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Torreiches Derby

Montag, 16. September 2013, 10:43 Uhr
Musikalisch war es Jonas Myrin mit „Day of the Battle“, der den Takt am Sonnabend auf dem Göldner in Sondershausen vorgab. Der Tag des Kampfes, bei dem es entgegen der Titelzeile eher freundschaftlich und fair zuging. Sandra Arm mit einem Bericht über ein historisches Spiel...


Beim Traditionsspiel zwischen dem BSV Eintracht Sondershausen und dem FSV Wacker Nordhausen stand viel mehr der Spaß im Vordergrund. Verlieren wollte dennoch keins der beiden Teams, eins erwischte es dann doch – Wacker musste sich nach 2x40 Minuten mit 4:7 (0:2) geschlagen geben.

„Es ist eigentlich wie immer, wenn wir in Sondershausen spielen: Wir machen das Spiel und die anderen schießen die Tore“, wusste Sven Pistorius, ehemaliger Wacker-Kapitän, aus Erfahrung. Daran änderte sich auch am Sonnabend nichts. Die wie das Eintracht-Team, gecoacht von Burkhard Venth, aus jungen und alten Akteuren zusammengestellte Mannschaft gab zunächst spielerisch den Ton an.

Besonders über die mit Daniel Braun und Sven Pistorius stark besetzten Flügelseiten wurde druckvoll agiert. Beide sorgten mit ihren Flanken in den Strafraum immer wieder für Gefahr. Allerdings wusste unter anderem Stürmer Lars Pohl die sich ihm bietenden Chancen nicht zu nutzen. Ebenfalls kein Glück im Abschluss hatte Frank Ludwig, dessen Schuss knapp über das Gehäuse segelte. Eine arbeitsreiche Anfangsviertelstunde hatte Eintracht-Keeper Daniel Menzel zu überstehen. „Er hat stark gehalten“, hatte auch Jens Eisenschmidt (Wacker) beobachtet.

Auf der anderen Seite rückte Tino Steinberg zwischen die Pfosten. Er vertrat Henryk Lihsa, der sich ein paar Tage vor seinem Einsatz eine Rippenprellung zugezogen hatte und zunächst auf der Reservebank Platz nahm. Von da sah er, was passiert, wenn man selbst die Tore nicht schießt – man wird bestraft. Nach einer Ecke war es Christian Krug, der zur 1:0-Führung köpfte. Nur wenige Minuten später erhöhte die Eintracht durch Marco Baltruschat zum 2:0. Mehr ließ das Wacker-Team bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr zu.

Hälfte zwei bot noch mehr Spannung und reichlich Tore. Den ersten Treffer gab es in der 50. Minute. André Bohne ließ sich die Chance freistehend vor Steinberg nicht entgehen und netzte zum 3:0 ein. Nur 180 Sekunden später belohnte sich Frank Ludwig für seinen engagierten Einsatz. Den ersten Angriff wehrte Marco Röhl, er kam in der zweiten Hälfte für Menzel, noch ab, beim Nachschuss von Ludwig hatte er allerdings keine Chance 3:1. Beinahe hätte sich Pistorius in der 59. Minute ebenfalls belohnt, Röhl war zur Stelle.

Ganz abgebrüht mit einem wunderschönen Heber überwand Sven Baumann den Wacker-Keeper Steinberg und erhöhte zum 4:1 (62.). Dass auch Wacker Tore schießen kann, das bewies Eisenschmidt – 4:2 (65.). Den Anschlusstreffer hatte er nur zwei Minuten später auf dem Fuß, der Ball knallte an die Latte. Schützenhilfe bekam das Wackerteam, als Trainer fungierte Uwe Etzrodt, dann von Uwe Bohr, der ins eigene Tor traf – 4:3 (69.). Hoffnung keimte plötzlich bei den Nordhäusern auf, die Partie doch noch drehen zu können.

Der Ausgleich lag in der Luft. So hatte ihn beispielsweise Pistorius auf dem Fuß. Sein Schuss wehrte Bohr mit einer tollen Aktion aus dem eigenen Strafraum ab. Auch Lihsa, der in der 70. Minute für Sasa Dadunashvili kam und von Pistorius zur Halbzeitpause als Geheimwaffe bezeichnet wurde, köpfte aus aussichtsreicher Position neben das Gehäuse (74.).

Die Bestrafung folgte – Alexander Sisolefski mit dem 5:3 (75.). Nach einer schönen Kombination über die Stationen Bohne und Matthias Nelde war es Glenn Bose, der zum 6:3 (76.) erhöhte. Auch die Nordhäuser durften noch einmal jubeln – Frank Ludwig nach schöner Vorarbeit von Pistorius verkürzte zum 6:4 (78.). Sven Hellmund scheiterte anschließend am gut parierenden Röhl. Den Schlusspunkt setzte Axel Duft, der ein herrliches Solo mit einem schönen Treffer zum 7:4 vollendete. „Der Treffer war Zufall“, kommentierte Duft scherzhaft sein Tor.

„Gegen die Nordhäuser zu spielen, war sehr angenehm“, sagte Duft, der es wie alle Beteiligten einfach nur schön fand „die alte Weggefährten wiedergesehen zu haben“. Das Ergebnis, so waren sich alle Akteure einig, war zweitrangig. „Es sind alle auf ihre Kosten gekommen. Das Wichtigste war, dass sich niemand verletzt hat“, sagte Pistorius, der sich insbesondere von der Leistung der älteren Spieler auf beiden Seiten begeistert zeigte. „Davor kann ich nur den Hut ziehen, dass die Älteren noch so fit sind.“

Die Chance einer Neuauflage des besonderen Derbys im kommenden Jahr ist groß. „Ich bin frohen Mutes, dass es im nächsten Jahr eine Neuauflage dann in Nordhausen geben wird. Möglich wäre es, das Traditionsspiel vor einem Regionalligaspiel stattfinden zu lassen. Ein Termin steht aber noch nicht fest“, schaute Pistorius voraus. Der Termin ist noch offen, etwas anderes steht schon - das Ziel: „In Nordhausen wollen wir den Bock umstoßen und das Spiel gewinnen.“ Musikalisch würde sicherlich Jonas Myrin wieder den Takt vorgeben.
Sandra Arm

Eintracht Sondershausen: Daniel Menzel/Marco Röhl – Marcel Kloth, Axel Duft, Jens Duft, Matthias Springer, Riccardo Nieke, Christian Krug, Marco Baltruschat, Martin Iffarth, Axel Böse, Lars Plachy, Marco Röhl, Glenn Bose, Uwe Bohr, André Bohne, Uwe Hankel, Matthias Nelde, Alexander Sisolefski, Maik Franz, Sven Baumann

Wacker Nordhausen: Tino Steinberg – Daniel Braun, Daniel Wiegleb, Nico Steinberg, Jens Ludwig, Jens Eisenschmidt, René Taute, Sasa Dadunashvili, Lars Pohl, Sven Pistorius, Frank Ludwig, Jürgen Jödicke, André Wybranietz, Sven Hellmund, Hendryk Lihsa.
Autor: red

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