Eschentriebsterben breitet sich weiter aus
Freitag, 23. August 2013, 12:01 Uhr
Seit einigen Jahren kommt es im größeren Umfang zu Schäden an der Gemeinen Esche. In den 90er Jahren im Baltikum und in Polen erstmals erkannt, breitete es sich bis nach Thüringen aus. Seit 2002 tritt die neuartige Baumkrankheit, das sogenannte Eschentriebsterben in Deutschland auf. Auch im Südharz...
Die Symptome können vor allem an Jungpflanzen und in Dickungen beobachtet werden, wie das Foto der erkrankten Esche aus dem Forstrevier Bleicherode-Sollstedt zeigt. Die jetzige Jahreszeit ist besonders günstig zum Erkennen der Krankheit. Welche Merkmale sind hier typisch? Oft fällt ein verspäteter Blattaustrieb auf, dann sieht man viele welke Blätter, ein Eintrocknen der oberen Baumkrone ist oftmals gut erkennbar. Besonders junge Eschen bilden vermehrt Stockausschläge. Im Endstadium der Erkrankung sterben die Bäume ab. Der Erreger war lange unbekannt. 2006 wurde als Ursache ein Gefäßpilz identifiziert. Nach neuesten Forschungen wird vom Falschen Weißen Stengelbecherchen (lateinisch Hymenoscyphus pseudoalbidus) gesprochen. Hier besteht bis heute Forschungsbedarf.
2009 kamen die ersten Informationen über das Auftreten der auffälligen Triebschäden bei Esche aus Mittelthüringen. Das Service- und Kompetenzzentrum in Gotha, was auch neuartigen Waldschäden untersucht, gibt neue Erkenntnisse über den Stand des Eschentriebsterbens an die Thüringer Forstämter weiter.
Die Befallstellen mit Symptomen des Erregers in Thüringen erhöhten sich permanent. Die Vermutung liegt sehr nah, dass nun auch die neuartige Gefäßkrankheit in Thüringen durchweg flächendeckend auftritt.
Forstexperten vom örtlichen Forstamt Bleicherode-Südharz stellten unlängst beim Begang von Laubholzkulturen und Jungwüchse mit größerem Eschenanteil fest, dass diese nahezu vollständig vom Pilzerreger befallen sind. Als richtig erwies sich, neue Kulturen als Mischwald mit mehreren Baumarten zu begründen und die Gemeine Esche nicht mehr zu pflanzen. Risikominimierung heißt das.
Direkte Bekämpfungsmaßnahmen sind bei dieser chronischen und akuten Erkrankung, die im Endstadium auch zum Absterben von Altbäumen führt, noch nicht bekannt. In jüngster Vergangenheit löste ein anderer Pilzerreger das Ulmensterben aus. Er führt zum Verschluss der Wasserleitbahnen und zwangsläufig zum Vertrocknen des Baumes.
Ein Totalausfall der Gemeinen Esche wäre ausgesprochen bedauerlich. Als anspruchsvolle Charakterart buchenwaldartiger Laubwälder ist sie nahezu im gesamten Forstamt vertreten, besonders Augenmerk gilt den durch Eschentriebsterben bedingten Verkehrssicherungsmaßnahmen, wobei es unumgänglich ist, einzelne Eschen, die eine Gefahr für den öffentlichen Verkehr darstellen, zu fällen.
Beim Waldumbau hin zu naturnahen, standortsgerechten und stufigen Laubmischwäldern war sie ein unverzichtbarer Bestandteil als einheimische Edellaubbaumart. Auch ihr Stammholz ist nach wie vor in der Holzindustrie begehrt und findet flexible Verwendung in langlebigen Axt- und Hammerstielen.
Autor: redDie Symptome können vor allem an Jungpflanzen und in Dickungen beobachtet werden, wie das Foto der erkrankten Esche aus dem Forstrevier Bleicherode-Sollstedt zeigt. Die jetzige Jahreszeit ist besonders günstig zum Erkennen der Krankheit. Welche Merkmale sind hier typisch? Oft fällt ein verspäteter Blattaustrieb auf, dann sieht man viele welke Blätter, ein Eintrocknen der oberen Baumkrone ist oftmals gut erkennbar. Besonders junge Eschen bilden vermehrt Stockausschläge. Im Endstadium der Erkrankung sterben die Bäume ab. Der Erreger war lange unbekannt. 2006 wurde als Ursache ein Gefäßpilz identifiziert. Nach neuesten Forschungen wird vom Falschen Weißen Stengelbecherchen (lateinisch Hymenoscyphus pseudoalbidus) gesprochen. Hier besteht bis heute Forschungsbedarf.
2009 kamen die ersten Informationen über das Auftreten der auffälligen Triebschäden bei Esche aus Mittelthüringen. Das Service- und Kompetenzzentrum in Gotha, was auch neuartigen Waldschäden untersucht, gibt neue Erkenntnisse über den Stand des Eschentriebsterbens an die Thüringer Forstämter weiter.
Die Befallstellen mit Symptomen des Erregers in Thüringen erhöhten sich permanent. Die Vermutung liegt sehr nah, dass nun auch die neuartige Gefäßkrankheit in Thüringen durchweg flächendeckend auftritt.
Forstexperten vom örtlichen Forstamt Bleicherode-Südharz stellten unlängst beim Begang von Laubholzkulturen und Jungwüchse mit größerem Eschenanteil fest, dass diese nahezu vollständig vom Pilzerreger befallen sind. Als richtig erwies sich, neue Kulturen als Mischwald mit mehreren Baumarten zu begründen und die Gemeine Esche nicht mehr zu pflanzen. Risikominimierung heißt das.
Direkte Bekämpfungsmaßnahmen sind bei dieser chronischen und akuten Erkrankung, die im Endstadium auch zum Absterben von Altbäumen führt, noch nicht bekannt. In jüngster Vergangenheit löste ein anderer Pilzerreger das Ulmensterben aus. Er führt zum Verschluss der Wasserleitbahnen und zwangsläufig zum Vertrocknen des Baumes.
Ein Totalausfall der Gemeinen Esche wäre ausgesprochen bedauerlich. Als anspruchsvolle Charakterart buchenwaldartiger Laubwälder ist sie nahezu im gesamten Forstamt vertreten, besonders Augenmerk gilt den durch Eschentriebsterben bedingten Verkehrssicherungsmaßnahmen, wobei es unumgänglich ist, einzelne Eschen, die eine Gefahr für den öffentlichen Verkehr darstellen, zu fällen.
Beim Waldumbau hin zu naturnahen, standortsgerechten und stufigen Laubmischwäldern war sie ein unverzichtbarer Bestandteil als einheimische Edellaubbaumart. Auch ihr Stammholz ist nach wie vor in der Holzindustrie begehrt und findet flexible Verwendung in langlebigen Axt- und Hammerstielen.



