Erinnerungsschau
Mittwoch, 28. August 2013, 08:35 Uhr
Am gestrigen Dienstagabend war wieder mal mächtig was los in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen. Der Grund: Eine Vernissage war angesagt. Wer da in besonderer Weise gewürdigt wurde, weiß Hans-Georg Backhaus zu berichten...
Es war einer der letzten Wünsche Ilsetraut Glock-Grabes, nach ihrem Tod in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen eine Erinnerungsausstellung mit ihren Werken zu organisieren. Diesen Wunsch hatte die am 8. April 1915 in Nordhausen geborene Künstlerin bei ihrer ersten Ausstellung in der Kreissparkasse Nordhausen im Juli 1995 den beiden Kuratoren Heidelore Kneffel und Karin Kisker angetragen. Und so geschah es.
Die Galerie des in der Region stark verwurzelten Kreditinstitutes war am Dienstagabend krachend voll mit kunstinteressiertem Publikum, das die Vernissage zur Erinnerung an die Ehrenbürgerin der Stadt Nordhausen (sie starb am 30. Januar 2013) miterleben wollte. So konnte Sparkassenvorstand Wolfgang Asche in gewohnt charmanter Weise neben seinen "Stammgästen" diesmal auch Landrätin Birgit Keller (Die Linke) und Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh (CDU) herzlich begrüßen. Zudem nutzte er die Möglichkeit, "auf den Schatz, den wir hier haben" zu verweisen und richtetet in diesem Zusammenhang herzliche Dankesworte an Susanne Hinsching als Leiterin des Kunsthauses Meyenburg "für die gute Verwahrung dieses Schatzes".
Heidelore Kneffel und Karin Kisker übernahmen dann den Part. Sie verzichteten bewusst auf eine sonst übliche Laudatio und machten stattdessen in Form eines lockeren Dialoges ihre Zuhörer mit der Person Ilsetraut Glock-Grabe (näher) bekannt, schilderten gewandt und wortreich die Lebenswege dieser Frau (Biographisches über Glock-Grabe war bereits des öfteren in den Medien zu lesen) und führten sie an deren künstlerisches Schaffen heran.
Alles Vorgetragene war gespickt mit kleinen, mitunter sehr amüsanten Anekdoten, die die beiden während ihrer zahlreichen Begegnungen von der Künstlerin erzählt bekamen oder die sie mit ihr erlebten. "Glock-Grabe trank gerne Sekt - und zwar unheimlich", war beisspielsweise von Karin Kisker zu hören. Sie hatte das kleinste Atelier in Bonn – zwei mal zwei Meter, las gerne, war "Wanderer zwischen Realität und Überrealität", galt als experimentierfreudig. Nach dem Krieg arbeitete sie zunächst als Bühnenbildnerin am Nordhäuser Theater, ging dann nach Berlin, später nach Oedekoven bei Bonn und lebte dort als freischaffende Künstlerin.
15 Jahre lang beschäftigte sie sich mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen, dann kamen Radierungen, farbige Druckgrafiken... Bei sekt-launigen Zusammenkünften gab sie ihren Gästen auch schon mal abrupt die Anweisung: So, nun gehr ihr ins Bett! Oft sprudelte es ultimativ aus ihrem Mund: So isses! Ja, so war sie – die "Ilsetraut". Alles in allem ein künstlerischer Genuss, der gestrige Abend, der übrigens von den beiden Geschwistern Franka (Klavier) und Hannes Angelstein (Klarinette) gekonnt musikalisch umrahmt wurde. Willkommen zur Glock-Grabe-Erinnerungsschau!
Hans-Georg Backhaus
Autor: redEs war einer der letzten Wünsche Ilsetraut Glock-Grabes, nach ihrem Tod in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen eine Erinnerungsausstellung mit ihren Werken zu organisieren. Diesen Wunsch hatte die am 8. April 1915 in Nordhausen geborene Künstlerin bei ihrer ersten Ausstellung in der Kreissparkasse Nordhausen im Juli 1995 den beiden Kuratoren Heidelore Kneffel und Karin Kisker angetragen. Und so geschah es.
Die Galerie des in der Region stark verwurzelten Kreditinstitutes war am Dienstagabend krachend voll mit kunstinteressiertem Publikum, das die Vernissage zur Erinnerung an die Ehrenbürgerin der Stadt Nordhausen (sie starb am 30. Januar 2013) miterleben wollte. So konnte Sparkassenvorstand Wolfgang Asche in gewohnt charmanter Weise neben seinen "Stammgästen" diesmal auch Landrätin Birgit Keller (Die Linke) und Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh (CDU) herzlich begrüßen. Zudem nutzte er die Möglichkeit, "auf den Schatz, den wir hier haben" zu verweisen und richtetet in diesem Zusammenhang herzliche Dankesworte an Susanne Hinsching als Leiterin des Kunsthauses Meyenburg "für die gute Verwahrung dieses Schatzes".
Heidelore Kneffel und Karin Kisker übernahmen dann den Part. Sie verzichteten bewusst auf eine sonst übliche Laudatio und machten stattdessen in Form eines lockeren Dialoges ihre Zuhörer mit der Person Ilsetraut Glock-Grabe (näher) bekannt, schilderten gewandt und wortreich die Lebenswege dieser Frau (Biographisches über Glock-Grabe war bereits des öfteren in den Medien zu lesen) und führten sie an deren künstlerisches Schaffen heran.
Alles Vorgetragene war gespickt mit kleinen, mitunter sehr amüsanten Anekdoten, die die beiden während ihrer zahlreichen Begegnungen von der Künstlerin erzählt bekamen oder die sie mit ihr erlebten. "Glock-Grabe trank gerne Sekt - und zwar unheimlich", war beisspielsweise von Karin Kisker zu hören. Sie hatte das kleinste Atelier in Bonn – zwei mal zwei Meter, las gerne, war "Wanderer zwischen Realität und Überrealität", galt als experimentierfreudig. Nach dem Krieg arbeitete sie zunächst als Bühnenbildnerin am Nordhäuser Theater, ging dann nach Berlin, später nach Oedekoven bei Bonn und lebte dort als freischaffende Künstlerin.
15 Jahre lang beschäftigte sie sich mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen, dann kamen Radierungen, farbige Druckgrafiken... Bei sekt-launigen Zusammenkünften gab sie ihren Gästen auch schon mal abrupt die Anweisung: So, nun gehr ihr ins Bett! Oft sprudelte es ultimativ aus ihrem Mund: So isses! Ja, so war sie – die "Ilsetraut". Alles in allem ein künstlerischer Genuss, der gestrige Abend, der übrigens von den beiden Geschwistern Franka (Klavier) und Hannes Angelstein (Klarinette) gekonnt musikalisch umrahmt wurde. Willkommen zur Glock-Grabe-Erinnerungsschau!
Hans-Georg Backhaus



