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nnz-Forum: auf den Punkt gebracht

Freitag, 23. August 2013, 19:57 Uhr
Die nnz hatte bislang immer objektiv über den Stand der Ermittlungen gegen Bürgermeister Matthias Jendricke berichtet und sich auf Statements der Staatsanwaltschaft bezogen. Auch, weil die Politik zu diesem pikanten Thema sich vornehm zurückhielt. Bis heute...


Ein Bürgermeister macht mit einer Mitarbeiterin eine Dienstreise. Ob sie vom Dienstherren genehmigt wurde oder nicht, soll hier nicht beurteilt werden. Der Bürgermeister wird von eben dieser Mitarbeiterin beschuldigt, das er sie sexuell mißbraucht hätte. Die Mitarbeiterin zeigt den Vorgesetzten an und in der Folge kommt es zu einer Ermittlung des Staatsanwaltes, der verpflichtet ist dieser Beschuldigung und Anzeige nachzugehen. Er muss also ermitteln und versuchen die Wahrheit herauszufinden, was sicherlich nicht so einfach ist.

Der Dienstherr, also der Oberbürgermeister, von diesem besagten Bürgermeister sieht sich in der Pflicht nach eingehender Beratung mit seinen demokratischen Mitwirkenden (die Vertreter der Stadträte aller Fraktionen), den Bürgermeister von seinen Amtsgeschäften zu beurlauben, bei vollem Bezug seines Gehaltes.

Das halten alle demokratisch Mitwirkenden für sinnvoll unter dem Gesichtspunkt, dass es sich hier um die Anzeige einer Straftat handelt, in deren Folge die Ermittlungen gegen den Bürgermeister eingeleitet wurden. Bis zu diesem Punkt ist das legitim und ich denke mal, alle verhielten sich der Situation angemessen, also sehr korrekt.

Die Vertreter aller Parteien im Stadtrat übten Zurückhaltung. Kein Stadtrat ließ eine Vorverurteilung des Herrn Bürgermeister zu. Ausnahmslos alle wollten und wollen das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Es ist völlig offen, ob es zu einer Anklage kommen wird oder nicht. Keinem ist der Stand der Ermittlungen bekannt.

Was sehr in Erstaunen versetzt, ist die Tatsache, dass man von bestimmten hiesigen Medien in Kenntnis gesetzt wird, was der Bürgermeister für außerordentliche Qualitäten hat. So war in einem Artikel unter anderem zu lesen, dass er angeblich der einzige Politiker sei, welcher noch den Mut aufbringt, nicht hinter der vorgehaltenen Hand offen und ehrlich seine Meinung zu sagen, alle anderen, so der logische Schluss machen das angeblich nicht, oder? Und man wurde noch über weitere hier nicht genannte Lobhudeleien der anderen Art informiert.

Vor ein paar Tagen wurde der Leser von den hiesigen gedruckten Medien informiert, das der beurlaubte Bürgermeister voller Fleiß seine Kirchengemeinde unterstützt und im Park Hohenrode schuften würde. Das ist sicherlich alles der Wahrheit entsprechend, aber sorgt doch für den nicht von der Hand zu weisenden Beigeschmack, dass sich diese besagten Medien zu einem Dauer-Persilschein mausern. (Persilscheine waren die Dokumente der Unschuld aus einer vergangenen Zeit)

Der Artikel vom Freitag dem 23. August, stellt jedoch die Welt vollends auf den Kopf. Beim Lesen dieser Meinungsäußerung stellt man fest, es geht nicht mehr um den Verdacht einer aufzuklärenden Straftat, sondern um den Verdacht, zu der Organisation einer angeblichen Unterstellung und Verleitung einer Straftat. Hier wird dem Dienstherrn des Bürgermeisters von einem Stadtrat und unter Mitwirken von hiesigen Medienvertretern unterstellt, dass dieser eine Art Inszenierung etabliert hätte. Von dem Verdacht der begangenen Straftat lenkt man in dieser Information ab, mit dem Mittel einer Beschuldigung und Unterstellung einer anderen unter Verdacht zu stellenden Untat.

Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt wann dieser Umstand öffentlich gemacht wird. Wären diese Vorwürfe Ernst zu nehmen, stellt sich die Frage warum erst jetzt und nicht vor fünf Monaten. Ich möchte hier den geneigten Leser einfach nur an den Anfang erinnern.

Aber von des Pudels Kern, mit sich immer wiederholender Beweihräucherung ab zu lenken, ist einfach nur peinlich und beschämend, aber sie sorgt für ein ständiges sich erinnern. Dieser Text war zum Nachdenken gedacht.
Martin Höfer, Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion

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Autor: red

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