftsleitung nachgefragt...

Warnstreik am Südharz Klinikum (Foto: nnz) Warnstreik am Südharz Klinikum (Foto: nnz)

Die Geschäftsführung hat Verständnis für die Forderung der Mitarbeiter nach einer deutlichen Gehaltsverbesserung. Allerdings zeigte sie sich angesichts des nachgebesserten Tarifangebotes verwundert über die Unterbrechung der Tarifverhandlung mit dem anschließenden Streikaufruf durch ver.di. Gestern noch habe man der Tarifkommission ein Angebot unterbreitet, das wiederum über bisherige Offerten hinausgeht.

So sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums in fünf Schritten insgesamt 12,02 Prozent statt, wie zuletzt angeboten 10,9 Prozent, mehr Geld in der Tasche haben. Alternativ für die Gehaltssteigerung am 1. August 2014 wurde eine Einmalzahlung von 250 Euro angeboten, auch für "Die Brücke".

Jeder Beschäftigte soll eine Einmalzahlung in Höhe von 800 Euro erhalten, wenn er von Januar bis August dieses Jahres angestellt war. Für Auszubildende gelten die gleichen Zeiträume, sie erhalten 100 Euro. Deren Vergütung soll dann zum 1. November um 3 Prozent und zum 1. Dezember um 3,5 Prozent steigen, ist aus den, der nnz vorliegenden, Unterlagen zu entnehmen. Ab Februar des kommenden Jahres soll darüber hinaus ein Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde für die Niedriglohnbereiche eingeführt werden.

Beide Geschäftsführer des Klinikums verstehen nicht, warum die Tarifkommission immer wieder neue Forderungen aufmacht, wenn die Vorherigen erfüllt wurden? Mit der angebotenen Steigerung ist die Differenz zum TVöD nach Klinikberechnungen auf rund sechs Prozent verringert, was ja der Hauptforderung einer Annäherung an das TVöD-Niveau entsprechen würde. Die Einbeziehung aller Bereiche des Klinikums in diese Gehaltsentwicklung ist dabei in Thüringen eher die Ausnahme.

Dennoch sei die Geschäftsleitung natürlich jederzeit zur Verhandlungsfortsetzung bereit.
Autor: red

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