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Kampf dem Pflegenotstand

Freitag, 30. August 2013, 07:27 Uhr
Bereits heute ist nahezu jeder vierte Thüringer 65 Jahre oder älter. Experten schätzen, dass der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe aufgrund der demografischen Entwicklung weiter ansteigen wird...


Steigende Lebenserwartung, sinkende Geburtenraten und zunehmende Abwanderung werden die Alterspyramide in den kommenden Jahren weiter verzerren. Prognosen gehen davon aus, dass in der uns bevorstehenden Dekade die Thüringer Bevölkerung um etwa zehn Prozent zurückgehen wird. Der Anteil älterer Menschen steigt weiter und damit verbunden die, die auf Pflege angewiesen sein werden.

Pflegeberufe gewinnen deshalb mehr und mehr an Bedeutung. Hier steht unsere alternde Gesellschaft allerdings vor einer großen Herausforderung. Altenpfleger und Altenpflegehelfer sind zwar krisenfeste Zukunftsjobs, stehen aber bei der Berufswahl nicht unbedingt ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Schätzungen prognostizieren sogar heute schon 50 000 fehlende Pflegefachkräfte in der Bundesrepublik.

Eine Einrichtung, die bereits seit vielen Jahren für exzellente Berufsbildung in der Pflege steht, ist die Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe (AGSB) mit Sitz in Altenstein / Bad Liebenstein. Hier werden Staatlich anerkannte Altenpfleger und Staatlich anerkannte Altenpflegerhelfer ausgebildet. „Gutes und qualifiziertes Pflegepersonal ist gefragter denn je. Die Vermittlungsquote unserer Absolventen liegt seit Jahren bei einhundert Prozent“, verrät Christa Müller, Schulleiterin der AGSB auf Altenstein.

Die Ansprüche an die Altenpflege werden nach ihrer Ansicht auch künftig weiter steigen. „Die Interessen älterer Menschen ändern sich über die Generationen. Uns kommt es auf ein ganzheitliches Pflegemodell an. Mit einer aktivierenden Pflege möchten wir erreichen, dass ältere Menschen einen angenehmen Lebensabend verbringen können. Es reicht bereits heute nicht mehr, die Betreuten nur zu verköstigen oder sich um deren Körperpflege zu kümmern. Genau das vermitteln wir konsequent in unserer praxisorientierten Ausbildung“, so Müller.

Im Übrigen erhalten heute 16 Altenpflegerinnen und -pfleger sowie 15 Altenpflegerhelferinnen und -helfer ihre Zeugnisse. Alle Schülerinnen und Schüler haben die Prüfung erfolgreich bestanden. Das ist zwar nur ein kleiner Beitrag zur Fachkräftesicherung im Kampf gegen den Pflegenotstand, aber immerhin freut sich die AGSB über eine steigende Anzahl an Berufsschülern. Im Ausbildungsjahr 2013 werden insgesamt 64 Nachwuchspflegefachkräfte an der privaten berufsbildenden Schule in Altenstein für die Berufspraxis vorbereitet.

Die 19-jährige Rebecca Gräbenteich aus Beichfeld ist eine der frischgebackenen Altenpflegerinnen, die auf Altenstein ihre Erstausbildung absolvierten. Sie lernte durch ein Praktikum in einem Krankenhaus den Beruf des Altenpflegers kennen und schätzen. „Ich mag es, Menschen zu helfen. Schließlich werden wir ja später alle einmal alt und sind dann irgendwann auf Pflege angewiesen. Mir macht der Beruf sehr viel Spaß. Den Dank, den ich von den Pflegebedürftigen zurückbekomme, ist etwas sehr Schönes und so viel wert“, meint Rebecca Gräbenteich. „Ich habe meine Berufswahl auf keinen Fall bereut. Die Ausbildung im schönen Schlosspark Altenstein ist sehr, sehr gut. Die Dozenten haben alle samt Praxiserfahrung und haben sich viel Zeit für uns genommen“, so die junge Altenpflegerin.

Rebecca Gräbenteich wird zum 1. September bei der Arbeiterwohlfahrt in Bad Liebenstein als gut ausgebildete Pflegefachkraft ihre Arbeit beginnen.

Neben dem Kerngeschäft der Ausbildung zum Altenpfleger sowie Altenpflegehelfer bietet die Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe auch die Staatlich anerkannten Weiterbildungen zum Praxisanleiter zur verantwortlichen und leitenden Pflegefachkraft, zur Hygienefachkraft, zur Palliativfachkraft sowie zur Pflegefachkraft für Geriatrie und Gerontopsychiatrie an. Für AGSB-Schulleiterin Christa Müller sind Pflegefachkräfte Berufe mit Zukunftschancen, die sowohl Frauen als auch Männer ansprechen.
Autor: red

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