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Wer unten ist, bleibt unten...

Samstag, 14. September 2013, 12:51 Uhr
Der Nordhäuser Dom ist ein besonderes Bauwerk und neben dem Erfurter Dom der einzige Sakralbau des Bistums Erfurt, der offiziell die Bezeichnung Dom trägt. Die Landrätin Birgit Keller zeigte sich am Montagabend ebendort beim Kreuzfestempfang von der Atmosphäre beeindruckt...

Abgeben (Foto: Brand X Pictures/Thinkstock) Abgeben (Foto: Brand X Pictures/Thinkstock)

Beim Empfang im Saal des Kapitelhauses war die Stimmung gut. Die Beteiligten schienen in Festtagsstimmung und den Initiatoren wurden vermutlich einige bunte Glückwunschkarten, wie man sie hier im Internet findet, zuteil. Doch worum ging es im Vorfeld und zu welchen Ergebnissen ist man gekommen? Das Thema des Abends lautete: "Wer unten ist, bleibt unten. Sind Kirche und Gesellschaft ohnmächtig?" Diese Frage hat eingedenk der gesellschaftlichen Veränderung und der einhergehenden Kluft zwischen Arm und Reich eine besondere Brisanz.

Domkapitular und Caritasdirektor Bruno Heller aus Erfurt gab an diesem Abend den Festredner und versuchte, das Thema aus der Perspektive der hiesigen christlichen Gemeinde zu reflektieren und die Verantwortung einzelner Bürger und Institutionen wie der Caritas in den Vordergrund zu stellen. Im Laufe des Abends wurde aber auch die Verantwortung der Gesellschaft dem einzelnen Bürger gegenüber genau beleuchtet. Viele Förderprogramme und Maßnahmen seien zwar gut und wichtig, doch die Wurzeln der Probleme würden zu selten nachhaltig angegriffen.

Was bringt eine solche Veranstaltung?

Veranstaltungen wie diese sind zweischneidige Schwerter. Einerseits ist es gerade für kleinere Städte und Gemeinden ausgesprochen wichtig, soziale Probleme regelmäßig zu diskutieren und Lösungen für akute Streitfälle zu finden. Andererseits leben wir in einer voll vernetzten, globalisierten und vor allem technisierten Welt, in der das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich und die langsam verschwindende Mittelschicht tief verwurzelte Ursachen haben, die nicht nur im täglichen Umgang miteinander, sondern auch im Zusammenspiel der modernen, technisierten Marktwirtschaft mit der menschlichen Natur zu finden sind.
Bild: Brand X Pictures/Thinkstock
Autor: red

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