Einmalige Chance jetzt nutzen
Montag, 19. April 2004, 18:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Am Samstag hatte die Umweltakademie Nordthüringen zu einer Veranstaltung eingeladen, in deren Mittelpunkt ein künftiges Biosphärenreservat im Südharz stand. Eine Zusammenfassung dieser Tagung liefert für die nnz-Leser Martin Görner.
Im Plenarsaal des Landratsamtes Nordhausen fand eine Fachtagung zum Thema: Wie steht es um das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz? statt. Diese Tagung wurde von der Umweltakademie Nordthüringen, der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen sowie dem Fachbereich Umwelt und Naturschutz des Landratsamtes veranstaltet. Seit 1990 gibt es die einmalige Chance für die Südharzregion, durch das Biosphärenreservat (BR) weltweit bekannt zu werden.
In seiner Begrüßungsansprache erinnerte Landrat Joachim Claus daran, dass bereits 1992 Klaus Töpfer, der ehemalige Bundesumweltminister der CDU anlässlich seines Besuches in Nordhausen seine Unterstützung für das Erreichen der Anerkennung der einmaligen Karstlandschaft Südharz als Weltnaturerbe (Biosphärenreservat) zugesagt hatte.
Auch Generalsekretär Fritz Brickwedde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt betonte im selben Jahr anlässlich seines Besuches in Nordhausen die Chancen, die sich aus dem Status Weltnaturerbe für die Südharzregion insgesamt ergeben könnten und bot ebenfalls seine Unterstützung an. Die Antragstellung bei der UNESCO kann nur über die Landesregierung Thüringen erfolgen. Der qualifizierte Antrag wurde vom Fachbereich Umwelt und Naturschutz des Landratsamtes antragsreif vorbereitet und wird Ministerpräsident Dieter Althaus demnächst übergeben.
Alle fachübergreifenden Vorträge, besonders aber das Hauptreferat von Martin Görner, Leiter der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen (AAT) gaben den zahlreich erschienen Gästen einen genauen Überblick über die Bedeutung und die Chancen für die Regionalentwicklung durch den Status Biosphärenreservat. Als Vorsitzender des Tourismusverbandes zeichnete Landrat Joachim Claus ein farbiges Bild zu den verschiedenen Teilbereichen des Tourismus im Südharz und betonte, dass der Tourismus als eine Wirtschaftskraft in Nordthüringen einen starken Impuls durch den international bedeutenden Status eines Weltnaturerbes (Biosphärenreservat) nötig hätte.
Als Gast aus dem Biosphärenreservat Rhön referierte Karl Friedrich Abe aus Kaltensundheim über die Hindernisse bis zur Anerkennung der Rhön als Biosphärenreservat. Vom Beginn der Planung eines Biosphärenreservats bis heute gab Abe anhand von Zeitungsartikeln den Anwesenden einen Eindruck von der Schärfe der ersten Ablehnung durch Gegner über die Presse bis zur heutigen interessierten Presse zur positiven Entwicklung, die die Region durch den Status BR genommen hat. Karl-Friedrich Abe brachte es mit seiner Anerkennung für den Vortrag des Vorsitzenden des Tourismusverbandes Joachim Claus auf den Punkt: Der Südharz verfügt sichtbar über alle Voraussetzungen für die Anerkennung des Status Weltnaturerbe.
Die Referenten des 2. Teiles der Fachtagung Rolf Richter von der Arbeitsgemeinschaft Heimische Orchideen (AHO) Thüringen, Tilo Große als Bürgermeister der Gemeinde Petersdorf, und der Südharzer Karstexperte Reinhard Völker, Uftrungen, stimmten in ihrer Grundaussage überein, die Chance für das Biosphärenreservat Südharz darf nicht vertan werden.
In der sich an die Vorträge anschließenden Debatte meldeten sich Vertreter des BUND, des Vorstandes Biosphärenreservat Sachsen Anhalt, der Grünen Partei und zahlreiche Einzelpersonen zu Wort, die seit Jahren nicht müde werden, auf die Verdienste namhafter Nordhäuser, z.B. Johannes Thal oder Dr. Kurt Wein hinzuweisen. Die Leistung für diese Nordhäuser Wissenschaftler aus der Vergangenheit kann letztlich nur durch den Antrag bei der UNESCO für den weltweit einmaligen Gipskarstgürtel gewürdigt werden.
Am Ende der Tagung fasste Gisela Hartmann als Moderatorin des Tages die Ergebnisse aus der Fachtagung zusammen:
1. Es soll ein offener Brief an Ministerpräsident Dieter Althaus verfasst werden, gleichzeitig soll der vorliegende qualifizierte Antrag für die UNESCO überreicht werden.
2. Das künftige Biosphärenreservates Südharz sollte nachträglich in den in den Entwurf des Landesentwicklungsplans Thüringen aufgenommen werden.
3. Einer Biosphärenreservatsverwaltung für Thüringen soll im Südharz ihren Betrieb, analog wie in Roßla in Sachsen Anhalt, aufnehmen.
