Immer weniger Kartoffel-Felder
Freitag, 30. August 2013, 16:42 Uhr
Kerls, ihr sollt die Kartoffeln anbauen, Preußen soll Kartoffeln essen – das ist was Gutes. König Friedrich der Große soll das einst gesagt haben. Heute schrumpft die Anbaufläche im Südharz immer mehr. Kurt Frank berichtet...
Der Alte Fritz, so wird erzählt, habe sich einiges einfallen lassen, um sein Volk auf die Kartoffel zu bringen. So sollen die Kartoffelfelder um Berlin von Soldaten bewacht worden sein, um die Neugier der Bevölkerung zu wecken. Schließlich, so dachte wohl der Monarch, müsse es sich um eine wertvolle Pflanze handeln, wenn sie sogar einen königlichen Wachschutz hatte. Friedrich wollte unbedingt seine Untertanen zu ihrem Kartoffelglück zwingen.
Bevor sie ihren Siegeszug auch in Europa antrat, hatte es die Knolle schwer. Geistliche wetterte von der Kanzel herab über die Teufelswurzel, in der das Böse sitze, schließlich sei sie nicht in der Bibel erwähnt. Später, als man ihren Wert erkannte, wurden die Erdäpfel vor der Aussaat mit Weihwasser besprengt und der Acker gesegnet. Wenn wir heute Kartoffeln das ganze Jahr über kaufen können, verdanken wir das den Inka-Frauen Südamerikas. Bereits 7000 Jahre vor der Zeitrechnung bauten sie diese auf Terrassen, die sie im Gebirge anlegten, an. Von dort brachten sie die Spanier mit.
Bei den Landwirten im Südharz steht die Kartoffel hintenan. Bauten sie vor zwei Jahren noch 32 Hektar mit Knollenfrüchten an, schrumpften die Fläche im Vorjahr auf nur noch 26 Hektar. Weiß Eckart Stolle, Sachgebietsleiter im Landwirtschaftsamt Bad Frankenhausen. Wir bauen konstant 13 Hektar an, informiert Udo Förster, Geschäftsführer der Agrarproduktion Zorgeland in Windehausen. Die Früchte, sagt Förster, verkaufe man über den Hofladen. Über den Absatz könne man sich nicht beklagen.
Die Anbaufläche, sagt der Geschäftsführer, werde in Trockenperioden beregnet, sodass man stets gute Erträge habe. In den klimatisierten Lagerflächen hielten sich die Knollen bis zur nächsten Ernte frisch. Die restlichen Kartoffelanbau-Flächen von 13 Hektar teilen sich die Landwirtschaftsbetriebe in Bleicherode und Heringen. Die Erträge lagen im Vorjahr hierzulande im Schnitt um über 374 dt/ha, errechnete Eckart Stolle. Eine Erweiterung der Anbauflächen im Landkreis Nordhausen sei nicht erforderlich, sagen er und Förster. Deutschland decke den Bedarf aus eigener Produktion und exportiere außerdem.
Die Erdfrucht ist heute nicht nur Grundnahrungsmittel und Rohstofflieferant für Fertigprodukte wie Chips, Pommes Frites, Kartoffelklöße, sondern auch Stärkelieferant für Industrieprodukte wie Kunst- und Baustoffe, Reinigungsmittel oder Textilien. Außerdem werde aus Stärke Alkohol gewonnen. Es gibt inzwischen weltweit 4000 verschiedene Kartoffelsorten. Täglich sättigen sie Millionen Menschen
Ihren Wert haben auch die 3000 Südharzer Kleingärtner erkannt, die insgesamt 140 Hektar bewirtschaften, wovon 75 Hektar auf die Kreisstadt entfallen. Die Kartoffel ist in den Parzellen in der Regel die Hauptanbaufrucht. So auch bei Michael Hesel (unser Bild) in der Kleingartenanlage Am Schurzfell. Über den Ertrag ob der dicken Knollen ist er mehr als zufrieden.
Kurt Frank
Autor: redDer Alte Fritz, so wird erzählt, habe sich einiges einfallen lassen, um sein Volk auf die Kartoffel zu bringen. So sollen die Kartoffelfelder um Berlin von Soldaten bewacht worden sein, um die Neugier der Bevölkerung zu wecken. Schließlich, so dachte wohl der Monarch, müsse es sich um eine wertvolle Pflanze handeln, wenn sie sogar einen königlichen Wachschutz hatte. Friedrich wollte unbedingt seine Untertanen zu ihrem Kartoffelglück zwingen.
Bevor sie ihren Siegeszug auch in Europa antrat, hatte es die Knolle schwer. Geistliche wetterte von der Kanzel herab über die Teufelswurzel, in der das Böse sitze, schließlich sei sie nicht in der Bibel erwähnt. Später, als man ihren Wert erkannte, wurden die Erdäpfel vor der Aussaat mit Weihwasser besprengt und der Acker gesegnet. Wenn wir heute Kartoffeln das ganze Jahr über kaufen können, verdanken wir das den Inka-Frauen Südamerikas. Bereits 7000 Jahre vor der Zeitrechnung bauten sie diese auf Terrassen, die sie im Gebirge anlegten, an. Von dort brachten sie die Spanier mit.
Bei den Landwirten im Südharz steht die Kartoffel hintenan. Bauten sie vor zwei Jahren noch 32 Hektar mit Knollenfrüchten an, schrumpften die Fläche im Vorjahr auf nur noch 26 Hektar. Weiß Eckart Stolle, Sachgebietsleiter im Landwirtschaftsamt Bad Frankenhausen. Wir bauen konstant 13 Hektar an, informiert Udo Förster, Geschäftsführer der Agrarproduktion Zorgeland in Windehausen. Die Früchte, sagt Förster, verkaufe man über den Hofladen. Über den Absatz könne man sich nicht beklagen.
Die Anbaufläche, sagt der Geschäftsführer, werde in Trockenperioden beregnet, sodass man stets gute Erträge habe. In den klimatisierten Lagerflächen hielten sich die Knollen bis zur nächsten Ernte frisch. Die restlichen Kartoffelanbau-Flächen von 13 Hektar teilen sich die Landwirtschaftsbetriebe in Bleicherode und Heringen. Die Erträge lagen im Vorjahr hierzulande im Schnitt um über 374 dt/ha, errechnete Eckart Stolle. Eine Erweiterung der Anbauflächen im Landkreis Nordhausen sei nicht erforderlich, sagen er und Förster. Deutschland decke den Bedarf aus eigener Produktion und exportiere außerdem.
Die Erdfrucht ist heute nicht nur Grundnahrungsmittel und Rohstofflieferant für Fertigprodukte wie Chips, Pommes Frites, Kartoffelklöße, sondern auch Stärkelieferant für Industrieprodukte wie Kunst- und Baustoffe, Reinigungsmittel oder Textilien. Außerdem werde aus Stärke Alkohol gewonnen. Es gibt inzwischen weltweit 4000 verschiedene Kartoffelsorten. Täglich sättigen sie Millionen Menschen
Ihren Wert haben auch die 3000 Südharzer Kleingärtner erkannt, die insgesamt 140 Hektar bewirtschaften, wovon 75 Hektar auf die Kreisstadt entfallen. Die Kartoffel ist in den Parzellen in der Regel die Hauptanbaufrucht. So auch bei Michael Hesel (unser Bild) in der Kleingartenanlage Am Schurzfell. Über den Ertrag ob der dicken Knollen ist er mehr als zufrieden.
Kurt Frank

