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Projekt 18

Mittwoch, 21. April 2004, 17:16 Uhr
Nordhausen(nnz). Langsam wird sie erwachsen, die jüngste Nordhäuser Bildungseinrichtung. Ministerin Dagmar Schipanski besuchte heute das millionenschwere Geburtstagsgeschenk mit der verheißungsvollen Nummer 18. Die nnz war auch dabei.

Eröffnung Fachhochschule Gebäude 18 3,88 Millionen Euro hat der Umbau des Hauses mit der Nummer 18 gekostet. Gelohnt hat es sich, denn hier entsteht das Zentrum für alle nichttechnischen Studiengänge der Fachhochschule Nordhausen. Nach ihrer Gründung im Jahr 1997 sind zwar erst sieben Jahre vergangen, aber langsam wird die aufstrebende Schule mit den anderen Einrichtungen im Bundesgebiet verglichen. Beim Vergleich im "Spiegel" lagen technische Studiengänge in der Kategorie Studiendauer ganz vorn.

Ein gutes Zeichen, meint die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Sie bestätigt Nordhausen eine gute Ausgangsposition und ist begeistert von der kreativen Atmosphäre auf dem Campus. Besonders den Studiengang öffentliche Betriebswirtschaft hob sie hervor. Hier an der Fachhochschule wäre die erste Stelle entstanden, wo die reformierte Ausbildung des öffentlichen Dienstes durchgeführt wird. Das geschieht in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsfachschule in Gotha. Dagmar Schipanski versprach die Unterstützung des Freistaates Thüringen auch für die nächsten Jahre. Der Gesamthaushalt beträgt rund 30 Millionen Euro für Geräte und Personal, dazu kommt Geld für den Bau des neuen Kompetenzzentrums.

Rektor Christian Juckenack stellte seine Fachhochschule als positives Beispiel des Aufbau Ost dar. Hier sei zu sehen, was aus den Fördermitteln geworden ist, kein Millionengrab sondern eine Bildungsstätte mit Zukunft. Er meinte weiter, daß man den Bildungsstandort Ostdeutschland weiter stärken muß, da es sich lohnt hier zu investieren. Viele Teile des alten Bildungssystems seien gut gewesen, das Abitur nach 12 Jahren und das gemeinsame Lernen bis Klasse 8 zum Beispiel. Das sind also keine neuen, innovativen Ideen, sondern eine Rückbesinnung auf etwas sinnvolles. Mit der Eröffnung des Hauses mit der "volljährigen" Hausnummer 18 wolle die Fachhochschule ihre erwachsene Zeit beginnen. Zur Einweihung gab es aber erst noch ein paar Luftballons aus den Kindertagen.

Schipanski, Juckenack Oberbürgermeisterin Barbara Rinke lobte die große öffentliche Wirkung und das rege Leben, welches vom Campus in die Stadt und in die Wirtschaft ausstrahle. Gemeinsam mit der Ministerin begutachtete sie das Internatsgebäude aus dem Jahr 1956/57.

Inzwischen ist ein heller, freundlicher Komplex mit Büros, Seminarräumen, dem Medienzentrum, einem Sprachlabor und der hier nur vorübergehend eingerichteten Bibliothek entstanden. Die volle Wirkung wird das Gebäude erst nach der Fertigstellung der umfangreichen Sanierung der Freianlagen entfalten.

Interessant sind die haustechnischen Anlagen. Sensoren überwachen, ob eine Person im Raum ist. Wenn nicht, dann fährt die Heizung runter. Das tut sie auch 10 Minuten nach dem Öffnen eines Fensters. So kann eine Menge Energie gespart werden. Die Fenster im Dachgeschoß öffnen automatisch, wenn es zu warm wird und schließen sich bei Regen. Komplett vernetzte Rechnertechnik gehört inzwischen schon zum Standard.

Ministerin Dagmar Schipanski prophezeite der Fachhochschule, daß sie bald eine feste Größe im ganzen Bundesgebiet sein wird. Mit dieser Sanierung und dem Bau des Kompetenzzentrums wird auch Nordhausen ein Baustein der Denkfabrik.
Autor: wf

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