Die Teilnehmer der Tagung waren davon überzeugt, dass durch eine gemeinsame Anstrengung nun endlich die Aufnahme der Karstlandschaft Südharz in die Liste des Weltnaturerbes Realität werden wird.
Martin Görner
Autor: nnzIm Plenarsaal des Landratsamtes Nordhausen fand eine Fachtagung zum Thema: Wie steht es um das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz? statt. Diese Tagung wurde von der Umweltakademie Nordthüringen, der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen sowie dem Fachbereich Umwelt und Naturschutz des Landratsamtes veranstaltet. Seit 1990 gibt es die einmalige Chance für die Südharzregion, durch das Biosphärenreservat (BR) weltweit bekannt zu werden.
In seiner Begrüßungsansprache erinnerte Landrat Joachim Claus daran, dass bereits 1992 Klaus Töpfer, der ehemalige Bundesumweltminister der CDU anlässlich seines Besuches in Nordhausen seine Unterstützung für das Erreichen der Anerkennung der einmaligen Karstlandschaft Südharz als Weltnaturerbe (Biosphärenreservat) zugesagt hatte.
Auch Generalsekretär Fritz Brickwedde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt betonte im selben Jahr anlässlich seines Besuches in Nordhausen die Chancen, die sich aus dem Status Weltnaturerbe für die Südharzregion insgesamt ergeben könnten und bot ebenfalls seine Unterstützung an. Die Antragstellung bei der UNESCO kann nur über die Landesregierung Thüringen erfolgen. Der qualifizierte Antrag wurde vom Fachbereich Umwelt und Naturschutz des Landratsamtes antragsreif vorbereitet und wird Ministerpräsident Dieter Althaus demnächst übergeben.
Alle fachübergreifenden Vorträge, besonders aber das Hauptreferat von Martin Görner, Leiter der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen (AAT) gaben den zahlreich erschienen Gästen einen genauen Überblick über die Bedeutung und die Chancen für die Regionalentwicklung durch den Status Biosphärenreservat. Als Vorsitzender des Tourismusverbandes zeichnete Landrat Joachim Claus ein farbiges Bild zu den verschiedenen Teilbereichen des Tourismus im Südharz und betonte, dass der Tourismus als eine Wirtschaftskraft in Nordthüringen einen starken Impuls durch den international bedeutenden Status eines Weltnaturerbes (Biosphärenreservat) nötig hätte.
Als Gast aus dem Biosphärenreservat Rhön referierte Karl Friedrich Abe aus Kaltensundheim über die Hindernisse bis zur Anerkennung der Rhön als Biosphärenreservat. Vom Beginn der Planung eines Biosphärenreservats bis heute gab Abe anhand von Zeitungsartikeln den Anwesenden einen Eindruck von der Schärfe der ersten Ablehnung durch Gegner über die Presse bis zur heutigen interessierten Presse zur positiven Entwicklung, die die Region durch den Status BR genommen hat. Karl-Friedrich Abe brachte es mit seiner Anerkennung für den Vortrag des Vorsitzenden des Tourismusverbandes Joachim Claus auf den Punkt: Der Südharz verfügt sichtbar über alle Voraussetzungen für die Anerkennung des Status Weltnaturerbe.
Die Referenten des 2. Teiles der Fachtagung Rolf Richter von der Arbeitsgemeinschaft Heimische Orchideen (AHO) Thüringen, Tilo Große als Bürgermeister der Gemeinde Petersdorf, und der Südharzer Karstexperte Reinhard Völker, Uftrungen, stimmten in ihrer Grundaussage überein, die Chance für das Biosphärenreservat Südharz darf nicht vertan werden.
In der sich an die Vorträge anschließenden Debatte meldeten sich Vertreter des BUND, des Vorstandes Biosphärenreservat Sachsen Anhalt, der Grünen Partei und zahlreiche Einzelpersonen zu Wort, die seit Jahren nicht müde werden, auf die Verdienste namhafter Nordhäuser, z.B. Johannes Thal oder Dr. Kurt Wein hinzuweisen. Die Leistung für diese Nordhäuser Wissenschaftler aus der Vergangenheit kann letztlich nur durch den Antrag bei der UNESCO für den weltweit einmaligen Gipskarstgürtel gewürdigt werden.
Am Ende der Tagung fasste Gisela Hartmann als Moderatorin des Tages die Ergebnisse aus der Fachtagung zusammen:
1. Es soll ein offener Brief an Ministerpräsident Dieter Althaus verfasst werden, gleichzeitig soll der vorliegende qualifizierte Antrag für die UNESCO überreicht werden.
2. Das künftige Biosphärenreservates Südharz sollte nachträglich in den in den Entwurf des Landesentwicklungsplans Thüringen aufgenommen werden.
3. Einer Biosphärenreservatsverwaltung für Thüringen soll im Südharz ihren Betrieb, analog wie in Roßla in Sachsen Anhalt, aufnehmen.
Die Teilnehmer der Tagung waren davon überzeugt, dass durch eine gemeinsame Anstrengung nun endlich die Aufnahme der Karstlandschaft Südharz in die Liste des Weltnaturerbes Realität werden wird.
Martin Görner
