Stadionpartisanen nachgeladen
Mittwoch, 11. September 2013, 13:45 Uhr
Am 25. September um 19.00 Uhr findet im Jugendclubhaus Nordhausen die Buchlesung Stadionpartisanen nachgeladen von Frank Willmann statt. Dazu laden die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Kreisjugendring Nordhausen herzlich ein. Das Thema ist heute wie damals aktuell und zum Teil auch brisant...
Fußball ist eine Droge. Er spendet uns Zerstreuung vom Alltäglichen. Und er ist Gruppentherapie. Der Fußballplatz ist ein Ort, wo man sehr konkrete und sehr abstrakte Ängste abbauen kann. Im Fußball sind archaische Mythen fest verankert: Männlichkeitsideale, religiöse Symbolik und Identifikation mit der wagemutigen Gestalt des heroischen Kriegers, des feinnervigen Künstlers, des sorgsamen Technikers. Auf und neben dem Sportplatz ist Fußball zugleich Ausdruck von Gewalt und Repression. Das war auch in der kleinen DDR so.
Stasi raus! und Mielke in die Produktion! waren Rufe, die es in der DDR nicht erst während der politischen Wende 1989 gab. Sie erklangen an jedem Wocheneden aus tausenden, manchmal zehntausenden kehlen in den Fußballstadien der Republik. Initiatoren dieser Rufe kamen aus einer für die DDR-Funktionäre furchterregenden Randgruppe innerhalb der Fußballanhängerschaft.
In den Augen der Staatsmacht stellte diese Subkultur ein äußerst gefährliches politisches Potenzial dar. Haben Fußball-Fans einen Beitrag zum Ende der DDR geleistet? Gab es so etwas wie eine spontane, unorganisierte Fan-Revolte gegen den Statt und seine Sicherheitsorgane? Waren die DDR-Fußballanhänger überhaupt politisch motiviert? Wir haben uns diese Fragen mehr als zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR gestellt.
Die Protagonisten sind dem Jugendalter entwachsen, ihre damaligen Beobachter, Bewacher und Maßregler haben das Rentenalter erreicht. Wir haben die Beteiligten gefragt, wie das war. Mit ihrer Wut, ihrer Romantik und dem Spaß. Welchen Typus von Fußball-Fan gab es überhaupt in der DDR.
Die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Kreisjugendring Nordhausen freuen sich über zahlreiche interessierte Zuhörer, nachdem bereits die erste Lesung des Autors im Februar 2013 im Jugendclubhaus nicht nur nachdenklich machte, sondern vor allem viele lustige und spannende Geschichten bot. Eintritt frei!
Der Herausgeber Frank Willmann, geboren 1963 in Weimar, 1984 nach Westberlin ausgereist, lebt heute in Berlin. Als Autor und Publizist Beschäftigt er sich vorrangig mit Subkulturen. Veröffentlichungen u. a. Stadionpartisanen, Zonenfußball. Er schreibt derzeit eine regelmäßige Sportkolumne für den Tagesspiegel und 11 Freunde.
Autor: redFußball ist eine Droge. Er spendet uns Zerstreuung vom Alltäglichen. Und er ist Gruppentherapie. Der Fußballplatz ist ein Ort, wo man sehr konkrete und sehr abstrakte Ängste abbauen kann. Im Fußball sind archaische Mythen fest verankert: Männlichkeitsideale, religiöse Symbolik und Identifikation mit der wagemutigen Gestalt des heroischen Kriegers, des feinnervigen Künstlers, des sorgsamen Technikers. Auf und neben dem Sportplatz ist Fußball zugleich Ausdruck von Gewalt und Repression. Das war auch in der kleinen DDR so.
Stasi raus! und Mielke in die Produktion! waren Rufe, die es in der DDR nicht erst während der politischen Wende 1989 gab. Sie erklangen an jedem Wocheneden aus tausenden, manchmal zehntausenden kehlen in den Fußballstadien der Republik. Initiatoren dieser Rufe kamen aus einer für die DDR-Funktionäre furchterregenden Randgruppe innerhalb der Fußballanhängerschaft.
In den Augen der Staatsmacht stellte diese Subkultur ein äußerst gefährliches politisches Potenzial dar. Haben Fußball-Fans einen Beitrag zum Ende der DDR geleistet? Gab es so etwas wie eine spontane, unorganisierte Fan-Revolte gegen den Statt und seine Sicherheitsorgane? Waren die DDR-Fußballanhänger überhaupt politisch motiviert? Wir haben uns diese Fragen mehr als zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR gestellt.
Die Protagonisten sind dem Jugendalter entwachsen, ihre damaligen Beobachter, Bewacher und Maßregler haben das Rentenalter erreicht. Wir haben die Beteiligten gefragt, wie das war. Mit ihrer Wut, ihrer Romantik und dem Spaß. Welchen Typus von Fußball-Fan gab es überhaupt in der DDR.
Die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Kreisjugendring Nordhausen freuen sich über zahlreiche interessierte Zuhörer, nachdem bereits die erste Lesung des Autors im Februar 2013 im Jugendclubhaus nicht nur nachdenklich machte, sondern vor allem viele lustige und spannende Geschichten bot. Eintritt frei!
Der Herausgeber Frank Willmann, geboren 1963 in Weimar, 1984 nach Westberlin ausgereist, lebt heute in Berlin. Als Autor und Publizist Beschäftigt er sich vorrangig mit Subkulturen. Veröffentlichungen u. a. Stadionpartisanen, Zonenfußball. Er schreibt derzeit eine regelmäßige Sportkolumne für den Tagesspiegel und 11 Freunde.
