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„Nie verließ ich gern den Hügelring“

Mittwoch, 28. August 2013, 09:56 Uhr
Am Samstag (31. August) wird ab 14.30 Uhr in der „Dichterstätte“ in Limlingerode unter der Verszeile „Nie verließ ich gern den Hügelring …“ der Dichter Johannes Kühn, geb. 1934 in einer saarländischen Bergarbeiterfamilie, vorgestellt. Er ist der Landschaft und den Menschen um den Schaumberg sehr verbunden, was seine Gedichte widerspiegeln...


Wald bei LImlingerode (Foto: Archiv Kneffel) Wald bei LImlingerode (Foto: Archiv Kneffel) Über zehn Jahre war er verstummt, weil er ein kaum Beachteter war. Freunde ermutigten ihn wieder zu schreiben, und seit 1992 ist er produktiver als früher. Der Chefredakteur der Literatur- Zeitschrift „Sinn und Form“, Johannes Kleinschmidt, der zur Eröffnung des Geburtshauses der Dichterin Sarah Kirsch als Haus für die Lyrik Ende November 2002 zugegen war, schrieb über Kühn, den „Dichter der Ländlichkeit“: „Von der naiven, kraftvollen Ursprünglichkeit seines Weltstaunens hat er nichts verloren. Es gibt keinen Lyriker in Deutschland, der auf so wundersame Weise Pflanzen und Tiere, Wetter und Wind, Erde und Himmel verehrt.“

Er ist seiner Heimatregion im Hundsrückvorland, einer bewaldeten Hügellandschaft, wie wir sie ähnlich auch um Limlingerode erleben, treu geblieben. Kühn wurde in Tholey-Hasborn 2002 zum Ehrenbürger ernannt. Jeden Tag wandert er, geht dann ins Gasthaus und schreibt täglich Gedichte. Mit dem Band „Ich Winkelgast“, 1989 beim Hanser Verlag herausgekommen, wo alle seine Bücher erscheinen, fand Kühn ein größeres Publikum.

Er veröffentlichte bis heute mehrere Gedichtbände, sowie Theaterstücke und Märchen. Wer diesen „Klassiker der Gegenwartslyrik“, der Hölderlin, Mörike und Trakl nahe steht, kennenlernen möchte, ist am kommenden Wochenende im Fachwerkhaus oberhalb der barocken evangelischen Kirche gut aufgehoben. Zum letzten Mal ist die Ausstellung „Tiefdruckgebiete“, Grafik und Malerei, von Ulrike Heise zu sehen. Ende September stellt Karin Kisker anlässlich ihres 60. Geburtstages neueste Arbeiten in der „Dichterstätte Sarah Kirsch“ aus.

Zur Zeit wohnt die Schriftstellerin Bärbel Klässner für einige Zeit in der Dichterklause im ersten Stock. Sie las bereits in Limlingerode und bekam kürzlich das Thüringer Literaturstipendium „Harald Gerlach“ zugesprochen. Die gebürtige Magdeburgerin überzeugte die Jury mit einem geplanten Prosa-Band, der die Mitte Deutschlands dichterisch porträtieren soll und holt sich im Dorf an der Sete Inspiration.
Heidelore Kneffel
Autor: red

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